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Bemerkungen fiber Fahrten an der Westküste von Mexiko.
Lootscn erhielten. Derselbe tbeilte mir mit, dafs das Feuer auf Kap IJaro
zwar vor Kurzem angezündet sei, aber bis jetzt noch nicht ordentlich funktionire.
Um 6 h p. io. ankerten wir mit dem Backbord-Anker auf der Rhede von Gummas
auf einer Wassertiefe von 5,0 m (2*/* Fad.j. Ein französisches Vollschiff und
ein Küstenfahrer, welche am 3. Dezember, also sechs Tage vor uns, Mazatlan
verlassen hatten, kamen erst am 24. beziehungsweise am 25. d. Mts. hier an
und berichteten, dafs sie stürmisches Wetter gehabt hätten. Eine englische
Bark, auf der Reise von Australien, die wir am 14. gesehen hatten, kam drei
Tage nach uns in Guaymas an.
„Paradox“ lag bis zum 1. Januar 1887, also im Ganzen 13 Tage, auf
der Rhede von Guaymas. Yon dieser Zeit waren ö’/s hiesige Arbeitstage —
gleich 42 Stunden, denn seitens der Zollbehörde ist das Löschen der Ladung
nur bis 2 Uhr Nachmittags gestattet — erforderlich, um das Schiff zu ent
löschen; die übrige Zeit wurde darauf verwandt, Ballast überzunehmen. Wenn
mehrere Schiffe gleichzeitig in Guaymas anwesend sind, so darf man auf eine
rasche Beförderung nicht rechnen, denn die Leichter befinden sich sämmtlich
in einer Hand, weshalb man in dieser Hinsicht ganz von dem Besitzer derselben
abhängig ist, welcher auch den nöthigen Bedarf an Ballast and Trinkwasser
liefert. Uebrigens arbeitet auch die Zollverwaltung sehr schwerfällig.
Am 2. Januar 1887 verliefsen wir um 2 Uhr Nachmittags bei einsetzender
Seebriese die Rhede von Guaymas, um mit 100 Kolonisten an Bord die Reiso
nach Topolobampo oder Pacific City, wie man die dortige Ansiedelung nennt,
anzütreten. Am 4. Januar nm 7 Uhr Abends ankerten wir daselbst auf einer
Wassertiefe von 14,4 m (8 Fad,), und nachdem Passagiere und Gepäck gelandet
waren, setzten wir am 6. um 3 h p. m, die Weiterreise nach Sm Bim. fort. Big
zum Mittage des 9. hatten wir sehr flaue Winde von N durch W nnd S bis NE,
dann frischte der Wind von NW bis zur Stärke 6 auf, um am Nachmittage
des 10. von NNW wieder mäfsig zu werden. Hiermit gelangten wir gegen
8 h p. m. am letztgenannten Tage bis dicht unter Piedra blmca del Mar, woselbst
der Wind östlich holte und später ganz abflaute, so dafs wir den Hafen nicht
mehr erreichen konnten. Erst am folgenden Vormittage kamen wir um 11 Uhr
auf der Rhede von San Blas zu Anker. Yon unserem Ankerplätze, auf einer
Wassertiefe von 8,5 (4 3 /* Fad,), peilte Piedra de Tierra WVaS und Point
Camaron OSOViO.
Am 15. Februar 1887 traten wir abermals eine Reise nach Guaymas an,
und zwar mit einer vollen Ladung Eisenbahn-Material der Central-Mexikanischen
Eisenbahn-Gesellschaft, welche Gesellschaft den Bau der betreffenden Bahn,
nachdem mit einem Kostenaufwand von etwa fünf Millionen Dollars in vier
Jahren 25 Meilen Schienen gelegt worden waren, wieder aufgegeben hatte.
Um ll 1 * p. m. des genannten Tages lichteten wir den Anker und setzten bei
sehr flauer südlicher bis südwestlicher Briese alle Segel. Später herrschten
vorwiegend frische, gelegentlich auch stürmische nordwestliche Wiude, doch
‘konnte die Reise in US 1 /:? Tagen gemacht und am 1. März um 4 h p. m. im Hafen
von Guaymas geankert werden.
Nachdem die Ladung gelöscht und das Schiff wieder seeklar war, waren
wir, in der Absicht die Rückreise nach Mazatlan anzotreteu, am Vormittage
des 24. März beschäftigt, das Schiff bei Windstille von der Eisenbahnpier ab
zuholen, als der Wind, der sonst während der ganzen Zeit unseres hiesigen
Aufenthalts zu dieser Tageszeit aus. NW bis WNW kam, plötzlich ans SWzW
frisch einfiel. Die Folge davon war, dafs das Schiff bei fallendem Wasser mit
der Breitseite auf den Mudd zu sitzen kam und erst um 7 b p. m. wieder flott
wurde und unter Segel gebracht werden konnte. Wegen der sehr flauen Briese,
die bald bis zur Windstille herabsank, iiefsen wir aber bei der Insel Pajaros
wieder den Anker fallen. Am folgenden Morgen gingen wir nm 4‘/s Uhr bei
sehr leichtem ENE-Winde wieder unter Segel und passirten darauf um 8 Uhr
Kap Haro. Nach viertägiger Fahrt wurde der Hafen von Mazatlan erreicht.
Nach Uebernahme von 85 Tonnen Silbererz versegelten wir am 31, März
nach San Blas, welches wir am 2. April nm 10 Uhr Vormittags erreichten,
und traten, nachdem auch hier noch einiges Erz für Mamburg geladen war, am
4. April um 9 h p. m. die Reise nach Tabo an der Südküste der Bai von Banderas
an, um daselbst etwa 100 Tonnen Tampiciran-Holz einzimehmen. Wegen