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Vierteljahrs -Wetter-Bmulscha« der Deutschen Seewart«, Frühling 1885.
nrafste. Die Ursache dieser Störung war die stattgefundene Umformung des
vorher so günstig gelagerten Hochdruckgebietes. Es bildeten sich aus demselben
zwei kleinere Gebiete hohen Luftdrucks, die durch eine breite Furche tieferen
Luftdrucks, in welchem flache, sich in unregelmäßiger Bahn bewegende Nieder
druckgebiete auftraten, getrennt waren. (Siehe Karte Y.) Durch diese Ver
hältnisse wurden die Reisen beider Schiffe bedeutend verlängert. Dennoch
konnte „Johann Kepler“ New - York nach 40 tägiger und W. Wendt“
Philadelphia nach 35 tägiger Fahrt erreichen.
2. Reisen von West nach Ost.
Unter den nenn zu besprechenden Reisen, welche im Frühling 1885
zwischen nordamerikanischen Häfen und Europa ausgeführt wurden, fallen zwei
durch ihr» Kürze auf, während mehrere andere eine ungewöhnlich lange Dauer
hatten. Johanne“ und „Mozart“ erreichten den Kanal nach 18 und 19 Tagen,
während „Dwa“ und „Anna“ die Uebcrfahrt nicht unter 35 Tagen vollenden
konnten. „Magdalenedas erste der in der Liste angeführten Schiffe, gebrauchte
30 Tage, um von New-York aus nach Lizard zu gelangen. Die für dies schnell
segelndo Schiff recht lange Reise war eine Folge der östlich von 30° W-Lg
angetroffenen Ostwiude. Nachdem Magdalene“ bis zum 3. März, also in
12 Tagen, nach 30° W-Lg gesegelt war, gebrauchte sie, um von dort den
Kanal zu erreichen, noch 17 Tage. Der anhaltende Ostwind, welcher, wie an
anderer Stelle erwähnt, den südwärts bestimmten Schiffen so gelegen kam und
durch das im März so weit nach Nordosten reichende Hochdruckgebiet der
Karte II hervorgerufen wurde, verzögerte hier die Reisen aller nach Osten
bestimmten Schiffe bedeutend. Auch die Heimreise des von New-Orleans
kommenden „ Friedrich“ wurde durch diese Verhältnisse verlängert. „Magdcdene“
batte wahrend des ersten Theils ihrer Reise einen orkanartigen Sturm über
standen, der verursacht worden war durch jenes Niederdruckgebiet der Karte I,
welches sich vom 25. bis zum 27. Februar im westlichen Theile des Atlantik
mit grofser Schnelligkeit längs des Golfstromes nach Nordosten bewegte. Das
Schiff wurde von diesem, sich ganz rasch aus Stille entwickelnden Sturme
überfallen, als es sich am 26. Februar bei 39° N-Br in 48° W-Lg befand.
Der von Gewitter begleitete, für kurze Zeit als voller Orkan anftretende Wind
veränderte sieh dabei von S nach NW. Der Luftdruck sank bis auf 742 mm.
Recht gleichroäfsig, im Mittel von 24 Tagen, verliefen die Reisen der
nächsten drei Schiffe der Liste, die des „Diamant“, der „Maryland“ und
„Bertha“. Sie wurden auf ihren Fahrten von Stürmen nicht nennonswerth
beunruhigt und trafen, wenn auch östliche Winde nicht selten waren, doch
vorherrschend westliche Winde an. Am längsten aufgehalten wurde „Bertha“,
und zwar geschah dies, als sie sich schon auf den Aufsengründen vor dem
Kanal befand. Es webten dort vom 7. bis 10. April, in zum Tbeil stürmischer
Weise, Ostwinde, die eine Folge einer Barometerdepression waren, welche, von
Norden herkommend, auf südlicher Bahn nach Spanien vorrückte. (Siehe
Karte IV.) Die kürzesten Reisen von allen Schiffen dieser Liste vollendeten
„Johanne“, „Mozart“ und „OlhersSie verliefsen die Küste Nordamerikas am
Anfänge des April und erreichten den Kanal nach einer Fahrt von je 18, 19
und 22 Tagen. Dieselben verliefen, da fast nur westliche Winde angetroffen
wurden, in gleichmäfsiger, auch von keinem Sturme beunruhigter Weise. „Dora“
und „Anna“, die nächstfolgenden Schiffe, trafen von allen die ungünstigsten
Verhältnisse auf der Heimreise an. Als diese Schiffe die offene See erreichten,
fanden sie dort anhaltende Nordostwinde, die durch jeno eigenthümliche Zer-
reifsung des Hochdruckgebietes, wie sie Karte V zeigt, verursacht wurden.
Die beiden Mitsegler wurden dadurch nach Süden hin verdrängt. Nachdem sie
später für mehrere Tage durch westliche Winde begünstigt worden waren,
stellten sich am 6. und 7. Mai wieder Ostwinde ein, welche bei „Anna“ die
Stärke eines heftigen Sturmes erreichten, Diese Winde waren eine Folge des
Vorüberganges mehrerer, sich mit nur geringer Schnelligkeit bewegender Nieder
druckgebiete, welche nach Karte VI vom 1. bis 10. Mai im mittleren Theile
des Atlantik auftraten, und in deren nördlicher Hälfte die Schiffe sich befanden.
Da auch später noch ähnliche Verhältnisse vorkamen, hielt sieh der Wind bei