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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Yiei'feljabrä-Wetter-Riindsflhaü dev Deutschen Seewärte, Frühling 1885. 
Zu Anfang des Monats März trat eine bedeutende Zahl ton Schiffen vom. 
Kanal ans ihren Weg zur Linie an. Dieselben machten durchschnittlich recht 
gute Reisen, und die, welche vom 6. bis 9. März ihre Fahrt begannen, erreichten 
den Aequator schon in 20 bis 23 Tagen. „Moltke„Pacific“, »Rossini“ und 
„Qodeffroy“ gebrauchten etwas längere Zeit, weil sie während der ersten Tage 
durch ungünstige Verhältnisse zurilcbgehaltcn wurden, während die übrigen 
Mitsegler von Anfang an von frischen Nordostwinden begünstigt wurden. Nach 
Karte 1 bewegte sieh während der ersten Tage des März von Westen her auf 
Irland zu ein Niederdruckgebiet, dessen südlich© und westliche Winde eben 
jene Verhältnisse schufen, während die später folgenden, südlich von den 
Schiffon passirenden Niederdruckgebiete für sie kräftige Östwinde hervorriefen. 
Alle Schiffe erfreuten sich später der aiffscrordentlich günstigen Verhältnisse, 
welche eine Wirkung jenes, schon mehrfach erwähnten, weit nach Nordosten 
ausgedehnten Hochdruckgebietes waren. (Siehe Karte. II.) Die Reisen nahmen 
dann auch einen ungestört günstigen Verlauf, und der geringe Unterschied unter 
ihnen ist wohl nur der verschiedenen Schnelligkeit der Schiffe zuzuschreiben. 
Die kürzeste Zeit von diesen Schiffen, nämlich 20 Tage, gebrauchte das eiserne 
Schiff „Arge“ für die Strecke Lizard—Linie. Der gröfsere Unterschied in den 
Reisen der beiden folgenden Schiffe, „Franzisca“ und Hannover“, ist sicher 
nur eine Folge der geringen Segelfähigkeit des ersteren. Berücksichtigt man 
indessen di© nur 94 Registertonnen betragende 'Gröfse und die nur aus fünf 
Mann bestehende Besatzung der „Franzisca“, so gebührt ihrer Leistung einer 
21 tägigen Fahrt zum Aequator die gröfste Anerkennung. Als „Hannover“ am 
19. März den Kanal verliefs, herrschte noch jene ungewöhnlich günstige Lagerung 
des Hochdruckgebietes, welche den nach Süden eilenden Schiffen so günstige 
Gelegenheit schuf. Auch während der letzten Woche des. März und zw Anfang 
April dauerten diese Verhältnisse, wie aus Karte VIII ersichtlich, noch an. 
Die kräftigen durehstekendcu Nordostwinde wehten daher fast ununterbrochen 
vom Kanal bis zum Aequator, und die rasche Fahrt der „Hannover“ war die 
natürliche Folge davon. Mallung in der Nähe der Linie wurde in nördlicher 
Breite ebenfalls nicht angßtröffon. Auch die Reise der „Jakohine“ uahm bei 
den günstigen Winden, welche während des Monats März im östlichen Theile 
des Atlantik herrschten, einen befriedigenden Verlauf. Dafs sie länger als die 
Fahrt von „Hannover“ ausfiel, war vornehmlich eine Folge der eben nördlich 
von der Linie angetroffenen, durch Mallung verursachten Verzögerung. 
Unter den Reisen der drei Schiffe, welche in den ersten 10 Tagen des 
April ihren Weg zur Linie antraten, ist die des „Adolph“ bemerkenswert!!, weil 
sie auf der Route östlich von den Kap Verden ausgeführt wurde. Atn Mittage 
des 18, April befanden sich „Adolph“ in 28,7° N-Br und 19,2° W-Lg und 
„Ceres“ in 30,5° N-Br und 20,2° W-Lg. Beide Schiffe wurden damals schon 
vom Passat begünstigt, doch wehte derselbe bei „Adolph“ weit kräftiger als 
bei „Ceres“, denn während jenes Schiff an diesem Tage 209 Sm gut machen 
konnte, legte dieses nur 139 zurück. Die beiden Mitsegler rückten dann mit 
nahezu gleicher Schnelligkeit nach Süden hin vor, und da „Adolph“, nachdem 
die Kap Verden passirt worden waren, einen südwestlichen, „Ceres* gleichzeitig 
einen südöstlichen Kurs einschlug, näherten sie sich hier wieder. Am 29. April 
Mittags befand sich jenes Schiff in 2,6° N-Br und 23,1° W-Lg und dieses in 
3,3® N-Br und 23,6° W-Lg. Um von diesen Punkten aus die Linie zu erreichen, 
gebrauchte „Adolph“ noch drei, „Ceres“ noch zwei Tage. Die sehr wahr 
scheinlich bedeutend langsamer als die beiden vorerwähnten Schiffe segelnde 
Brigg „ Romeo“, deren Schiffsort am Mittage des 29. April in 2° N-Br und 
24,2° W-Lg war, ging 4*/a Tage nachher von nördlicher in südliche Breite 
über. Von den beiden folgenden, den Kanal an demselben Tage verlassenden 
Schiffen, der „Emma Römer“ und dem Parsifal“, wählte das letztere, ebenfalls 
die Ost der Kap Verden liegende Route und schlug auf derselben den Mitsegler 
bedeutend. Ein Schliffs auf die hier augetroffenen günstigeren Verhältnisse ist 
daraus jedoch keineswegs zu ziehen, denn offenbar war die Schnelligkeit der 
„Emma Römer“ eine viel geringere, als die des bedeutend größeren’eisernen 
Mitseglers, Dafs „Parsifal“, nachdem derselbe einmal durch die nördlich von 
80° N-Br angetroüenen, durch beharrliches Wegliegen des scharf beim Winde 
gehaltenen Schiffes weise ausgenutzten westlichen Winde ungewöhnlich weit
	        
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