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Instrument zur Bestimmung des mittleren Wasserstandes.
lores ging. Aus diesem Grunde waren denn auch für das Anbordbringen von
120 Tonnen Ladung im Ganzen ungefähr 5 Tage erforderlich, 3 Tage wurden
benutzt, den Ballast zu löschen, und die übrigen Tage waren Feiertage. Am
Sonntag den 17. April nahmen wir die letzte Ladung an Bord.
Um 7 h p. m. den 19. April lichteten wir unseren Anker und setzten bei
leichtem NNE-Winde Segel, um zunächst behufs Ausklarirung und Absetzen
der Zollbeamten Las Peñas wieder anzulaufen. Nachdem dieses am Nachmittage
des 21. April aasgeführt war, setzten wir um 7 !l p. m. dieses Tages die Reise
nach Tres Marias fort, um daselbst Gedernholz zu laden. Infolge leichter
Winde waren zu dieser Reise fast vier Tage erforderlich; um 6 Uhr Abends
den 25. April ankerten wir auf der Rhede von Maria Madre, gegenüber dem
Zollhause, ‘/iSm vom Lande entfernt, auf einer Wassertiefe von 18 m (10 Fad.).
Nach Vervollständigung der Ladung trat „Paradox* 1 am 21. Juni 1887 die
Heimreise nach dem IlWer-Leuchtthum für Order an.
Instrument zur Bestimmung des mittleren Wasserstandes.
Von Herrn Ch. Lalllemand ist ein Apparat zur Bestimmung des
mittleren Wasserstandes erfunden worden, welcher von sehr einfacher Gestalt
ist und sich fast überall anbringen läfst. 1 ) Derselbe besteht aus einem Cylinder C,
welcher durch eine Röhre R mit einem flachen Gefäfs D wasserdicht verbunden
ist. Letzteres ist durch eine poröse Wand W in zwei Abschnitte getheilt, von
denen der untere Löcher in den Seiten wänden hat und mit Sand gefüllt wird.
Der Apparat wird in senkrechter Stellung in einem mit dem Meere in ununter
brochener Verbindung stehenden Brunnen oder an der Mauer einer Mole so
befestigt, dafs sieh das Gefäfs I) auch bei dem niedrigsten Wasserstand im
Wasser befindet. Durch die Löcher im Gefäfs D tritt das Wasser in den
Apparat und dringt allmählich durch die Sandschicht, die poröse Wand W
und die Röhre R in den Cylinder 0. In diesem steigt und fällt es, den
Aenderungen des äufseren Wasserstandes folgend, jedoch in viel geringerem.
Mafse und bedeutend langsamer, weil die poröse Wand
nn und die Sandschieht das Eindringen des Wassers in
ш„ J2_ den Cylinder beträchtlich verzögern. Es können daher
Oseillationen von kurzer Dauer, wie z. B. Wellen, den
Wasser stand im Cylinder nicht beeinflussen, und selbst
die Gezeitenwellen werden nur geringe Höhenänderungen
derselben verursachen. Befände sich im Cylinder ein
mit einer RegisträrVorrichtung verbundener Schwimmer,
so würden die von dem Registrirapparat aufgezeichneten
Fluthkurven in dem Mafse flacher ausfallen, als die
Wand W weniger porös ist, und die Zeiten der Hoeh-
und Niedrigwasser würden von demselben später ver
zeichnet werden, als sie in Wirklichkeit stattfinden.
Man kann demnach das Material für die Zwischenwand W
so wählen, dafs Ebbe und Fluth keine oder nur sehr
geringe Höhenänderungen des Wasserspiegels im Cylinder
0' verursachen. Selbstverständlich ist auch das Ver-
hältnifs der Dimensionen des Gefäfses D zu dem Durch
messer des Cylmders C mit in Rechnung zu ziehen, denn
je kleiner die Fläche des ersteigen zu dem Durchmesser
des letzteren ist, desto weniger Wasser wird in derselben
Zeit in den letzteren eindringen. Theoretisch betrachtet
würde sieh die Durchlässigkeit der Scheidewand W und
das Dimensionenverhältnifs zwischen Cylinder und Gefäfs
für einen gegebenen Fluthwechsel so einrichten lassen,
1) Das Instrument ist von dem Erfinder, der es Medimarfmetre nennt, in den VeAand-
kmgen der Konferenz der Permanenten Kommission der Internationalen Erdmessung (Oktober 1887
zu Nizza) 1888, Annexe No. V, ausführlich beschrieben, auch die theoretische Begrindimg desselben
gegeben.