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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Verhalten von Marine-Chronometern hei verschiedenen Feacinigkeifsgraden, 
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durch eine vertikale Scheidewand in zwei ungefähr gleiche Abtheilungen ge- 
theilt, und war der linksseitige Raum, welcher speeiell zum Aufenthalte der 
Chronometer dienen sollte, mit Zinkblech ausgesehlagcn worden. Die Nietlüeher 
und Nägel waren, um auch hier den Eintritt der Aufsenluft zu vermeiden, ver 
kittet und laekirt. Der Deckel, welcher mit einem Schlofa, mit Messinghake», 
Scharnieren, Stützstangen und einem seitlichen UeberfaH versoheu war, schlofs 
in Verbindung mit den auf der Oberkante der Seiten wände eingelassenen 
Kaut Schuheinlagen den Kasten hermetisch ab. Um die Beobachtung der im 
Innern aufgestellten Instrumente zu ermöglichen, waren in den Deckel, sowie 
in die Vorderwand grofse Glasscheiben eingesetzt, welche — aufser zu den 
Zeiten der Beobachtung — zur Vermeidung aller schnellen Temperaturänderuugeu 
mit einem dicken weifsen Flanell-Laken überdeckt wurden. — In jeder der 
beiden Abtbeilungen des Kastens waren je zwei Koppe’scho Haar-Hygrometer, 
anfserdem in dem linksseitigen Raume ein Aneroid-Barometer, sowie ein Mnximum- 
und Minimum-Thermometer aufgestellt. 
In der rechten Abtheiiung lagen neben einander auf Holzböcken sechs 
starke, mit Chlorcalcium (in Brocken) gefüllte Glascylinder, nnd war die Ver 
bindung zwischen ihnen und der linken Abtheiiung durch Metallröhren her 
gestollt. Die Glascylinder verjüngten sich auf der rechten Seite und konnten 
hier mit Hülfe von Glashäbuen abgeschlossen werden. 
In der linken vertikalen Seitenwand des Kastens befanden sich noch 
zwei mit röhrenförmigen Metallansäfzen versehene Durchbohrungen, deren eine 
zum Anschrauben des Schlauches einer Bunsen’schen Säugpumpe und deren 
andere zum Einströmen von Wasserdampf bestimmt war. — Die Erzeugung des 
Wasserdampfes wurde mit Hülfe eines Kupferkessels vorgenommen, welcher im 
Keller der Seewarto, aber in unmittelbarer Nähe des Lichthofes aufgestellt 
war. An dem Kessel waren aufser dem Dainpfabzugsrohr noch ein Wasserstands 
messer, ein Trichter mit Halm zum Einfüllen von Wasser sowie ein Sicherheits 
ventil angebracht, Als Heizmaterial diente Gas, welches aus einem Bunsen’schen 
Brenner ausströmte. Kurz vor dem Eintritte des Dampfrohres in den Kasten 
befanden sich eine Vorrichtung zum Ablassen von kondensirtem Wasser sowie 
ein Hahn, durch welchen dis Dampfeinströmung regulirt werden konnte. 
In der linken Abtheiiung des Prüfungskastens waren aufserdem an den 
Seitenwänden mehrere Tröge von Eisenblech aufgehängt, welche — ebenso wie 
hineingesetzte flache Schalen — mit gereinigtem Chlorcalcium gefüllt wurden, 
wenn geringe Feuchtigkeitsgrade erzielt werden sollten. Um zu verhindern, 
dafs das Salz direkt mit dem Metall in Berührung kommen uud dasselbe an 
greifen konnte, waren die Tröge im Innern mit Glasplatten ausgelegt, welche 
durch Wachs in ihren Lägen festgehalten wurden. 
Im Vordergründe der linken Abtheiiung befand sich weiter das für die 
Bestimmung der absoluten Feuchtigkeit benutzte Rcgnault’sche Kondensations- 
Hygrometer, und zwar war eine solche Einrichtung getroffen worden, dafs mit 
Hülfe einer Glasröhre, welche aus der Kasteuwand hervorragte, die Füllung 
des Goldgefäfses mit Schwefeläther vorgenommen werden konnte, ohne dafs die 
Aufsenluft mit der Luft im Innern des Prüfungsraumes kommunicirte. Durch 
eine zweite Röhre, welche an der Vorderseite in die Wandung des Kastens 
eintrat, und welche durch einen Gummischlauch mit einem Doppelaspirator ver 
bunden war, wurde die Verdampfung des Aethers bei den absoluten Feuchtigkeits- 
bestimmungeu bewirkt. 
Dieser Apparat konnte nun zur Herstellung aller Feuehtigkeitsgrade ver 
wendet werden. Um sehr hoho Feuchtigkeiten zu erzeugen, wurden — nach 
Entfernung aller Chlor calci umgefäfse — Wasserdämpfe in den Kasten getrieben 
und flache mit Wasser gefüllte Gefäfse im Innern des Prüfungsraumes aufgestellt. 
Um die Luft auszutroekneu, wurden andererseits die in beiden Abtheilungen 
befindlichen, zur Aufnahme von Chlorealcium bestimmten Schalen gefüllt, und 
mit Hülfe des Bunsen’schen Pumpwerkes die Luft der linken Abtheiiung durch 
die in den Glascyliudern der rechten Abtheiiung vorgetrocknete Luft ersetzt. 
—- In dieser Weise ist es gelungen, während der Dauer der Untersuchung die 
Luftfeuchtigkeit von 25 % bis 94 % zu variiren. 
Die oben genannten, für die Untersuchung bestimmten Chronometer wur 
den am 17. Januar 1888 in gehendem Zustande von der Abtheiiung IV zum
	        
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