Kleine Notizen.
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beiden Schiffen noch für längere Zeit im östlichen Halbkreise. Erst östlich
von 28° W-Lg stellten sieh westliche Winde eia, welche die Schiffe rasch zum
Kanal führten. Unter den 35 Tagen, welche „Dora“ zur Ueberfahrt gebraucht
hatte, befanden sich nur acht, an denen kein östlicher Wind beobachtet worden
war. Unter den vier Schiffen der Liste, die ihre Reisen von am Golf von
Mexiko gelegenen Häfen antraten, ragt die Reise des „Oberbürgermeister von
Winter* durch ihre ungewöhnlich lange Dauer von 64 Tagen hervor. Es ist
diese lange Zeit jedoch augenscheinlich eine Folge der sehr geringen Segel-
Fähigkeit des Schiffes. So befand sich am Mittage des 16. Mai der „Ober
bürgermeister von Winter“ in 46,6° N-Br und 30,5 e W-Lg und gleichzeitig der
Mitsegler „Henry* in 46,6° N-Br und 30,8° W-Lg, und zwei Tage später war
der Standpunkt des erster en Schiffes in 47,2° N-Br und 25,5° W-Lg und der
des letzteren in 48,1° N-Br und 22,4° W-Lg. Während des 17. Mai legte der
„Oberbürgermeister von Winter“ nur 116 Sm zurück, gegen 201, welche „Henry*
gut machen konnte. Im Uebrigen wurden die Reisen der letzten drei Schiffe
durch die ungünstigen, schon bei „Dora“ und „Anna* hervorgehobenen Ver
hältnisse ebenfalls bedeutend verlängert.
(Sebfaft folgt.)
Kleine Notizen. 1 )
1. (D. S.) Berichte über das Antreffen von Eis im Süd
atlantischen Ocean, nördlich von Kap Horn:
a) Auf der Reise von San Francisco nach England passirte die deutsche
Bark „Schüler“, Kapt. C. Steinbömer, am 24. Oktober 1887 Kap Horn,
worauf bei schönem Wetter und nördlichem Winde, der aber kaum raum genug
war, uni Kurssteuern zu gestatten, die Reise fortgesetzt wurde. In der Folge
gerieth das Schiff am 29. Oktober in etwa 51,2'° S-Br und 48,1° : W-Lg in die
Nähe von Eis. Um 10 h a. in. wurde bei nebeligem Wetter ein 30 m hoher Eis
berg passirt. Am Nachmittage wurde die Eistrift zahlreicher. Um 4 h p. m.
in 61,2° S-Br und 47,5° W-Lg passirte man bei flauer nördlicher Briese und
regnerischem Wetter mehrere Eiastüekc, und um 7 h p. m. in 51,3° S-Br und
47,6° W-Lg hatte man drei greise Eisberge im Südwesten und viel kleines Eis
im Osten in Sicht. Aus diesem Grunde und weil dichter Nebel auftrat, war
es gerathen, um wenigstens für die Nacht der Gefahr aus dem Wege zu gehen,
mit dem nördlichen Winde nach Westen zu steuern. Im Laufe der Nacht holte
der Wind auf W und SW, wodurch es möglich wurde, nach N und NW zu
steuern. Mit Tagesanbruch passirte „Schüler“ zwei kleine Eisberge ijn Westen
und einen grofseu im Osten und am Vormittage dos 30. Oktober, bei frischer
südlicher Briese und schönem klarem Wetter, noch zehn grofse Eisberge (Eis
inseln) von ganz bedeutendem Umfange. Das letzte Eis wurde um Mittag in
etwa 50,2° S-Br und 49,5° W-Lg gesehen. Die Wässertemperatur von 3° bis
4° C. zeigte selbst in der unmittelbaren Nähe des Eises keine wesentliche
Aenderung.
b) Kapt. H. Hellwege von der deutschen Bark „Poncho“ macht über
das Antreffen von Eis in seinem meteorologischen Journal der Reise von
Iguique nach Hamburg folgende Bemerkung: Heute Morgen — am 19. November
1887 — im Südatlantischen Ocean, auf 49,2° S-Br und 46,2° W-Lg war bei
klarer Luft noch kein Eis von der Bramraa aus zu sehen; die Wassertemperatur
war von 4,3° C. um 4 h a. m. auf 7,8° 0. um 8 h a. m. gestiegen. Bald aber kamen
mehrere Eisberge in Sicht, von denen wir bis 12 Uhr Mittags auf 48,9° S-Br und
45,7° W-Lg 25 Stück passirten. Unter diesen befanden sich acht von bedeutender
J) Die mit (D. S.) lezftichueten Notizen sind von der Deutschen Seeioäfte eiugesendet.