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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Verhalten von Marine-Chronometern bei verschiedenen Feuehtigkeitsgraden. 
Hauptgebäude der Seewarto transportirt und zunächst einige Tage, bis die 
weiteren vorbereitenden Versuche die vollkommene Zuverlässigkeit des ganzen 
Prüfungsapparates dargethan hatten, auf einem Tische im Lichthofe aufgestellt. 
Kurz vorher waren aufserdem die bei den Chronometern No. 1 bis 4 angewendeten 
luftdichten Verschlösse (Modell Peters-Kiel) durch den Uhrmacher der See 
warte abgenommen und die Instrumente in der Cardanischea Aufhängung neu 
balancirt worden. Es wurde mit dieser Aenderung der Zweck verfolgt, dafs 
während der Dauer der Untersuchung ein schnellerer und leichterer Austausch 
zwischen der umgebenden Luft und der Luft Im Innern des Chronometergehäuses 
stattfinden und damit eine unmittelbare Einwirkung des zur Zeit angewendeten 
Feuchtigkeitsgrados auf deu Gang des Instrumentes erreicht werden möge. 
Der Plan für die als Grundlage der ganzen Untersuchung dienenden 
Beobachtungen war nun in folgender Weise organtsirt worden. — Die absoluten 
Bestimmungen des Feuchtigkeitsgehaltes der Luft im Innern des Früfungs- 
apparates wurden täglich zwischen 2 und 2Vs Uhr Nachmittags mit Hülfe des 
oben erwähnten RegnaultVcheu Kondensations-Hygrometers ausgeführt und 
durch gleichzeitiges Ablesen der beiden Koppe’schen Haar-Hygrometer deren 
Korrektionen festgestellt. Als Thaupunkts-Temperaturen sind hierbei die Mittel 
aus den Ablesungen beim Beschlagen und Verschwinden des Thaues, welche 
nie um mehr als 1° von einander verschieden waren, angenommen worden. — 
Es zeigte sich nun bald, dafs das Haar-Hygrometer No, 1 das bei Weitem 
empfindlichere Instrument sei, dafs es bedeutend schneller als Ho, 2 jeder Ver 
änderung folge, und seine Korrektion lediglich Schwankungen unterworfen sei, 
welche für lange Epochen innerhalb der Grenzen der Beobachtungs-Genauigkeit 
der absoluten Bestimmungen lagen. Es wurden deshalb bei den definitiven 
Reduktionen aussehliefslich die Ablesungen des Hygrometers No. 1 zu Grunde 
gelegt, und als Korrektion der Ablesungen an diesem Instrumente Mittelwerthe 
benutzt, welche für gröfsero Zeiträume durch mehrfache Bestimmungen gewonnen 
waren, — Die angewendeten Korrektionen waren die folgenden: 
1888 Januar 26 bis April 24 — 1,0 °/o 
„ April 25 „ Mai 4 —1,5 „ 
„ Mai 5 „ Mai 14 — 3,5 „ 
„ Mai 15 „ Juni 4 — 2,4 „ 
Zur Ermittelung der mittleren täglichen Feuchtigkeiten wurden dann die 
Ablesungen des Koppe’schen Haar-Hygrometers No. 1 verwendet. Diese Beob 
achtungen sind je nach deu Schwankungen der Feuchtigkeit im Innern des 
Apparates in gröfseren oder kleineren Intervallen ausgeführt worden, und wur 
den später bei der Reduktion der Beobachtungen in den Fällen, wo während 
eines Tages bedeutende Schwankungen stattgefunden hatten, die Mittelwerthe 
auf graphischem Wege gebildet. 
Als Grundlage für die Standbestimmungen der bei der Untersuchung 
benutzten Chronometer dienten die an den Meridian-Instrumenten der Hamburger 
Sternwarte ausgeführten Zeitbestimmungen, und geschah die Üebertraguug der 
Zeit von der Sternwarte zur Seewarte mit Hülfe von Chronometer und Telephon. 
Die von der Sternwarte aus gegebenen Zeitsignale wurden direkt auf den im 
Lichthofe stehenden Chronographen übertragen, dessen Sekunden-Kontaktc durch 
die im Keller der Seewarte befindliche Pendeluhr Knoblich 2Ö9Ö gegeben wur 
den. Die Vergleichung der Chronometer mit der Pendeluhr wurde dann gleich 
falls auf chronographischem Wege ausgeführt. 
In dieser Weise wurden die folgenden, die mittleren Temperaturen, die 
mittleren Feuchtigkeiten, sowie die Stände und doppeltägigen Gänge der sechs 
Chronometer enthaltenden Tabellen gewonnen, welche dann als Grundlagen für 
die weitere rechnerische Verwendung und Diskussion des Beobachtungs-Materiales 
gedient haben. — Es möge noch bemerkt werden, dafs als mittlere Tages- 
Teroperatur das Mittel der täglichen Ablesungen am Maximum- und Minimum- 
Thermometer angenommen worden ist,
	        
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