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Kleine Notizen.
Id unmittelbarer Nähe des Kap Palmas wurde der Strom 2 Sm östlich
setzend gefunden; die gleiche Stärke ergab sich nach Observationen am Nach
mittage des 21. Dezember südlich der A%er-Mündang. Bei einer kürzesten
Entfernung der letzteren von 22 Sm trat trotz einer Tiefe von nur ca 36 m
eine Aeuderung in der zuvor dunkelblauen Färbung des Wassers in eine dunkel
grüne erst ein, als sich das Fahrzeug östlich der Mündung befand.
Nordöstlich von Fernando Po in ca 10 Sm Abstand von der Insel wurde
der Strom rw. S9° W von ca 1 Sm Stärke p. h gefunden. 11 Sm westlich von
dem Ausflufs des Kamerun war eine Strom Versetzung nicht mehr wahrnehmbar;
das Wasser nahm hier eine graugrüne Färbung an, mit dem weiteren Fort
schreiten nach Osten allmählich übergehend zu einer gelbbraunen.
Wie aus der vorstehenden Tabelle ersichtlich, war während der ganzen
Dauer der Reise nach den vierstündigen Beobachtungen die durchschnittliche
Temperatur des Wassers stets um ein Geringes höher als die der Luft.
2. (D. S.) Die Südküste der Insel Lombok, auffallend helle
Farbe der Meeresoberfläche, Antreffen von treibendem Bimstein
und starke Stromkabbelung am südlichen Eingänge zur Lombok-
Strafse. Mittheilungen aus dem meteorologischen Journal der Deutschen Bark
„Fulda“, Kapt. H. W. Bohlmann.
„Auf der Reise von New-Castle N. S.W. nach Samarang liefen wir mit
Tagesanbruch den 22. August 1887 in Sicht der Südküste vou Lombok. Dieselbe
bietet, aus geringer Entfernung gesehen, ein wesentlich anderes Bild, als man
geneigt ist, nach der Karte zu erwarten; sie ist sehr zerklüftet und zerrissen
und zeigt in ihrem Verlaufe viele her vor springende Spitzen, sowie auch ganz
frei liegende Felsen. Der von Kapt. B. van Riethagen im Jahr© 1864 ent
deckte Felsen *) wurde von „Fulda“ in etwa l / s Sm Entfernung passirt. Die See
brach nur über, oder unmittelbar an demselben, so dafs augenscheinlich der
Grund bis ganz in seine Nähe rein ist. Der sichtbare Theil des Felsens hat
die Gestalt eines ans dem Wasser auftauchenden Walfischrückens. Die an
Bord der „Fulda“ genommenen Peilungen geben dem Felsen ungefähr dieselbe
Lage, als die von Kapt. B. van Riethagen bestimmte; dahingegen ist er in
der von mir benutzten Karte von Imray: „Easfern Passages to China, No. 1,
1878“, an der Stelle niedergelegt, von welcher durch Kapt. Riethagen an
Bord seines Schiffes die Peilungen gemacht sind. Nach unseren Peilungen liegt
der Felsen von der ihm in der vorgenannten Karte gegebenen Position annähernd
4 Sm nach ONO entfernt. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe vor dem
Eingang© zur LoraAoA-Strafse und ist äufserst gefährlich für die Schiffahrt.
Am vorletzten Tage vor dem Anlaufen von Lombok, am 20, August 1887
um 7 Uhr Abends, in 10,7° S-Br und 119,3° O-Lg, wurde die Farbe des
Wassers auffallend hell. Um 10 Uhr hob sich kaum der weifse Wellonschaum
von seiner Unterlage ah; der vollständig wolkenlose Himmel erschien dunkel
im Vergleich zu der Meeresoberfläche. Um ll s /4 Uhr nahm die Helligkeit
plötzlich wieder ab und das Wasser erlangte seine gewöhnliche Farbe wieder.
Vor der Erscheinung haben wir nichts Auffälliges an der Meeresoberfläche
wahrgenommen, die Farbe derselben war tief dunkel, fast schwarzgrün.
Am Nachmittage des folgenden Tages, des 21. August, iu ungefähr
9,5° S-Br und 117,5° O-Lg, sahen wir viele kleine Stückchen Bimstein im
Wasser schwimmen. An den meisten der von uns aufgefischten Stücke haftete
eine Art schwarzweifser, Raupen ähnlicher Würmer von beträchtlicher Gröfse,
viele waren mit Langhalsen (Entenmuscheln) bewachsen, die sich auch an den
Würmern anklammerten. Selbst ein Seepferdchen und ein Seeigel fanden sich
an dem Bimstein, von dem alle scharfe Kanten abgeschliffen waren. Von 9
bis il 1 /* Uhr Abends, zwischen 9,4° S-Br in 117,1° O-Lg und 9,3° S-Br in
116,8° O-Lg, war die Oberfläche des Meeres wieder glänzend hell, welcher
Zustand sich dieses Mal ganz langsam entwickelte und verschwand. Die Er
scheinung läfst sieh am besten mit der Milchstrafse am klaren nächtlichen
Himmel vergleichen.
9 Vgl. „Sailing Directory for foe Indian Archipelago, China & Japan by A, G. Findlay“,
London 1876, Second Edition, pag. 757,