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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Viertcljahvs-Wcttev-Rundsfllian dev Deutschen Seewarf«, Frühling 1885. 
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ungünstige Verhältnisse an, dafs, obgleich „Bertha“ es auch schlecht genug 
traf, dieses Schiff doch den Äequator früher als „Christine“ erreichen konnte. 
Die letztere wurde durch leichte südliche Mallung und einen, in 5 Etmalen den 
Betrag von 140 Sm erreichenden Oststrom bis nach 3,8° N-Br in 21,8° W-Lg 
gedrängt. Um von diesem Punkte aus die in 27,2® W-Lg überschrittene Linie 
zu erreichen, waren noch 5 Tage erforderlich. „Bertha“ war am 30. Juni in 
28,5° W-Lg von nördlicher in südliche Breite übergegangen. Beide Schiffe 
waren später im Südatlantik nicht gezwungen, zu wenden, nnd gelangte dort 
bis zum 10. Juli „Bertha“ nach 16,4° S-Br in 36,1° W-Lg, „Christine“ nach 
16,5° S-Br in 34,2° W-Lg. 
4. Reisen von Süd nach Nord. 
Die 29 Reisen von Schiffen, die auf der Heimreise von der Linie her 
begriffen waren und deren Tagebücher sieh im Besitze der Seewarte befinden, 
nahmen der Mehrzahl nach keinen raschen Verlauf. Das Mittel ihrer Fahrten 
beträgt 40 Tage. Die schnellste wurde vom C. 11. Bishop“ in 28, die längste 
von der „Margaretha Gaisei*“ in 57 Tagen vollendet. Bei der letzteren ist in 
dessen zu berücksichtigen, dafs sie von einem eisernen Schiffe, das möglicher 
weise eine durch Fieber geschwächte Mannschaft führte, gemacht wurde. Die 
lange Reisedauer wurde sonst bei fast allen Schiffen durch auf dem letzten 
Reiseabschnitt angetroffene Gegenwinde verursacht, und diese waren wieder zum 
Theil eine Folge jenes oft hervorgehobenen, ungewöhnlich weit nach Nordosten 
hin ausgedehnten Hochdruckgebietes mittlerer Breiten, wie es auf Tafel II und 
III dargestellt ist. 
Die erste Gruppe von Schiffen, welche im Februar von der Linie abfahr, 
besteht aus „Margaretha Gai&er„Panama“, „Emil Julius“, „Niagara“, „Bessel 
„Levuka“ und „Marie“. Ihre Reisen nahmen alle, mit Ausnahme der von 
„Panama“, einen recht langsamen Verlauf. „Margaretha Gaisers“ Reise ist mit 
den anderen wohl nicht in Vergleich zu stellen, denn offenbar blieb sie an 
Segelfähigkeit z. B. gegen „Panama“ bedeutend zurück. Auch letzteres Schiff 
traf indessen nördlich von 40° N-Br lange Zeit anhaltende Ostwinde an. Mit 
Ausnahme von „Margaretha Gaiser“ fanden die Schiffe nördlich der Linie zu 
nächst ganz günstige Verhältnisse. Ein Stillengürtel wurde, der Jahreszeit ent 
sprechend, in nördlicher Breite gar nicht oder kaum angetroffen, und der Passat 
wehte besonders zwischen 5° und 21° Nord recht kräftig und beständig. In 
den erwähnten, weit ausgedehnten Hochdruckgebieten der Karten II und III, 
die während der Zeit vom 10. März bis zum 4. April den Meeresstrich zwischen 
den Azoren und der Kanalmündung einnahmen nnd in denen das Barometer 
zeitweilig auf mehr als 780 mm stieg, wurden jedoch später fast alle hier in 
Betracht kommenden Schiffe durch östliche Winde aufgehalten. 
Unter den im März den Äequator überschreitenden Schiffen ist das erste 
die rasch segelnde „Johannawelche am 6. März südliche Breite verliefs und 
Lizard nach günstiger Reise von 34 Tagen erreichte. Es wurde beim Ueber- 
gange vom Gebiete des Südost- in das des Nordostpassats 3 Tage durch Stille 
und Mallung aufgehälten, fand dann aber bis nach 31° N-Br hin einen kräftigen, 
beständigen Passat. Nördlich von 37° N-Br stellten sich westliche Winde ein, 
bei denen man hoffen durfte, den letzten Reiseabschnitt io rascher Fahrt zu 
beenden. Nachdem „Johanna“ jedoch in 42° N-Br und 27° W-Lg an die Süd 
seite des nordöstlichen Theils des Hochdruckgebietes der Karte III gelangt 
war, erhielt auch dieses Schiff stürmische Nordostwinde, die eine bedeutende 
Verlängerung der Reise verursachten. Die übrigen Schiffe dieser Gruppe: 
„Triton“, „Shakespeare“, „Parnass“ und „G. R. Bishopgelaugten trotz ihrer 
verschiedenen Abfahrtszeiten vom Äequator fast alle an demselben Tage, dem 
17. April, zum Meridian von 10® West. Verursacht wurde dies einerseits durch 
die zu Anfang April erfolgende günstige Aenderung der Verhältnisse nördlich 
von 30° N-Br, theils aber auch dadurch, dafs die hölzernen Schiffe „Parnass“ 
und „C. R. Bishop“ eine gröfsere Segelfähigkeit als die beiden eisernen Mit 
segler batten. „Shakespeare“ und „Parnass“ überstanden am 5. und 6. April, 
in ungefähr 46° N-Br und 21° bezw. 16° W-Lg einen ungewöhnlich schweren 
Nordweststurm, welcher die Schiffe zum Beidrehen zwang. Derselbe wurde ver 
ursacht durch das in Karte IV verzeiclinete Niedei'drnckgebiet, welches sich
	        
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