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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Viertcljalivs-WeKii'-Rwalscliai; der TtenteelicU Seewürfe, Frühling 1885- 
im Juni dieses Jahres in westlicherer Länge überschritten, für die Strecke von 
10° Nord bis 0° Breite eine ungewöhnlich lange Zeit. 
Von. den übrigen fünf in der Liste angeführten Schiffen trat die gröfsere 
Zahl ihre Reisen nicht vom nördlichen Europa an. Das erste Sehiff ist die 
„Paula*, welche, vom Mittelmeere kommend, am 26. Mär« den Atlantik er 
reichte. Sie traf dort gleich jene durch die günstige Lagerung des Hochdruck 
gebietes verursachten Nordostwindo an, auf deren Vorhandensein schon so oft 
hingewiesen worden ist. (Siehe Karte III.) Dieselben begleiteten das Schiff, 
ohne nur ein einziges Mal unterbrochen zu werden, bis es sich am 11. April 
in 4,5° N-Br und 24,5° W-Lg befand. „Ventilia*, die, auf einer Reise nach 
Lagos begriffen, am 18. April vom Kanal abgegaugen war, wurde anfänglich 
durch dieselben ungünstigen Verhältnisse zurückgehalten, welche „EmmaRömer* 
und „Parsifal* angetroffen hatten. Als das erstem Schiff am 5. Mai zum 
Parallel von 30° Nord gelangt war, befand es sich in nächster Nähe von der 
ebenfalls nach Süden bestimmten „Katharine*. „Ventilia* hielt sich später 
seiner Bestimmung gemäfs östlich, „Katharine* westlich von den Kap Verden. 
Es segelte jenes Schiff bis zum 16. Mai Mittags nach 10,3° N-Br in 19,2° W-Lg 
und dieses gleichzeitig nach 9,7° N-Br in 25,5° W-Lg. Nach dieser Zeit ver 
folgte „ Ventilia* einen durch die Lage ihres Reiseziels bedingten östlicheren Kurs. 
Die letzten drei der in Frage kommenden Schiffe vollendeten Reisen 
zwischen New-York und dem Acquator, Auch bei ihnen ist der grofse Unter 
schied ihrer Reisedauer auffallend. „Comet* machte seine Reise in 22 Tagen, 
während „Bertha* und „Christine* für dieselbe Strecke 51 und 52 Tage be- 
nöthigten. „Comet* wurde von Anfang an von heftigen Westwinden begünstigt, 
die das Schiff in rascher Fahrt bis zum 1. März nach 31° N-Br in 40° W-Lg 
führten. Hier befand sich dasselbe, wie Karte I zeigt, im Bereiche eines 
Hochdruckgebietes, durch das ein beständiger, kräftiger Passat verursacht 
wurde. Derselbe stellte sich am 2, März bei 30° N-Br ein und begleitete das 
Schiff, bis es am 11. März nach 2° N-Br in 26,7° W-Lg gelangt war. Am 
10. März hatten „Comet* und das, am 16. Februar von 50° N-Br abgegangene 
Bremer Schiff „Antares* in 4° N-Br und 27,5° W-Lg Signale mit einander 
ausgetauscht. Sehr viel länger als die des „Comet* waren, wie gesagt, die 
Reisen von „Bertha* und „Christine*. Das orstere Schiff erreichte den Acquator 
nach öltägiger, das letztere nach 52 tägiger Fahrt von New-York aus. Die 
Ursache dieser so sehr langen Reisen war einerseits der angetroffene unbefriedi 
gende Passat, welcher eine Folge der ZweitheSlueg des Hochdruckgebietes 
mittlerer Breiten war (siehe Karte VIII) und andererseits die so sehr ungünstigen 
Verhältnisse des Stillengürtels. Von diesen beiden Schiffen, welche an dem 
selben Tage von New-York aus in See gegangen waren, verfolgte „Christine* 
anfänglich einen in Anbetracht der Jahreszeit empfehlenswerthen nördlichen 
Kurs. Die Folge davon war, dafs, während am 11. Mai „ Bertha* sieh in 39,6° 
N-Br und 72,4® W-Lg, „Christine* in 40® N-Br und 72,5° W-Lg befunden hatte, 
jenes Sehiff bis zum 23. Mai nach 29,3° N-Br in 50,3° W-Lg, dieses nach 
35,6° N-Br in 47° W-Lg hatte vorrücken können. Hätten beide Schiffe nach 
dieser Zeit, wie man es hätte erwarten können, Ostwind, der später zum Passat 
geworden wäre, angetr offen, so würde „Bertha* noch mehr verloren haben, als 
sie es so schon that. Es kamen ihr nun aber die ganz aufsergewöhnlichen 
Verhältnisse zu statten, wolche durch die schon wiederholt erwähnte Zerroifsung 
des Hochdruckgebietes mittlerer Breiten geschaffen wurden. (Siehe Karte VIII.) 
In der breiten, die beiden Theile des Hochdruckgebietes trennenden Furche 
herrschten jetzt südwestliche Winde, die für „Bertha* sehr erwünscht kamen. 
Die polare Passatgrenze war damals so weit nach Süden verschoben, dafs 
„Christine* dieselbe erst am 7. Juni in 23,1° N-Br und 35,6° W-Lg, „Bertha* 
gar erst am 8. Juni in 20,4° N-Br und 41,4° W-Lg erreichte. Die Mitsegler 
standen nun wieder in fast gleich günstiger Lage. Indem „Christine* aber 
während der nächsten Tage von frischerem Passat, als „Bertha* ihn traf, be 
günstigt wurde, verschoben sieh die Schiffsorte wieder in der Weise, dafs bis 
zum 15. Juni jenes Sehiff nach 6,7° N-Br in 28,3° W-Lg, dieses nur nach 
13,6° N-Br in 34,6° W-Lg verrücken konnte. Im Stillengürtel, den „Christine* 
am 15. Juni schon erreicht hatte und zu dem „Bertha* in 5,4° N-Br und 
29,1° W-Lg erst am 20. Juni gelangte, traf ersteres Sehiff dann aber solch
	        
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