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Vievieljabrs-Weiter-Etnidsehau der Deutschen Seewarte, Frühling 1885.
„Hedwig“ und die „Marie Louisedurch stürmische Westwinde zurückgehalten.
Von den beiden Mitseglern „Hedwig“ und „Matthias“ hatte der erstere
Amsterdam am 23. März, der letztere die Wesermündung einen Tag früher
verlassen. Am Mittage des 25. März hatte sich „Hedwig“ in 51,2° N-Br und
1,5° O-Lg und „Matthias“ in 52,2° N-Br und 3° O-Lg bofunden. Da der bis
dahin herrschende Ostwind hier endete und ein frischer Südwest wind an dessen
Stelle trat, entscblofs sich Kapitän Berckmamt, der Führer des „Matthiasnoch
für Fair Island abzuhalten, während Kapitän Minssen seiner Absicht, den Kanal
zu durchsegeln, treu blieb. Letzterer traf anfänglich ziemlich günstige Ver
hältnisse an, während „Matthias“ durch Gegenwinde weit nach Norden ver
schlagen wurde. Am 4. April Mittags befand sich dieses Schiff in 63,5° N-Br
und 2,5° W-Lg, also nordöstlich von den Färöer Inseln, während „Hedwig“
nach 47/7° N-Br in 15,1° W-Lg hatte vorrücken können. Der dritte Mitsegler,
»Marie Louise“, befand sich damals in 49,2° N-Br und 12,7° W-Lg. Am
folgenden Tage stellte sich bei den nördlich stehenden Schiffen die erwähnte
günstige Veränderung ein. Die Schiffsorte verschoben sich dann bis zum Mittage
des 12. April in der Weise, däfs „Ariadne“ nach 52° N-Br in 29° W-Lg,
„Matthias'* nach 54,2° N-Br in 26,4° W-Lg, „Hedwig“ nach 45° N-Br in
22° W-Lg, „Marie Louise“ nach 48,3° N-Br in 22,3° W-Lg und ein fünfter
Mitsegler „Alpina“, welcher Fair Island erst am 8. April verlassen hatte,
nachher aber ununterbrochen vom Ostwind begünstigt worden war, nach
55,7° N-Br in 19,7° W-Lg vorrückte. Nach dieser Zeit wurden jedoch alle
Schiffe und besonders die nördlicher stehenden, durch Gegenwinde zurück
gehalten, welche, wie aus Karte V ersichtlich, durch sich in unregeknäfsiger
Bahn bewegende Niederdruckgebiote hoher Breiten hervorgerufen wurden.
„Matthias“ liefe sich dadurch bewegen, nach Süden ahzuhaltcn, um später in
der Nähe vön 35° N-Br zu versuchen, nach Westen zu segeln. „Ariadne* und
„Alpina* wurden zwar auch bis zur direkten Boute abgedrängt, hielten sieh
jedoch in dieser, obgleich das letztere Sehiff dort in sechs Tagen nur zwei
Längengrade gut machen konnte. Am Mittage des 28. April befanden sich:
„Ariadne“ in 40° N-Br und 46° W-Lg, „Matthias“ in 30,8° N-Br und
34,8° W-Lg, „Hedwig“ in 39,2° N-Br und 41,7° W-Lg, „Marie Louise“ in
44,7° N-Br und 44,7° W-Lg und „Alpina“ in 41,2° N-Br und 42,5° W-Lg.
Das vorletzte Schiff, welches jetzt am weitesten nördlich stand, gerieth an
diesem Tage in die Nähe von Treibeis. Atn 1. Mai, in 45,3° N-Br und
48,5° W-Lg zählte man gleichzeitig nicht weniger als 32 Eisberge. Durch
dieses Antreffen und die dadurch bedingte vorsichtige Schiffsführung wurde das
Fortschreiten der „Marie Louise“ bedeutend verlangsamt. Nicht weniger
hindernd wirkten aber auch die angetroffenen Gegenwinde. Die etwa vier Breiten
grade südlicher stehende „Alpina“ wurde dagegen damals anfserordeutlich
begünstigt. Sie konnte am 30. April bei frischen Ost- und Südwinden 211 See
meilen zurücklegen, während »Marie Louise“ deren gleichzeitig nur 88 gut
machen konnte. Der Grand für diese verschiedenen Verhältnisse läfst sich
selbst in der Wetterkarte des: Atlantik für den 30. April kaum erkennen. Auf
dem letzten Beiseabseknitt trafen die beiden südlicher stehenden Schiffe —
denn auch »Heduiig“ legte denselben, der schon zu Anfang der Reise aus
gesprochenen Absicht folgend, südlich vom Golfstrome zurück — ungünstigere
Verhältnisse an, als die nördlicher stehenden Mitsegler. Diese Gegenwinde
wurden hervorgerufen durch die Niederdruckgebiete, welche in der ersten Hälfte
des Mai über dem und südöstlich vom Golfstrome auftraten. (Siehe Karte VII.)
„Ariadne“ und „Alpina“ erreichten den Delaware am 13., „Matthias“ am
22. Mai, während „Hedwig B am 17. und »Marie Louise“ am 14. Mai zum Hafen
von New-York gelangten. Am 13. Mai Mittags hatte sich dies letztere Schiff
in 39,7° N-Br und 71° W-Lg, „Hedwig“ dagegen in 33,8° N-Br und 71,6° W-Lg
befunden. Beide Schiffe wurden damals von demselben frischen Ostwinde
begünstigt, bei dem »Ariadne“ und „Alpina“ noch am nämlichen Tage den
Hafen erreichten. Bei »Hedwig“ hielt dieser Wind nicht lange genug an, um
das Schiff zum Hafen zu führen. Dasselbe wurde vielmehr noch mehrere Tage
durch nördliche und westliche Winde auf See zurückgehalten.
Die »Republik“, das letzte Schiff der Liste, welches der nördlichen Route
folgte, konnte die Reise Fair Island—New-York in günstiger Fahrt von 33 Tagen