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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Vieríeíjaht's-Wefter-Rtiivlsohau der Deutschen Scewarre, Frühling 1885. 
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Die schnelle Abnahme des wahrscheinlichen Fehlers beim Uehcrgnng von 
einer einzelnen Beobachtung auf die Kombination je einer ab- und zunehmenden 
Distanz zeigt sehr deutlich, wie man durch ein Verfahren, dessen Anwendung 
fast immer möglich ist, den aus Monddistanzen folgenden Resultaten eine Ge 
nauigkeit geben kann, welche sehr schlecht zu dem Urtheile pafst, welchem 
man noch zu häufig hinsichtlich des Werthes dieser Methode begegnet und 
welches in den meisten Fällen auf die grofse Abweichung zurückzufüliren sein 
wird, welche einige gelegentlich, vielleicht mit ungeprüftem Instrumente ange- 
stellte Beobachtungen gegen den aus bessern Bestimmungen folgenden Chrono» 
möterstand ergeben haben. Wenn man aber die hauptsächlichste Bedeutung 
der Monddistanzen in der Kontrolle des Chronometers erblickt, so ist für 
diesen Zweck eine regelmäfsige Ausnutzung der geeignetsten Distanzen uncr- 
läfslich; nur dann lassen sich die nicht unbeträchtlichen konstanten Fehler zum 
gröfsten Theil unschädlich machen, und nur bei der auf diese Weise erlangten 
Uebung sinken die zufälligen Beobachtungsfehler weit genug herab, um den 
Monddistanzen eine gewichtige Stimme beizulegen hinsichtlich des Vertrauens, 
welches ein Chronometer auf See verdient. 
Vierteljahrs-Wetter - Rundschau der Deutschen Seewarte 
an der Hand der täglichen synoptischen Wetterkarten für den 
Nordatlantisehen Oeean. 
Frühling 1885. 
(Schluß.) 
3. Reisen von Nord nach Süd. 
Unter den 38 Reisen zur Linie, welche von Schiffen, die für die Seewarte 
beobachten, während der Frühlingsmonate des Jahres 1885 ausgeführt wurden, 
verliefen einige in recht befriedigender Weise, während andere, und zwar 
besonders die im Mai von Nordamerika aus begonnenen, eine ungewöhnlich 
lange Dauer hatten. Die schnellste Fahrt wurde vom Schiffe „Hannover“ 
gemacht, welches die Strecke Lizard—Aoquator in der ungewöhnlich kurzen 
Zeit von 18 Tagen durchsegelte. Die längste Zeit von 52 Tagen gebrauchte 
dagegen „Christineum vou New-York aus die Linie zu erreichen. Von der 
ersten Gruppe von Schiffen, bestehend aus „Antares“, „Capelia„Kaiser“, 
„Baldur“, „Franz“ und „Paul Rickmers“, erzielten „Antares“ und „Kaiser“ den 
günstigsten Erfolg, während „Franz“ die, jedoch wahrscheinlich auf geringe 
Segelfähigkeit zurückzuführende längste Roise vollendete. Die ersten drei 
Schiffe überschritten schon am 16. Februar den Parallel von 50° Nord. Sie 
trafen anfänglich ungünstige Verhältnisse an, wurden aber am 18., 19. und 
20. Februar, ais ein Niederdruckgebiet südlich von ihnen nach Osten zog, durch 
kräftige Ostwinde begünstigt. „Capelia“ blieb hier, ohne dafs ein Grund dafür 
erkenntlich ist, etwas gegen ihre Mitsegler zurück. Am Mittage des 4. März, 
an welchem Tage bei „Antares“ lind „Kaiser“ der Passat einsetzte, befand sich 
jenes Schiff in 25° N-Br und 23° W-Lg, dieses in 22,3° N-Br und 25,5° W-Lg, 
während „Capella“ noch in 29° N-Br und 21,2° W-Lg stand. „Kaiser“ wurde 
dann nahezu bis zur Linie vom Passat begleitet, während Capella“ auch noch 
eben nördlich des Aequators mehrere Tage durch Stille und Mallung verlor. 
Die anderen drei Schiffe fanden besonders auf dem Wege nach 30° N-Br 
ungünstige Verhältnisse, und auch der Passat wurde von ihnen erst verhältnifs- 
mäfsig spät erreicht. Der Verlust des „Baldur“ gegen „Paul Rickmers“ wurde 
zum gröfsten Theil dadurch verursacht, dafs ersteres Schiff eben nördlich vom 
Aequator an mehreren Tagen Mallung und Stille antraf. 
An«, i. Hy& ete., 18S9, Heft IV 
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