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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Cccei die Genauigkeit nautisch astronomischer Beobachtungen auf See. 
Ueber die Genauigkeit nautisch-astronomischer Beobachtungen 
auf See. 
Von Dr. F« Bolte in Hamburg. 
Die von mir auf meinen Seereisen nach Australien (1886—87) und der 
Westküste Südamerikas (1887—88) gesammelten Beobachtungen haben mir Ver 
anlassung geboten, Untersuchungen über die Genauigkeit der mit dem Sextanten 
ausgeführten Messungen anzustellen und für die Beobachtungen, welche hierbei 
hauptsächlich von Interesse sind, den wahrscheinlichen Fehler abzuleiten. Da 
die Höhenbeobachtungen der Sonne, auf denen die tägliche astronomische 
Schiffsrechnung beruht, sich einerseits mit. vollständig genügender Genauigkeit 
anstellen lassen, andererseits die daraus ermittelten Schiffspositionen durch keine 
genaueren kontrolllrt werden können, so habe ich nur die Zuverlässigkeit der 
aus Höhen über der Nachtkimm und aus Monddistanzen sich ergebenden 
Resultate in Betracht gezogen und daher die folgenden fünf Methoden gewählt: 
1. Bestimmung der Breite aus Polsternhöhen. 
2. Bestimmung der Breite aus Meridianhöhen zweier Sterne über dem 
Nord- und Südhorizont. 
3. Bestimmung der Breite aus Höhen zweier Sterne und der Differenz 
ihrer Stundenwinke!. 
4. Bestimmung der Länge aus Höhen zweier Sterne in der Nähe des 
Ost- und Westvertikals. 
5. Bestimmung des Chronometerstandes aus ab- und zunehmenden Mond- 
distanzen mit Sonne und Sternen. 
Zur Ermittelung der wirklichen Länge und Breite, in welcher sich das 
Schiff' während der Beobachtungen befand, bleibt nichts übrig, als die Besteck 
rechnung zu Hülfe zu nehmen. Um jedoch die vielen, zum Theil nicht un 
bedeutenden Fehlerquellen derselben möglichst unschädlich zu machen, ist die 
Länge und Breite nicht nur vom vorhergehenden Mittage auf die Zeit der 
Beobachtung redueirt, sondern jedesmal auch vom folgenden Mittage zurüek- 
gerechnei und dann durch Interpolation nach Mafsgabe der Zwischenzeiten der 
wahrscheinlichste Schiffsort ermittelt worden. Derselbe ist dann unter der 
Annahme von den Fehlern der Besteckrechnung unabhängig, dafs dieselben 
innerhalb des Etmals proportional der Zeit verlaufen. Dafs dies in der Regel 
der Fall ist, folgt aus der guten Uebereinstimmung zwischen den so interpolirten 
Längen und Breiten einerseits und den Chronometerlängen und Meridiaubreiten 
von hellen Sternen unmittelbar nach Sonnenuntergang andererseits, Beobach 
tungen, welche an Genauigkeit den Sonnenbeobachtungen über der Tageskimm 
nicht nachstelien. Nur bei einigen besonderen, jedoch als Ausnahmefälle leicht 
erkennbaren Gelegenheiten, als Steuern sehr verschiedener Kurse während des 
Etmals, Beidrehen u. s. w., dürfte jene Annahme nicht gerechtfertigt sein, und 
aufserdem schien es nicht statthaft, dieselbe auf einen Zeitraum von mehr als 
24 Stunden auszudehnen. Aus diesem Grunde sind alle diesen Bedingungen 
nicht entsprechenden Beobachtungen, insbesondere solche, wo nicht am vorher 
gehenden und folgenden Mittage astronomische Positionen erhalten werden 
konnten (in der Tabelle durch einen * bezeichnet), ausgeschlossen worden. 
Nach demselben Princip wurden zur Reduktion der Chronometerläugen auf 
Mittag stets sowohl die Beobachtungen der Sonne in der Nähe des Ostvertikals, 
als auch dos Westvertikals benutzt.
	        
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