Untersuchungen am Manganstahl bezüglich seiner magnetischen Eigenschaften.
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machten. Es wurde deshalb nicht allein der Stab in der Spule umgelegt,
sondern auch der Schlitten mit der Spule um 180° gedreht, schliefslich diese
vier Beobachtungen wiederholt, wenn der Schlitten auf die entgegengesetzte
Seite der freien Nadel gebracht war. Durch diese acht Beobachtungen wurden
nicht allein die erwähnten Orientirungsfchler beseitigt, sondern das Endresultat
wird von Beobachtungsfehlern freier.
Zwei Fehlerquellen sind nicht zu vermeiden gewesen. Der die Spule
durehfliefsende Strom erwärmt Spule und Stab nicht unbeträchtlich, um so mehr,
je länger der Strom geschlossen bleibt. Die Versuche, die Temperatur zu
messen, wurden aufgegeben, weil sie erstens nicht genau genug durchgeführt
werden konnten, zweitens weil auch, im Fall man wirklich die Temperatur des
Stabes ermittelt hätte, es dennoch nicht möglich gewesen wäre, sie beim
Manganstahl in Rechnung zu ziehen aus Mangol an einer Kenntnifs des
Temperaturkoefficieuten.
Eine zweite Fehlerquelle entsteht durch das plötzliche Schliefsen und
Ocffncn des Stromes, was besser allmählich hätte geschehen sollon. Dieser
Umstand ‘) beeinflusst indefs nur das Verkältnifs der temporären zu den
permanenten Momenten der Stäbe, derart, dafs erstero etwas zu grofs ausfallen.
Da dieser Gesichtspunkt weniger in Frage kam, der Fehler also von geringer
Bedeutung ist, wurde zugleich aus Mangel an passenden instrumentelies Ein
richtungen von der Erfüllung jener Forderung abgesehen,
Schliefslich ist noch zu bemerken, dafs den Aenderungen der Strom
stärken, also auch der magnetisirenden Kraft, die sich als Produkt Stromstärke
mal Windungszahl der Spule darstellt, Rechnung getragen wurde; da bei den
verhältnifsmäfsig geringen Schwankungen derselben die erhaltenen Momente der
magnetisirenden Kraft proportional angenommen werden konnten, so war die
Verbesserung leicht herzustellcn.
In der nachfolgenden Tabelle sind zunächst sämmtliche Beobachtungs
daten wiedergegeben, hierzu ist zu bemerken, dafs der Theodolit nicht allein
gute Einstellungen des Fernrohrs — Deckung der Fadcnbildor —, sondern auch
eine genaue Messung der Winkel durch Ablesung dos Horizontalkreises mittelst
zweier Mikroskope erlaubt, so dafs der Fehler des gemessenen Winkels 0,H
nur selten überschreitet. Mit entsprechender Genauigkeit konnten auch die
Deklinationsvariationen in Rechnung gezogen werden. Man findet die so ver
besserten, auf einen Normalstand des Deklinatione Variometers reducirten Kreis
ablesungen in der Tabelle, daneben die gleichzeitigen Werthe der Horizontal-
Intensität. Da die Variationen der letzteren während der vier Beobachtungen
in einer Lage des Stabes sehr gering sind, bedürfen die einzelnen Ablenkungen
selbst keiner Korrektion, sondern der Mittelwerth der Horizontal-Intensität
wurde erst in der Schlufsrechnung in Betracht gezogen.
Ein Umstand beeinflufst die Werthe der Ablenkungen störend. Zuweilen
war die Kompensation der Wirkung dor beiden Spulen keine ganz scharfe, sei
es aus dem Grunde, dafs sich zwischen Meridianablesung und Kompensirung
der magnetische Meridian etwas geändert hatte, sei es, dafs Fadenstreckungen
stattfanden und hierdurch Standänderuugen der freien Nadel herbeigeführt
wurden. Dadurch, dafs am Endo jeder Reihe die Kompensation geprüft und
die Meridianlage abgelesen wurde, ist das Mittel gegeben, die Werthe der
Ablenkungswinkel um den Betrag der fehlerhaften Kompensation zu verbessern.
Von Einflufs sind diese Fehler nur bei den kleinen, den Betrag einer Bogen
minute kaum überschreitenden Ablenkungen der Manganstahlstäbe, und zwar
auch nur bei den Beobachtungen mit dünnen Stäben, wo sich die Korrektionen
auf einige Zehntel Minuten erheben. Die Resultate, die mit dünnen Stäben
erhalten wurden, dürften aus diesem Grunde nicht die Zuverlässigkeit der
Untersuchungen mit dicken Stäben besitzen.
Die Ueberschriften in den Tabellen geben die genügende Aufklärung
über die Anordnung der Versuche, Lago der Stäbe u. s. f. Die Stromstärken
sind durch Interpolation ergänzt für die Zeiten, wo sie nicht abgelesen wurden.
*) Vgl. Wiedemänn, „Lehre von der Elektricität“, Band 3, pag. 39S.
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