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Verhalten von Marine-Chronometern feeS verschiedenen Fendit%keirsgj'flden.
entstanden zu sein schienen. — Hingegen wurde bei den Chronometern No, 1,
3 und 4 konstaiirt, dafs dieselben vollständig intakt seien,, wenngleich durch
die in einzelnen Stehllöchern an der dunkleren Färbung bemerkbare mangelhafte
Beschaffenheit des Oeles, welche sich auch in der verminderten Schwingungs
amplitude der Balance zu erkennen gab, eine Reinigung uothwendig gemacht
wurde.
Es ist nun sehr bemerkenswerth, dafs in den Gangformeln der in schlechtem
Zustande befindlichen Instrumente bei dem vierten Gliede das positive Vor
zeichen auftritt, während bei den übrigen das negative sich findet. Es ist
ferner auffallend, dafs gerade bei demjenigen Instrumente, welches während
der Untersuchung, sowie auch in dem späteren Verhalten die gröfsten Mängel
zeigte, Tiede280, dieser Koöfficient numerisch den gröfsten Werth annahm, und
gerade auch hier die Herabmiudcruiig der Summe der Fehlerquadrate durch
die Einführung des quadratischen Feuchtigkeitsgliedes relativ bedeutend war.
Man wird durch diese merkwürdige Gebereinstimmung der Thatsacben
der Beobachtung und der Rechnung unwillkürlich zu der Vermutkung geführt,
dafs die Empfindlichkeit der Chronometer gegen die Einflüsse der Feuchtigkeit
ganz wesentlich durch den inneren Zustand des Instrumentes, vor Allem durch
den Grad der Verunreinigung und der Rostbildung an der Spirale, bedingt wird.
Je mehr die Zersetzung der Metalltheile zunimmt, um so mehr wächst der
Koöfficient des quadratischen Feuchtigkeitsgliedes Im positiven Sinne, und
gerade eine Veränderung dieses Koefficienten ist wegen des Faktors (h'—b) 2
im Stande, bei extremen Feuchtigkeitsverhältnissen sehr bedeutende Beiträge
zur Gangformol zu liefern.
Es kann aber dieses Resultat nur mit aller Reserve ausgesprochen wer
den, weil — ganz abgesehen von den bereits oben erwähnten Zweifeln — bei
der geringen Anzahl der untersuchten Instrumente es sich dennoch hier um ein
Zusammentreffen von Zufälligkeiten handeln kann.
Als nächstes Resultat für die Technik dürfte sich aus dieser Untersuchung
die Erkermtnifs ergeben, dafs die Anbringung möglichst luftdichter Verschlüsse
an den für den Seegebrauch bestimmten Chronometern ein unbedingtes und
dringendes Erfordernilk ist. Denn, wenngleich die Bestimmung des Feuchtigkeits-
Koeffieienten auf dem Observatorium und die Berücksichtigung desselben bei
der Vorausberechnung des Chronometerstandes auf See eine gewisse Garantie
für die erhöhte Genauigkeit aller Bestimmungen gewährt, so hat doch die vor
stehende Untersuchung in überzeugender Weise dargethan, dafs die Gröfse des
Feuchtigkeits-Koefficienten unter Umständen selbst innerhalb kürzerer Zeiträume
sehr bedeutenden Veränderungen unterworfen ist, Veränderungen, welche wahr
scheinlich abhängig sind von dem Grade der im Innorn des Werkes eingetretenen
Rostbildung und Verunreinigung.