accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Vierteljahrs-Wetter-Rmi<ischan der Deutschen Seewatte, Frühling 1885. 125 
vollenden. Dasselbe befand sich am 1. Mai bei jener Insel, gerade als sieh ein 
flaches Niederdruckgebiet von Island her nach Süden bewegte. (Siehe Karte VI.) 
Bei den dadurch in höheren Breiten verursachten östlichen Winden konnte man 
in günstiger Weise bis zum 7, Mai nach 55° N-Br in 80,8° W-Lg vorrücken. 
Nach dieser Zeit wurden umlaufende Winde von mäfsiger Stärke vorherrschend, 
bei denen sich auch noch ein ziemlich befriedigender Fortgang erzielen liefs. 
Das sich sehr nördlich haltende Schiff gerieth am 16. Mai bei 49° N-Br und 
49° W-Lg in Sicht von Eisbergen, und wurden deren während der nächsten 
Tage noch eine grofse Anzahl gesehen. Am 8. Juni gelangte „Republik“ zum 
Hafen von New-York. 
Von der aus „Hermann Friedrich„Savannah„Amelia“ und „Palme“ 
bestehenden Gruppe von Schiffen suchten die ersteren drei zur Fahrt über den 
Ocean das Passatgebiet auf, während „Palme“ sich eben nördlich von demselben 
hielt. „Hermann Friedrichdas nach Wilmington bestimmte Schiff, wurde an 
fänglich durch westliche Winde zurückgehalten, die verursacht wurden durch 
ein sich auf östlicher Bahn nach Irland bewegendes Niederdruckgebiet. (Siehe 
Karte I.) Erst als sich von Westen her aufs Neue eine ähnliche Erscheinung 
näherte, die aber südlich vom Schiffe pässirte, liefs sich bei den nun eintretenden 
Ostwinden ein befriedigender Fortgang erzielen. Da später vom 10. März an 
durch die günstige, schon an anderer Stelle hervorgehobene Lagerung des 
Hochdruckgebietes im mittleren Theile des Atlantik sehr günstige Verhältnisse 
für vom Kanäle nach Süden bestimmte Schiffe geschaffen wurden, nahm die 
Beiso des „Hermann Friedrich“ von dieser Zeit an einen recht günstigen Verlauf. 
(Siehe Karte II.) Ohne neimenswerthe Unterbrechung wurde um 14. März in 
etwa 31,5° N-Br und 23° W-Lg das Passatgebiet erreicht und der ganze übrige 
Theil der Reise in ruhiger, befriedigend rascher Fahrt vollendet. Die Reise 
des Mitseglers „Savannah“ verlief anfangs ebenfalls nicht günstig. Leichte 
Westwinde hielten dieses Schiff, welches am 24, Februar Gibraltar passirt 
hatte, zurück, so dafs erst am 16. März die in 23,5° N-Br und 25° W-Lg an 
getroffene polare Passatgrenze überschritten werden konnte. Der Passat wehte 
dann später, infolge jener günstigen Lagerung des Hochdruckgebietes, frisch 
und beständig, und begleiteten östliche Winde das Schiff fast ganz bis zur 
Mündung des Delaware. 
Die nun folgende Reise, die der „Amelia“, ist die kürzeste der Passat 
reisen. Nachdem dies Schiff am 4. März das Mittelmeer verlassen hatte, 
wurde dasselbe zunächst durch Westwinde, dis von einem sich damals zur 
Strafse von Gibraltar bewegenden Niedordruckgebiet verursacht wurden, 
zurückgehalten. (Siehe Karte I.). Dieselben Verhältnisse beeinflufsten auch 
den Anfang der Reise des Mitseglers „Palme“, welcher das Mittelmeer am 
8. März verlassen hatte. Veranlagst durch ein anderes flaches Niederdruck 
gebiet, welches sieh vom 14. bis zum 20. März unweit der Nordwestküste 
Marokkos bemerkbar machte (siehe Karte II), erhielt „Palme“, das viel nörd 
licher stehende Schiff, früher Nordostwind, als die sich südlicher befindende 
„Amelia“. Doch wurde letzteres Schiff gleichzeitig von frischen, im südwest 
lichen Viertel des Niederdruckgebietes wehenden Nordwestwinden begünstigt. 
Es traf den später recht kräftig wehenden Passat am 18. März in der Nähe 
von 22° N-Br und 25,5° W-Lg an. Die erforderliche Länge wurde zwischen 
20° und 21° N-Br abgelaufen. „Palme“ ging dagegen nicht südlicher als bis 
zum Parallel von 28° N, fand hier aber entschieden nicht solch frischen Ostwind 
wie „Amelia“. Die Reisen der beiden Schiffe „Johann Kepler“ und „J. W. Wendt“ 
verliefen anfangs in sehr befriedigender Weise. Durch die günstige Lagerung 
des grofsen Hochdruckgebietes mittlerer Breiten (siebe Karte III) wurden Ende 
März und Anfang April im östlichen Theile des Atlantik nördliche Winde 
geschaffen, die später ungestört in den Passat übergingen. „Johann Kepler“ 
segelte bei ihnen in 11 Tagen vom Mittelmeere nach 23,4° N-ßr in 40° W-Lg 
und „J. W. Wendt“ in derselben Zeit nach 23,3° N-Br in 39,5° W-Lg. Westlich 
von 40° Länge wurde der Ostwind schwächer und nahm allmählich eine süd 
lichere Richtung an. Am 15. April, als „Johann Kepler“ sich in 23,2° N-Br 
und 54,1° W-Lg, „•/. W. Wendt“ in 23,1° N-Br und 45,6° W-Lg befaud, 
endete der Passat bei beiden Schiffen, worauf dann der ganze übrige Theil der 
Reise bei umlaufenden, meist südlichen und westlichen Winden vollendet werden
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.