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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Ueber die Genauigkeit nautisch-astronomischer Beobachtungen auf See. 
wirkenden und daher durch Vervielfältigung der Beobachtungen nicht ver 
schwindenden Fehler in der Auffassung der Berührung im Auge des Beobachters, 
»ach welcher die Ränder entweder nicht nahe genug zusammen gebracht oder 
theil weise übereinander gelegt werden. Bei der Ableitung des wahrscheinlichen 
Fehlers jedoch, mit welchem die aus einer einzigen Beobachtung folgende wahre 
Distanz behaftet ist, sind die Werthe der letzten Spalte als zufällige Fehler zu 
behandeln. Führt man diese Rechnung für die Sonne und die Storno getrennt 
durch, so ergiebt sich für die 
Distanzen Mond—Sonne ein wahrscheinlicher Fehler von + 22" und für die 
Distanzen Mond—Stern „ „ „ „ + 61". 
Es ist von Interesse, hiermit den wahrscheinlichen Fehler zu vergleiche», 
den Jordan aus einer Reihe von 317 an Land beobachteten Monddistanzen 
(Phys. Geographie und Meteorologie der libyschen Wüste) gefunden hat. Der 
selbe beträgt für eine einzelne Messung Jh 19" oder für das Mittel aus sechs 
Beobachtungen +8", zeigt also gegenüber dem aus den Beobachtungen auf See 
folgenden Werthe eine Abweichung, welche zum gröisten Theile auf den störenden 
Einßufs der Schiffsbewegungen, besonders des Schlingerns zurückzuführen ist. 
Der erste Theil der konstanten Fehler, welcher in den kleinen, numerisch 
nicht bestimmten ingferuinenteilen Ungenauigkeiten seine Quelle hat, läfst sich 
nun dadurch unschädlich machen, dafs man eine zunehmende und eine abnehmende 
Distanz mit zwei Sternen von annähernd gleicher Gröfse bei derselben Mond 
phase kombinirt, da dann jene Ungenauigkeit mit entgegengesetzten Vorzeichen 
zur Geltung kommen und sich im Mittel aufhebeu. Bei der Anwendung auf 
die obige Beobachtungsreihe ist jedoch zu bemerken, dafs die Fehler von 2' 
und mehr am 5. und 6. April von dem sehr starken Schlingern des Schiffes 
herrühren, und dafs es daher zweckmäfsig sein wird, bei der verhältuifsmäfsig 
kleinen Anzahl zur Verfügung stehender Kombinationen diese Beobachtungen 
unberücksichtigt zu lassen. Man erhält dann für die Kombination einer öst 
lichen und einer westlichen Sterndistauz den wahrscheinlichen Fehler + 9", 
während derselbe für zwei an derselben Seite des Mondes gemessene Distanzen 
31" 
= + 22" betragen würde. 
Vili man endlich noch einen Schritt weiter gehen und auch die indi 
viduellen Augesfehler in der Auffassung der Berührung fortschaffen, so mufs 
man hierzu die ab- und zunehmenden Distanzen mit der Sonne vor und nach 
Neumond zu Rathe ziehen. Da die Anzahl meiner eigenen Beobachtungen dieser 
Art zu klein war, so habe ich eine Reihe von 82 Monddistanzen benutzt, welche 
von Herrn Kapt. Behrens an Bord der angestollt und mir gütigst 
zur Verfügung gestellt sind. Ich habe dieselben den oben angegebenen Rech 
nungen unterworfen und finde dabei als wahrscheinlichen Fehler folgende Werthe: 
bei einer einzelnen Distanz mit einem Stern + 20", 
bei einer einzelnen Distanz mit der Sonne + 20", 
bei einer Kombination aus einer östlichen und einer westlichen Sterndiatanz 
+ 14" und endlich bei einer Kombination aus einer ab- und einer zunehmenden 
Sonnendistanz vor und nach Neumond + 10". Da diese Beobachtungen von 
Kapt. Behrens jedoch in der Regel nur aus fünf Einzelmessungen bestehen, 
so mufs man diese Werthe noch mit 
icircn, um sie mit deD meinigen 
vergleichen zu können. Dies führt zu folgender Zusammenstellung: 
Wahrscheinlicher Fehler des Mittel? aus sechs Distauzraessungen bei 
Beobachter 
Einer Distanz 
* € 
Einer Distanz 
o c 
Einer Kombination aus 
einer östlichen Und einer 
westlichen Sterndistanz 
Einer Kombination aus 
einer ab- und einer zu 
nehmenden Sonnendistanz 
Behrens 
dt 18" 
dt 18" 
± 13" 
-fc 9" 
Boite 
± 31" 
± 22" 
rfc 9" 
_
	        
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