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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Kleine Notizen. 
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Untür der Küste von Lombok setzte am Nachmittage des 22. August der 
Fluthstrom mit bedeutender Geschwindigkeit dem Lande zu, während starke 
Stromkabbelungen sich in Streifen von NW nach SO hinzogen. Um 5 h p. m. 
gelangten wir bei flauer, südlicher Briese, mit Unterstützung durch die F luth, 
bis zum Eingang der Lombok-Strafse. Hier frischte der Wind auf, doch gegen 
6 h p. m., mit einsetzender Ebbe, begann das Schiff, obgleich es 6 Kn Fahrt 
durch das Wasser machte, zurückzutreiben. In den furchtbaren Uoberfällen 
einer Stromkabbelung, die jetzt wieder auftrat, steuerte es schwer. Die Luft 
war sehr diesig, und das Land ging mit Eintritt der Dunkelheit aus Sieht, und 
da es mir bedenklich schien, das Schiff während einer unsichtigen Nacht in den 
tosenden Stromwirbeln gehend zu halten, halsten wir und steuerten vom Lande 
ab, Diese vielleicht übergrofse Vorsicht war, wie das nächste Mittagsbesteck 
ergab, sehr za unserm Naehtheil gewesen, denn entgegen meiner Annahme, 
aufserhalb der Strafse wenig Strom zu haben, fanden wir uns etwa 45 Sm nach 
SW‘AS versetzt. Am vorhergehenden Tage hatten wir fast gar keine Versetzung 
beobachtet. Nachmittags fanden wieder starke Stromkabbolungcn statt. Um 
5 Uhr Nachmittags waren die Südwestspitze von Lombok und die Insel Pandita 
in schwachen Umrissen zu sehen, und um 9’/ä Uhr standen wir etwa 2 Sm von 
erstem* entfernt. Am folgenden Morgen, dem 24. August, um 8 Uhr standen 
wir bei mäfsigem SO-Monsun abermals im Eingänge der Strafse, wurden aber 
bei eintretender Ebbe, die wiederum von furchtbar tosender Stromkabbelung 
begleitet war, von Neuem zurückgetrieben. Gegen l h p. in. begann der Strom 
wieder nördlich za setzen. Bei nun ganz flauer Briese wurde das sonst gut 
steuernde Schiff durch die Stromwirbel oft 3 bis 4 Striche aus dem Kurse 
geworfen. In der Mitte einiger der stärksten Stromkabbelungen beobachteten 
wir grofse kreisförmige Flächen, welche ganz glatt waren und in denen das 
Wasser, ähnlich wie in den Strudeln reifsender Flüsse, emporquoll und wirbelte. 
Um 4 h a. m. den 28. August wurde der Fluthstrom schwächer, aber wir hatten 
die Engen der Strafse hinter uns, und der auffrischende Wind genügte, uns bei 
der nur schwachen Ebbe noch Fahrt voraus machen zu lassen. Nachdem mit 
dem Einsetzen der Ebbe noch einige leichte Stromkabbelungen aufgetreten waren, 
stellten sich solche auf der Weiterfahrt nicht mehr ein.“ 
3. (D. S.) Flaschenposten. a) Durch Vermittlung des Herrn 
Fr. Colin (deutsch-afrikanisches Geschäft in Hamburg) und dessen Faktorei 
auf der Insel Tumbo an der Westküste von Afrika ist der Seewarte ein 
Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von dem deutschen Dampfer „Desterro 
Kapt. Th. Saiuber lieh, auf der Reise von Pernambuco nach Lissabon am 
5. April 1887 auf 1° 36' N-Br und 30° 18' W-Lg über Bord geworfen und am 
12. August 1888 in der Nähe der obengenannten Insel auf Sr 29' N-Br und 
13° 48' W-Lg aufgefunden wurde. 
Der Ort, an dem die Flasche aufgefunden ist, liegt 1093 Sm nach 
N0z0 3 * 5 * /*0 von demjenigen des Ueberb ord werfens derselben entfernt; die Zeit, 
welche inzwischen verstrichen, beträgt 1 Jahr, 4 Monate und 7 Tage. 
b) Ein Flaschenpostzettel, welcher der Seewarte von dem Agenten der 
„Compagnie Française De L’Afrique Occidental“ am Rio Pongo, Herrn E. Keller, 
eingesandt und von dem deutschen Dampfer „Uruguay“, Kapt. H. Mählmann, 
auf der Reise von Montevideo nach Hamburg, am 22. Mai 1888 auf 2® 57' N-Br 
und 30° 16' W-Lg über Bord geworfen und von einem Eingeborenen am 
22. August 1888 an einer Sandbank im Rio Pongo auf 10° 5' N-Br und 
13° 50' W-Lg aufgefunden wurde. 
Soweit aus dem Vorstehenden ersichtlich, hat die Flasche in 92 Tagen 
1171 Sm nach N0z0 7 /e0 zurückgelegt. 
c) Dieser Flaschenzettel wurde der Seewarte von der Zollbehörde in 
Freetown (Sierra Leone, Westafrika} zugesandt. Derselbe ist von dem deutschen 
Dampfer „Rosario“, Kapt. H. Sefaütterow, auf der Reise von Lissabon nach 
Pernambuco., am 14. März 1887 auf 5° 54' N-Br und 27° 18' W-Lg über Bord 
geworfen und von dem Fischer Mahmadoo am 26. Juli 1888 am Strande der 
Factory-lns&l (Isle de Los, Westküste von Afrika) auf 9° 28' N-Br und 13° 46' 
W-Lg aulgefunden worden.
	        
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