166
Viertcljalivs-WeKii'-Rwalscliai; der TtenteelicU Seewürfe, Frühling 1885-
im Juni dieses Jahres in westlicherer Länge überschritten, für die Strecke von
10° Nord bis 0° Breite eine ungewöhnlich lange Zeit.
Von. den übrigen fünf in der Liste angeführten Schiffen trat die gröfsere
Zahl ihre Reisen nicht vom nördlichen Europa an. Das erste Sehiff ist die
„Paula*, welche, vom Mittelmeere kommend, am 26. Mär« den Atlantik er
reichte. Sie traf dort gleich jene durch die günstige Lagerung des Hochdruck
gebietes verursachten Nordostwindo an, auf deren Vorhandensein schon so oft
hingewiesen worden ist. (Siehe Karte III.) Dieselben begleiteten das Schiff,
ohne nur ein einziges Mal unterbrochen zu werden, bis es sich am 11. April
in 4,5° N-Br und 24,5° W-Lg befand. „Ventilia*, die, auf einer Reise nach
Lagos begriffen, am 18. April vom Kanal abgegaugen war, wurde anfänglich
durch dieselben ungünstigen Verhältnisse zurückgehalten, welche „EmmaRömer*
und „Parsifal* angetroffen hatten. Als das erstem Schiff am 5. Mai zum
Parallel von 30° Nord gelangt war, befand es sich in nächster Nähe von der
ebenfalls nach Süden bestimmten „Katharine*. „Ventilia* hielt sich später
seiner Bestimmung gemäfs östlich, „Katharine* westlich von den Kap Verden.
Es segelte jenes Schiff bis zum 16. Mai Mittags nach 10,3° N-Br in 19,2° W-Lg
und dieses gleichzeitig nach 9,7° N-Br in 25,5° W-Lg. Nach dieser Zeit ver
folgte „ Ventilia* einen durch die Lage ihres Reiseziels bedingten östlicheren Kurs.
Die letzten drei der in Frage kommenden Schiffe vollendeten Reisen
zwischen New-York und dem Acquator, Auch bei ihnen ist der grofse Unter
schied ihrer Reisedauer auffallend. „Comet* machte seine Reise in 22 Tagen,
während „Bertha* und „Christine* für dieselbe Strecke 51 und 52 Tage be-
nöthigten. „Comet* wurde von Anfang an von heftigen Westwinden begünstigt,
die das Schiff in rascher Fahrt bis zum 1. März nach 31° N-Br in 40° W-Lg
führten. Hier befand sich dasselbe, wie Karte I zeigt, im Bereiche eines
Hochdruckgebietes, durch das ein beständiger, kräftiger Passat verursacht
wurde. Derselbe stellte sich am 2, März bei 30° N-Br ein und begleitete das
Schiff, bis es am 11. März nach 2° N-Br in 26,7° W-Lg gelangt war. Am
10. März hatten „Comet* und das, am 16. Februar von 50° N-Br abgegangene
Bremer Schiff „Antares* in 4° N-Br und 27,5° W-Lg Signale mit einander
ausgetauscht. Sehr viel länger als die des „Comet* waren, wie gesagt, die
Reisen von „Bertha* und „Christine*. Das orstere Schiff erreichte den Acquator
nach öltägiger, das letztere nach 52 tägiger Fahrt von New-York aus. Die
Ursache dieser so sehr langen Reisen war einerseits der angetroffene unbefriedi
gende Passat, welcher eine Folge der ZweitheSlueg des Hochdruckgebietes
mittlerer Breiten war (siehe Karte VIII) und andererseits die so sehr ungünstigen
Verhältnisse des Stillengürtels. Von diesen beiden Schiffen, welche an dem
selben Tage von New-York aus in See gegangen waren, verfolgte „Christine*
anfänglich einen in Anbetracht der Jahreszeit empfehlenswerthen nördlichen
Kurs. Die Folge davon war, dafs, während am 11. Mai „ Bertha* sieh in 39,6°
N-Br und 72,4® W-Lg, „Christine* in 40® N-Br und 72,5° W-Lg befunden hatte,
jenes Sehiff bis zum 23. Mai nach 29,3° N-Br in 50,3° W-Lg, dieses nach
35,6° N-Br in 47° W-Lg hatte vorrücken können. Hätten beide Schiffe nach
dieser Zeit, wie man es hätte erwarten können, Ostwind, der später zum Passat
geworden wäre, angetr offen, so würde „Bertha* noch mehr verloren haben, als
sie es so schon that. Es kamen ihr nun aber die ganz aufsergewöhnlichen
Verhältnisse zu statten, wolche durch die schon wiederholt erwähnte Zerroifsung
des Hochdruckgebietes mittlerer Breiten geschaffen wurden. (Siehe Karte VIII.)
In der breiten, die beiden Theile des Hochdruckgebietes trennenden Furche
herrschten jetzt südwestliche Winde, die für „Bertha* sehr erwünscht kamen.
Die polare Passatgrenze war damals so weit nach Süden verschoben, dafs
„Christine* dieselbe erst am 7. Juni in 23,1° N-Br und 35,6° W-Lg, „Bertha*
gar erst am 8. Juni in 20,4° N-Br und 41,4° W-Lg erreichte. Die Mitsegler
standen nun wieder in fast gleich günstiger Lage. Indem „Christine* aber
während der nächsten Tage von frischerem Passat, als „Bertha* ihn traf, be
günstigt wurde, verschoben sieh die Schiffsorte wieder in der Weise, dafs bis
zum 15. Juni jenes Sehiff nach 6,7° N-Br in 28,3° W-Lg, dieses nur nach
13,6° N-Br in 34,6° W-Lg verrücken konnte. Im Stillengürtel, den „Christine*
am 15. Juni schon erreicht hatte und zu dem „Bertha* in 5,4° N-Br und
29,1° W-Lg erst am 20. Juni gelangte, traf ersteres Sehiff dann aber solch