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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Verhalten von Marine-Chronometern feeS verschiedenen Fendit%keirsgj'flden. 
entstanden zu sein schienen. — Hingegen wurde bei den Chronometern No, 1, 
3 und 4 konstaiirt, dafs dieselben vollständig intakt seien,, wenngleich durch 
die in einzelnen Stehllöchern an der dunkleren Färbung bemerkbare mangelhafte 
Beschaffenheit des Oeles, welche sich auch in der verminderten Schwingungs 
amplitude der Balance zu erkennen gab, eine Reinigung uothwendig gemacht 
wurde. 
Es ist nun sehr bemerkenswerth, dafs in den Gangformeln der in schlechtem 
Zustande befindlichen Instrumente bei dem vierten Gliede das positive Vor 
zeichen auftritt, während bei den übrigen das negative sich findet. Es ist 
ferner auffallend, dafs gerade bei demjenigen Instrumente, welches während 
der Untersuchung, sowie auch in dem späteren Verhalten die gröfsten Mängel 
zeigte, Tiede280, dieser Koöfficient numerisch den gröfsten Werth annahm, und 
gerade auch hier die Herabmiudcruiig der Summe der Fehlerquadrate durch 
die Einführung des quadratischen Feuchtigkeitsgliedes relativ bedeutend war. 
Man wird durch diese merkwürdige Gebereinstimmung der Thatsacben 
der Beobachtung und der Rechnung unwillkürlich zu der Vermutkung geführt, 
dafs die Empfindlichkeit der Chronometer gegen die Einflüsse der Feuchtigkeit 
ganz wesentlich durch den inneren Zustand des Instrumentes, vor Allem durch 
den Grad der Verunreinigung und der Rostbildung an der Spirale, bedingt wird. 
Je mehr die Zersetzung der Metalltheile zunimmt, um so mehr wächst der 
Koöfficient des quadratischen Feuchtigkeitsgliedes Im positiven Sinne, und 
gerade eine Veränderung dieses Koefficienten ist wegen des Faktors (h'—b) 2 
im Stande, bei extremen Feuchtigkeitsverhältnissen sehr bedeutende Beiträge 
zur Gangformol zu liefern. 
Es kann aber dieses Resultat nur mit aller Reserve ausgesprochen wer 
den, weil — ganz abgesehen von den bereits oben erwähnten Zweifeln — bei 
der geringen Anzahl der untersuchten Instrumente es sich dennoch hier um ein 
Zusammentreffen von Zufälligkeiten handeln kann. 
Als nächstes Resultat für die Technik dürfte sich aus dieser Untersuchung 
die Erkermtnifs ergeben, dafs die Anbringung möglichst luftdichter Verschlüsse 
an den für den Seegebrauch bestimmten Chronometern ein unbedingtes und 
dringendes Erfordernilk ist. Denn, wenngleich die Bestimmung des Feuchtigkeits- 
Koeffieienten auf dem Observatorium und die Berücksichtigung desselben bei 
der Vorausberechnung des Chronometerstandes auf See eine gewisse Garantie 
für die erhöhte Genauigkeit aller Bestimmungen gewährt, so hat doch die vor 
stehende Untersuchung in überzeugender Weise dargethan, dafs die Gröfse des 
Feuchtigkeits-Koefficienten unter Umständen selbst innerhalb kürzerer Zeiträume 
sehr bedeutenden Veränderungen unterworfen ist, Veränderungen, welche wahr 
scheinlich abhängig sind von dem Grade der im Innorn des Werkes eingetretenen 
Rostbildung und Verunreinigung.
	        
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