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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

142

Berechnung  einer  GezeitentaM.

(124)

Korrektion  für  S„:

<ft  =—0/988n  ~  sin  (n<r  +  n  A'—-  ¿Tu)
1  311  —  Sn  cos  (n  rp  H-  n  A  —  fnX

Hiermit  sind  nun  alle  Tiden  berücksichtigt,  welche  wir  in  Methode  I
mitgenommen  haben  und  die  bis  jetzt  abgeleitet  worden  sind.
Nach  §  4  der  Abhandlung  von  Prof.  Darwin  ist  die  Gröfse
die  „halbmonatliche  Ungleichheit  in  Zeit“  und  die  Abweichung  des  Werthes
von  H  von  dem  mittleren  Werth6  oder  von  Vm?  +  S|  die  „halbmonatliche
Ungleichheit  in  Höhe“.  Wenn  keine  Seichtwasser-Tiden  vorhanden  wären,  so
müfsten  die  nach  den  Formeln  des  §  4  aus  den  harmonischen  Konstanten
berechneten  halbmonatlichen  Ungleichheiten  mit  den  aus  den  beobachteten
Zeiten  und  Höhen  abgeleiteten  überoiustimmon.  Haben  aber,  wie  das  meistens
der  Fall  ist,  die  aus  der  Abnahme  der  Wassertiefe  resultirenden  sogenannten
Seiohtwasser-Tiden,  die  Neben-  und  zusammengesetzten  Tiden,  eine  merkliche
Gröfse,  so  bedürfen  die  nach  §  4  berechneten  Werthe,  um  mit  den  beobachteten
Werthen  in  Uebercinstimmung  gebracht  zu  werden,  Korrektionen,  die  durch  die
Formeln  (120)  Ms  (124)  gefunden  werden.  Bezeichnen  wir  die  Summe  der  dt
und  dH  aus  diesen  Formeln  mit  Adt s  und  2'dH s>  so  wird  die  wahre  halbmonatliche ­
  Ungleichheit:
(125)  f  h '  Zeit  = S + - itä
I  in  H5he  =  J/M5  +  SI  +  2M 0 S_,  eos¥(A—f+«)  —  j/M|  +  SS-F  ¿’<fH 3

und  diese  Werthe:  sollten  nun  mit  den  durch  die  Beobachtungen  gefundenen
nähe  übereinstiminen.  Wenn  man  aus  den  beobachteten  halbmonatlichen
Ungleichheiten  die  Werthe  von  M,  S  und  £  —  ¡x  ableitet  und  damit  nach  den
Formeln  des  §  4  die  halbmonatlichen  Ungleichheiten  berechnet,  so  findet  man,
dafs  die  letzteren  Werthe  von  den  ersteren  in  systematischer  Weise  abweiehen
(siehe  z.  B.  in  diesen  Annalen  1876,  S.  473  ff.,  die  für  Wilhelmshaven  abgeleiteten
Werthe).  Hierfür  finden  wir  demnach  jetzt  als  Ursache  den  Umstand,  dafs  die
Seichtwasser-Tiden  merkliche  Werthe  haben.
Neu-  oder  Vollmond  findet  statt,  wenn  A  =  0  oder  —  180 0  ist.
Bezeichnen  wir  den  Werth  von  y,  welcher  diesem  Moment  entspricht,  mit  (p 0 ,  so

ist  die  sogenannte  „Hafenzeit“  (vulgar  establishment).  Ohne  Seichtwasser-Tiden ­
  wird  9> 0  gefunden  durch:

■g  %—  ,">  =

S a siii2(f—y)
M<j  -4-  Sj  fifts  2  ("f—  y)

Sind  die  Seichtwasser-Tiden  merklich,  so  ist:

(126)

Hafenzeit  =  1449^fn)

Ohne  Seichtwasser-Tideu  würde  ^,  492°  c ^ as  ul ' t ^ Gre  »Mondfluthintervall“
oder  die  „mittlere  oder  verbesserte  Hafenzeit“  (corrected  establishment)  sein.
Sind  aber  solche  vorhanden,  so  wird:
(127)  Mittleres  Mondfluthintervall  =*=  j4*492°  4-  ~  ^ ts  (®r  V  ** s  , u )-„Fluthwechsel“

  wird  der  Unterschied  des  Wasserstandes  bei  Hoch-  und
Niedrigwasser  genannt,  bei  Springfiuth  findet  der  höchste,  bei  Nippfluth  oder
tauber  Fluth  der  kleinste  Fluthwechsel  statt.  Erstere  findet  statt,  wenn
A  —  £  +  /£  =  0,  letztere,  wenn  A  --  C  -j-  /1  =  90°,  es  ist  daher  ohne  Seichtwasser-Tiden: ­

Fluthwechsel  bei  Springzeit  —.  2(M„  -f-  S.,)
„  „  Kippzeit  =  2(M  ,-j-  S,).
            
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