L8 Wind, Strom, Luft- u. Wassertemperatur auf den wichtigsten Dampferwegen des Mittelmeeres,
Süden des westlichen Beckens sind sie nicht nur ganz schwach, sondern weisen
auch nach verschiedenen Richtungen, Die höchsten Werte liegen im nord-
westlichsten Winkel des Mittelmeeres, erreichen aber nirgends 763 mm. In
diesem nördlichen Winkel ist bereits die Anbahnung zu winterlichen Verhält-
nissen mit höherem Druck über Land bemerkbar, während im Süden ein
schwaches Tiefdruckgebiet über dem Inneren Nordafrikas noch an sommer-
liche Verhältnisse erinnert, ebenso wie das Tiefdruckgebiet bei Cypern,
Oktober (s. Tafel 13). Der Luftdruck ist bei Cypern und Port Said
auf 761 mm gestiegen. Die zugehörigen Gradienten, nur vor dem Nildelta
noch erkennbar, machen etwas weiter nach Westen gleichmäßigem Luftdruck
von etwa 762 mm Platz; auch das ganze Ionische Meer hat gleichmäßige
Druckverteilung, Im westlichen Becken hat sich das Tiefdruckgebiet bei
Korsika mit 760'/, mm weiter entwickelt, wenn es auch noch teilweise über
Land liegt. Von Korsika aus steigt der Luftdruck langsam nach Süden hin,
etwas schneller nach Westen, am schnellsten nach Norden hin. Der höchste
Luftdruck liegt bei Gibraltar, erreicht aber.nicht ganz 763 mm. — In diesem
Monat Oktober weist das westliche Tiefdruckgebiet mit dem Kern bei Korsika
zum ersten Male wieder tiefere Werte auf als das Östliche Tiefdruckgebiet
bei Cypern, womit der winterliche Tynus der Luftdruckverhältnisse wieder
erreicht ist.
November. Der tiefste Luftdruck bei Korsika ist um 1 mm, bis auf
7601/, mm gestiegen; da aber der Luftdruck über dem Lande noch mehr zu-
genommen hat, sind die Gradienten nach Süd, West und Nord hin doch
wesentlich steiler geworden. In der Richtung von der Straße von Bonifacio
nach der Straße von Messina sind die Gradienten am schwächsten, und im
Ionischen Meer und bis nahezu vor das Nildelta ist der Luftdruck gleich-
mäßig 763 mm hoch. Das Tiefdruckgebiet bei Cypern mit 762 mm ist noch
erkennbar,
Vergleicht man die Wind- und Luftdruckverhältnisse, so findet man
eine Menge außerordentlich klarer Beziehungen zwischen beiden. Es möge
genügen, auf die stürmischen Nordwest- und Nordwinde des Golfs von Lion
im Winter, auf die Drehung des Windes im Winterhalbjahr auf dem Wege
von den Balearen nach Genua und weiter nach Neapel, endlich auf den
sommerlichen Monsun längs der afrikanischen Nordküste hinzuweisen, Da,
wo die mittleren Druckverhältnisse mit den mittleren Windverhältnissen in
manchen Einzelheiten nicht ganz übereinzustimmen scheinen, rufe man sich
die Verschiedenartigkeit des für die beiden meteorologischen Faktoren be-
nutzten Quellenmaterials in das Gedächtnis. Im übrigen darf die weitere
Verwertung der hiermit vorgelegten Windkarten in klimatologischer und geo-
graphischer Beziehung zukünftiger fachmännischer Arbeit überlassen bleiben.
Teil IV. Die Stürme,
In der nachfolgenden Tabelle ist zunächst für die einzelnen Monate
und die einzelnen Teile des Mittelmeeres auf den behandelten Dampferwegen
die prozentische Sturmhäufigkeit zusammengestellt, wobei als stürmische
Winde alle Windbeobachtungen, die B. Stärke 8 erreichen oder überschreiten,
gerechnet sind.
Häufirkeit
xm 1m
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Der westliche Teil des Mittelmeeres hat hiernach die größte Sturmhäufig-
keit in der Jahressumme und im Januar, hier mit 6°; das Mittel der drei