Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seevwtrte, Frühling 1885.
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nach Oste» gedrängt worden war, nach dem Einsetzen des Passats die östliche
Route wählte, war nur empfehlenswert!» Es möchte jedoch auf derselben viel
leicht ein noch günstigeres Resultat erzielt worden sein, wenn man später
südlich von den Kap Verden einen südwestlicheren Kurs eingeschlagen hätte.
Wenigstens gebrauchte „Parsifal“ hier längere Zeit als der Mitsegler. Jenes
Schiff, das in 22° W-Lg die Linie kreuzte, beuöthigte, um zu derselben von
y° N-Br ab za gelangen, 5 Tage, während „Emma Römer“ von 4,2° N-Br aus
in weniger als drei Tagen den in 26,2° W-Lg überschrittenen Aoquator er
reichte. „Katharinedas folgende Schiff, traf gleich nach dem Verlassen des
Kanals lange anhaltende Westwinde an, welche eine Wirkung von Niederdruek-
gebieten waren, die zu Ende April und Anfang Mai westlich von und nahe bei
Grofsbritannien auftraten. (Siehe Karton V und VI.) Da diese Winde indessen
vorherrschend aus raumer Richtung wehten, liefs sich bei ihnen noch ein ziemlich
günstiger Fortgang erzielen. Weniger befriedigend war später die geringe
Stärke und die Unbeständigkeit des Passats. Es war dies eine Folge davon,
dafs der hohe Luftdruck mittlerer Breiten damals nahezu verschwunden war.
(Siehe Karte VI.)
Dio Reisen von „Spica„Adelaide“, „Asante“, „Dione„Panama u und
„Papa“ zeichnen sich aus durch ihre so sehr verschiedene Dauer. Die der
„Spica“ betrug 41 Tage, während die Fahrt des „Papa“ nur 23 in Anspruch
nahm. „Spica’s“ Reise wurde gleich nach dem Verlassen des Kanals ganz
ungewöhnlich verlängert. Die auf Karte VI verzeiehneten Niederdruckgebiete, ;
welche sich Anfangs Mai zur Mündung des Kanals bewegten, verursachten
anhaltende Südvvestwinde, welche das Schiff naeh Osten drängten und bei denen
sich nur langsam Fortschritt erzielen liefs. Dagegen fanden die anderen Mit
segler fast von Anfang an östliche Winde, welche die Schiffe sehr rasch nach
Süden führten. „Adelaide“ welche südlich von 50° N-Br noch au einigen Tagen
ungünstige Winde gefunden hatte, war durch den westlichen Schnittpunkt jenes
Parallele, der eine Folge der Umsegelung der Nordspitze Schottlands war, von
vornherein bevorzugt. Der Parallel von 30° Nord wurde von allen Schiffen
mit nur wenig Tagen Unterschied erreicht. „Dione“ schlug von dort aus den
Ost von den Kap Verden nach Süden führenden Weg ein, während die übrigen
Schiffe sich westlich hielten. Diese letzteren trafen es anfänglich ungünstiger
an, als jenes Schiff. Es konnte „Dione“ vom 17. bis zum 23. Mai von 34,4® N-Br
in 17,4° W-Lg nach 20,7° N-Br in 20,2° W-Lg vorrücken, während „Papa“ in
derselben Zeit nur von 31,8° N-Br iu 23,8° W-Lg nach 25,6° N-Br in 27,4“ WLg
gelangte. Derselbe war während 5 Tage durch Windstille und leichte südliche
Winde zurückgehalten, während „Dione“ gleichzeitig von mäisigen bis frischen
Ostwinden begünstigt worden, war. Die Ursache dieser verschiedenen Verhält
nisse war das Auftreten jenes flachen, sich in öuregelmäfsiger Bahn bewegenden
Niederdruckgebietes, welches Karte VII zeigt. Nachdem sich der Passat bei
„Papa“ jedoch eingestellt hatte, wehte er derart frisch, dafs hierdurch, wie
durch die grofse Segelfähigkeit des Schiffes, und besonders, weil eben nördlich
der Linie günstigere Verhältnisse angetroß'en wurden, das Verlorene vollständig
wieder eiugehoU werden könnte. Ana 27. und 28. Mai hatten alle sechs in
Betracht kommenden Schiffe den Parallel von 10° Nord überschritten. Es
waren dann, um von dort den Aequator zu erreichen, für „Papa“ nur 6, für
dio übrigen aber durchschnittlich noch 12 Tage erforderlich.
Von den beiden folgenden Schiffen der Liste, dem Al Pust“ und der
„Okeiawelche am 14. und 15. Mai Lizard passirten, blieb das letztere Schiff
in ganz unerklärlicher Weise gegen den Mitsegler zurück. Dieser traf vom
Kanal an kräftigen, günstigen Wind, der sich von 44° N-Br bis zur südlichen
Passatgrenze hin ununterbrochen in östlicher Richtung hielt. Nachdem der
„J. F. Pust“ die Kap Verden an ihrer Ostseite passürt hatte, verfolgte auch er
in nicht empfehlenswerther Weise noch für längere Zeit einen Südkurs. Das
Schiff erreichte daher den Stillengürtel in der wenig günstigeren Position von
7,5° N-Br in 19,2° W-Lg und gebrauchte, um denselben von hier aus zu über
schreiten, länger als eine Woche, Erst am 11. Juni gelang es, in 1,5° N-Br
und 17° W-Lg den Südostpassat anzutreffen, der das Schiff rasch zur Linie
führte. Uebrigens benöthigten auch die Schiffe, welche die Aequatorkalmen