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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Hafen und Handelsverfiähmsse des Persischen Golfs und des Golfs von Oman. 
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das Volk zu erquicken, welches nicht wie die europäischen Angesessenen die 
Mittel hat, sich seine Getränke vom Auslande kommen zu lassen. Bei der Ab 
wesenheit eines trockenen Windes, der nur selten weht, wird das Wasser auch 
in porösen Gefäfsen lauwarm und vermehrt den Durst eher, als dafs es ihn stillt. 
Während des Sommers lassen sieh in Busekehr keinerlei Lebensmittel auf- 
bewabreo. Der Zucker wird von Milliarden Ameisen angegriffen, das Getreide 
von Kornwürmern und Larven und alle Sachen von weifsen Ameisen und andern 
unzähligen Insekten. 
Die Handels- und Schifffahrtsverhältnisse von Basrali. 
Unter den Häfen, welche dem General-Konsulat unterstehen, wird in der 
Zukunft Basrah die gröfste Bedeutung erlangen. Die Stadt liegt am Schau el 
Arab, sechs Stunden Dampferfahrt von Gurnah entfernt, wo die Vereinigung 
des Euphrat und des Tigris stattfindet, und ungefähr acht Stunden von Fao an 
der Flußmündung, Obgleich für die Instandhaltung des Flufsbettes nichts 
gethan wird, hat der Schaft el Arab doch Wasser genug, dafs Schiffe von 
20 bis 22 Fufs Tiefgang nach Basrah hinaufgehen können. 
Die alte Stadt hat man, um sie gegen die Einfälle der Perser zu schützen, 
am Ende eines drei Seemeilen langen Kanals erbaut, der nur zweimal am Tage, 
zur Zeit des Hochwassers, von Barken befahren werden kann, während er zu 
anderer Zeit trocken ist. In letzter Zeit sind das Zollhaus, die Agenturen 
der Dampfsehifffahrts»Gesellschaften, das Quarantäne-Amt und die Wohnhäuser 
verschiedener europäischer Kaufleute am Flusse selbst errichtet worden und 
bilden hier den Keim einer neuen Stadt. 
Unter den Reisenden, welche über die Verhältnisse dieser Gegenden in 
früheren Zeiten berichtet haben, zeichnet sich unser Landsmann Huvgen van 
Linschoten, der vor zweieinhalb Jahrhunderten schrieb, durch die gewissen 
hafteste Genauigkeit aus. Indem er den Handelsverkehr auf der Insel Omius 
im Persischen Golf schildert, welche damals der grofse Stapelplatz für den 
Handel zwischen Persien und Indien einer- und Europa andererseits war, be 
zeichnet er Basrah als den Punkt, wo die von Tripoli am Mittelmeer und Aleppo 
zweimal jährlich, im April und September, kommenden Karawanen sieh nach 
der Insel Ormus einschiffton. Hier trafen die syrischen Händler mit denen aus 
Indien und Persien zusammen, so dafs ihrer oft fünf- bis sechstausend ver 
sammelt waren. Nachdem der Austausch der Waaren, Kauf und Verkauf be 
endet, kehrten sie wieder zu Schiff nach Basrah zurück, wo dann wieder die 
Karawane für die Rückreise nach Syrien gebildet wurde. 
Nachdem der Waarentransport über Meer rascher, sicherer und viel 
billiger geworden war, kamen, vor etwa zwanzig Jahren, die weniger grofs, aber 
häufiger gewordenen Karawanen nur noch bis Bagdad, und Basrah, das auch seines 
ungesunden Klimas wegen gemieden wurde, hatte für einige Zeit sehr an Be 
deutung verloren. Seit Eröffnung des Swaz-Kanals hat jedoch der Dampfer 
verkehr der Stadt neues Leben verliehen, so dafs sie jetzt der Stapelplatz für 
Irak geworden ist, auf Kosten von Aleppo und Alexandretic (hkanderun), die 
es früher waren. Besonders sind es London, Marseille und Bombay, die Waaren 
hierher sehicken. Die Hauptartikel sind: ungebleichtes Baumwollenzeug, ge 
färbtes sogenanntes Bombay-Baumwollenzeug, Wollen- und sonstige Baumwollen 
stoffe , Hut- und Saud-Zucker, Kupferblech, Eisen, Indigo, Kaffee , Ge 
würze, Droguen, Liköre, Stearinkerzen, Steinkohlen, Petroleum, gegerbte Häute, 
Blattholz, durchwirkte Seidenzeuge, Kurzwaaren u. s. w. 
Bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts unterhielten Holland und seine 
Kolonien einen bedeutenden Handelsverkehr mit Basrah und hatten hier einen 
Residenten, von denen der letzte, der Baron von Knypliausen, den Flufs 
zeitweilig mit zwei holländischen Kriegsschiffen blockirt hielt. Nachdem die 
Holländer sich von dieser Küste zurückgezogen, sind die Engländer an ihre 
Stelle getreten, habeu sich in Basrah niedergelassen und den Handel fast gänzlich 
monopolisirt. Unser so sehr betrauerter Prinz Heinrich der Niederlande, der 
sich lebhaft für die Entwickelung von Handel und Schifffahrt unseres Landes 
interessirte, hatte die Vortheile der Lage Basrahs nach Eröffnung des Suez- 
Kanals und dem eventuellen Bau einer Eisenbahn durch das Euphrat-Th'A sehen 
Aua, d. Hyflr. et«., 1889, Heft Y. $
	        
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