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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Bemerkungen über Freetown, Westküste von Afrika. 
Bemerkungen über Freetown, Westküste von Afrika.*) 
Nach dem Belicht S. M. Knbi. „Hyäne“, Kommandant Kapt.-Lieut, 2 eye. 
Die Einsegelung' nach Freetöivn ist so einfach, dafs man auch des 
Nachts keines Lootsen bedarf, und liegt es in der Absicht, den zur Zeit für 
Kauffahrteischiffe noch bestehenden Lootsenzwang aufzuheben. 
Von Norden kommend muís man bei Fluthstrom auf diesen zur Vermeidung 
des Mittel-Grundes gut Rücksicht, nehmen und hierzu das: Feuer des Kap Sierra 
Leone stets sorgfältig' in Peilung behalten, Hat man sich letzterem bis auf 
ca 500 m genähert, so wird man bereits die Lichter der Stadt Freetovm und 
das niedrige grüne Loiifener am Strande sehen, und kann mau mit rnw. SOzö'/sÖ- 
Kurs direkt auf den Ankerplatz steuern, das grüne Licht stets ‘/i bis l /s Strich 
an St-B. haltend, wobei man beständig über 18 m (10 Fad.) lotheu wird. Dio, 
wenn auch nicht sehr hohen, mit Buschwerk und einzelnen Bäumen bestandenen 
Lookout- und King Toms-Spitzen markiren sich immerhin auch in mittelhellen, 
mondlosen Nächten genügend, um sie erkennen zu können. Die östlich von 
letzterem Punkte in der Karte Tit. VI, No, 116 (Brit. Adm.-K. No, 616) ver 
merkte Telegiaphentoime wurde nicht vorgeftmden. 
Die in der obigen Karte innerhalb der 10-Fadenlinie angegebenen Anker 
plätze wird man bei dem regen Schiffsverkehr meist besetzt finden. S. M. 
Knbt. „Hyäne“ lag in 24 m Wasser, Sandgrund, gut in den mw. Peilungen 
King Toms Pt. W 3 /iN, Fort Thornton SzO. Letzteres, als Peilungsmark im 
„Africa Pilot“ angegeben, tritt namentlich für denjenigen, welcher zum ersten 
Mal nach Freetown kommt, schlecht hervor; nur die Dächer der in dem Fort 
liegenden Gouvernementsgebäudc: überragen die sie umgebenden Bäume. Ein 
besseres Mark bilden die Baracken, wie das wenig nördlich von letzteren liegende 
Hospital und dicht am Wasser die an der Waler-Street, zwischen Glo-muter 
arid George Str. liegende Kathedrale mit ihrem viereckigen Thurm. 
Der Abstand von dem Kohlenlager, welches sich jetzt wenig nördlich 
von dem früheren „Mjggionary Institution“ der Karte befindet und von dem aus 
die Kohlen lose in Prähmen von ca 60 Tons Gehalt durch Dampfboote längs- 
seit gebracht werden, war an dem eingenommenen Ankerplatz nicht größer 
als innerhalb der 18 m (10 Fad.)-Linie, Die etwas gröfsere Stärke des Stromes 
wurde reichlich durch den Vortheil aufgewogen, dafs der W T ind hier frischer, 
als in gröfsörer Nähe des Landes wehte. Dies war doppelt werthvöll bei der 
grofsen relativen Feuchtigkeit der Luft. Letztere, wie die Lufttemperatur, 
wurde nach den: vierstündigen Beobachtungen für die. Dauer des Aufenthalts vom 
1. bis 14. Dezember im Mittel, wie folgt, gefunden: 
Uhrzeii 
Lüfttemperatur 
Itelàtivê Fenchí 
4h a. m. 
26,9 Ö 0, 
92,0 O/o 
83' » 
26,9° „ 
92,8 „ 
12' „ 
28,5? „ 
90,6 , 
4 1 » p. in. 
28,4° „ 
89,9 » 
8 h ' „ 
27,«o „ 
90,6 * 
12h B 
26,90 
93,6 „ 
Das Maximum der Lufttemperatur betrug am Tage 29,*2° (12 h a. m. 
10. Dezember), des Nachts 27,8° (12 6 p. m. 7. Dezember). 
Im Uebrigen war das Wetter schön; der Himmel mäßig bewölkt. Nur 
an einem Vormittage kam ein Gewitter von verhältnifsmäfsig kurzer Dauer und 
geringer Stärke vor. Starker Thaufall trat bald nach Sonnenuntergang an 
jedem Tage auf. 
lieber den jährlichen Regenfall giebt die nachstehende, regierungsseitig 
veröffentlichte Tabelle Aufschluß: 
l ) „Africa Pilot“ Part I, 1885, Seite 198.
	        
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