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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Instrument zur Bestimmung des mittleren Wasserstandes. 
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dafs nur die langsamen Schwankungen des äufseren mittleren Wassorstandes 
eine Höhenänderung des Wasserspiegels im Cylinder C verursachten. Praktisch 
ist dies vielleicht nicht ausführbar, aber der Apparat kann jedenfalls so 
konstruirt werden, dafs der Fluthwechsel nur ein ganz unbedeutendes Schwanken 
des Wasserspiegels im Cylinder C bewirkt, welches bei der Bestimmung des 
Mittelwassers vernachlässigt werden kann. Entspricht der Apparat möglichst 
den an ihn zu stellenden Anforderungen, so genügt es, täglich eine Messung 
des Wasserstandes im Cylinder vorzunchmen. Yor der ersten Messung mufs 
sich der Apparat bereits einige Zeit im Wasser befunden haben, damit das 
Wasser im Cylinder G annähernd den äufseren mittleren Wasserstand an 
genommen hat. Es ist daher angezeigt, erst ein oder zwei Tage nach der 
Aufstellung mit den Messungen zu beginnen. Die Messung geschieht mit einem 
getheilten flachen Peilstabe, auf welchem ein mit Eisenvitriol und Gallussäure 
präparirter Streifen Papier mittelst Sperrfedern befestigt ist. Da dieser Streifen 
sich, soweit er nafs wird, schwarz färbt, ist es leicht, den Wasserstand an der 
Thciluog des Peilstabes abzulesen. Aus den gemessenen Wasserständen wird 
dann der mittlere Wasserstand des Monats und später der dos Jahres durch 
Rechnung oder auch, nachdem man die Papierstreifen ihren Wasserständen 
entsprechend neben einander auf einen Bogen Papier geklebt hat mittelst eines 
Planimeters gefunden. Im letzteren Falle erhält man gleichzeitig dio Kurven der 
monatlichen und aus diesen die der jährlichen Schwankungen des mittleren 
Wasserstandes. Die auf diese Weise für Marseille erhaltene Wasserstandskurve 
für die Zeit vom 1. Juli 1885 bis 30. Juni 1887 stimmt mit der für diesen Ort 
vom Reiiz’schen Mareographen verzeichneten vollständig überein. Die französische 
Regierung hat daher diese Apparate an mehreren Orten der atlantischen und 
mittelländischen Küste an bringen lassen und deren Aufstellung an verschiedenen 
Orten der Küsten von Algier und Tunis in Aussicht genommen. 
Untersuchung über den Nutzen der Temperaturkorrektion der 
Chronometergänge. 
Von Korv.-Kapt. a. D. Nees von Eseubeek, Vorstand des Kaiserlichen Chronometer-Observatoriums 
zu Kiel. 
Zur Feststellung der Frage, ob die Anwendung der Tcmperaturkoeffieienten 
auf die Gänge der Chronometer von einem Nutzen für die Zeitkcnntuifs in See 
ist, welcher die umständlichere Einrichtung der Chronometer-Journale, und 
damit verbundene Mehrarbeit des Navigationspersonals aufwiegt, sind auf Grund 
der Angaben einer Anzahl neuerer Journale die Fehler der Zeitbestimmung 
ohne Anwendung der Temperaturkorrektionen ausgerechnet und den ans diesen 
Büchern hervorgehenden Fehlern bei Berechnung in der jetzt vorschriftsmäfsigon 
Weise mit Berücksichtigung der Tempcraturkoöfficienten gegenüber gestellt 
worden. Das Ergebnifs der Berechnung enthalten die unten folgenden Tabellen. 
Bei der Auswahl der Journale ist dei' Gesichtspunkt mafsgebend gewesen, 
dafs alle diejenigen Indienststellungen zu beiüicksichtigen seien, während deren 
sich Chronometer mit und ohne luftdichten Yersehlufs an Bord desselben 
Schiffes befanden. 
Die Absicht war hierbei, gleichzeitig festzustellen, welchen Nutzen die 
luftdichten Vei'schlüsse gewährten. Es mufste angenommen werden, dafs sich die 
Ueberlegenheit der die Temperatur berücksichtigenden Gangberechnung bei den 
luftdicht vei'schlossenen Chronometern besonders stark erweisen würde, weil die 
Abschwächung der nächst der Temperatur stärkste» Fehlerquellen (Luftfeuchtig 
keit, Staub) die Wirkung der ersteren Fehlerursache reiner und schärfer hervor 
treten lassen mnfsten. Es wird aus Folgendem hervorgehen, ob diese Yer- 
muthung eingetroffen ist. 
Zu besserer Uebersicht folgt zunächst eine Zusammenstellung der ge 
fundenen Fehlersummen.
	        
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