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Ann. d. Hydr. etc., XVII. Jalirg. (1889), Heft V.
Untersuchungen am Manganstahl bezüglich seiner magnetischen
Eigenschaften, angestellt auf dem Kaiserlichen Observatorium zu
Wilhelmshaven.
Der von der Finna Eadon and Sons, Sheffield, nach Hadfield’s Patent
in den Handel gebrachte, 12 l /t Proeent Mangan haltige Stahl erweist sich in
Bezug auf seine magnetischen Eigenschaften schon beim einfachsten Versuch
als durchaus abweichend von den bekannten Eisen- und Stahlsoi-ten, und zwar
zeigt er eine so geringe Magnotisirbarkeit, däfa seine Verwendbarkeit z. B. für
Schiffsbauzwecke als Ersatz für unvermeidliche Stahl- und Eisonthoile in der
Nähe der Kompasse und dorgl., bei geeigneter Verarbeitungsfähigkeit, eine
nicht zu unterschätzende Aussicht bot.
Dieser Umstand war Veranlassung, dafs die Kaiserliche Marine diesem
neuen Materiale alsbald volle Beachtung zu Theil werden liefs und dem
Observatorium zu Wilhelmshaven eine genauere Untersuchung der magnetischen
Eigenschaften des Manganstahls auftrug, deren Resultate im Nachfolgenden
vorgelegt werden. Von anderweit bekannt gewordenen Untersuchungen sind
bisher nur die Barrett’s zu verzeichnen, 1 ) der das VerbälMfs der Magne-
tisirbarkeit des Manganstahls zu der des gewöhnlichen Stahls wie 1:5000
feststellte.
Die oben genannte Firma lieferte den Manganstahl in Drfthtform von
verschiedenen Stärken zwischen 1 cm und 0,5 cm, aus welchem eylindrische Stäbe
von 15 cm Länge hergestellt wurden. Von der Untersuchung kürzerer Stäbe
wurde abgesehen, da die geringen magnetischen Eigenschaften sich der Beob
achtung gänzlich entzogen haben würden. Da die Untersuchung mehrerer
Stäbe aus dem gleichen Material kaum Unterschiede ergeben haben würde,
so beschränkte man sich auf die Untersuchung zweier Stäbe von ver
schiedenen Durchmessern (i,0 und 0,47cm) und zog zum Vergleich jo zwei
Stäbe aus Eisen und aus Silberstahl von möglichst denselben Dimensionen
hinzu. Die Versuche wurden im eisenfreien Observatorium in folgender Weise
ausgeführt:
Als magnetisirende Kraft wurde der galvanische Strom einer Batterie
von 10 Bunsenelementen benutzt, der durch ein Kohlrausch’sches Ampermeter
1) „Proceedings of the Royal Dublin Society“, 1886, Dez. 15, sowie „Nature“, 85, pag, 311
und 548.