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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Beiträge zur Meteorologie und Océanographie des Rothen Meeres etc. 
Der mittlere Barometerstand variirt von 764,53mm (30,1" engl.) im 
Golf von Suez bis 761,23 mm (29,97" engl.) auf ungefähr 15° N-Br, was einen 
Gradienten von 3,30 mm auf 1100 Sm ergiebt. Ein zweites Maximum von 
763,41 mm (30,06") liegt im östlichen Theil des Golfs von Aden. 
Die Temperatur der Luft schwankt zwischen 17,8° C. im Golf von 
Suez und 26,1® C. in 16° N-Br. Im Golf von Aden beträgt die mittlere 
Temperatur ca 25,0®. 
Der Strom läuft gewöhnlich nach West im Golf von Aden und nach 
NNW im Rothen Meere, seine Geschwindigkeit beträgt selten mehr als 1 Kn, 
in der Regel weniger als l /s Kn. 
Die Temperatur des Wassers nimmt von 18,2° im Golf von Suez 
bis 26,1° auf 19° N-Br zu, von hier südwärts und im Golf von Aden beträgt 
sie 25® bis 26° und ist l /2° bis 1° höher als die der Luft. 
Das mittlere speeifische Gewicht des Seewassers nimmt von 1,0314 
im Golf von Suez ganz regelmäfsig bis 1,0270 im Golf von Aden ab. 
Während des Südwest-Monsuns (Juli) steht gewöhnlich über dem 
ganzea Rothen Meer nördlicher oder nordwestlicher mit dem Vordringen nach 
Süden westlicher werdender Wind, im Golf von Aden herrscht westlicher und 
südwestlicher Wind vor. Die mittlere Windstärke ist fast überall dieselbe, 
Stürme sind nur im Golf von Suez und von Aden, in letzterem die stärksten 
beobachtet worden. Die Windstillen sind in dieser Jahreszeit ungefähr doppelt 
so häufig als im Januar und bilden 15 pCt. der ganzen Windbeobachtungen. 
Der mittlere Barometerstand betrug im Juli ca 8 mm weniger als im 
Januar, er schwankte von 756,6 mm (29,79") im Golf von Suez bis zu 754,0 mm 
(29,67") bei Aden; der Gradient zwischen dem südlichen und nördlichen Theil 
des Röthen Meeres bleibt ungefähr derselbe, doch verschwindet das Minimum 
auf 15° N-Br und der verhältnifsmäfsig hohe Luftdruck im Golf von Aden. 
Die Temperatur der Luft schwankt im Mittel von 27,8° im Golf von 
Suez bis 32,2° im südlichen Theil des Rothen Meeres, bei der Annäherung an 
Perim nimmt sie schnell ab und erreicht bei Aden ein zweites Minimum 
von 28,9°. 
Der Strom ist in dieser Jahreszeit aufserordentlieh schwach im Röthen 
Meere, zwischen 17° und 20° N-Br nach südsüdöstlicher, im Norden nach nörd 
licher Richtung setzend. Durch die Strafse von Bab el Mandeb läuft eine 
Strömung vom Rothen Meer nach dem Golf von Aden, im letzteren an der 
arabischen Seite ein starker Ost-Strom, an der afrikanischen Seite dagegen ein 
schwacher westlicher Strom. 
Die Temperatur des Wassers nimmt von 25,0° im Golf von Suez 
bis 31,7° im südlichen Theil© des Rothen Meeres zu, fällt dann aber wie die 
Lufttemperatur plötzlich in der Nähe von Perim wieder auf 29° C. und erreicht 
ein Minimum von 27,2° bei Aden, östlich davon noch bis zu 29,5° wieder 
steigend. 
Das speeifische Gewicht des Wassers variirt von 1,0310 im Golf 
von Suez bis 1,0267 bei Aden, und nimmt östlich dann wieder etwas zu. 
Winde und Strömungen folgen in beiden Jahreszeiten dem Luftdruck 
resp. dem specifischen Gewicht und der Temperatur. Die nördlichen Winde, 
welche das ganze Jahr hindurch im nördlichen Theil© des Rothen Meeres vor 
herrschen, entsprechen dem stets hohen Luftdruck über dem Golf von Aden. 
Die winterlichen Südwinde im südlichen Theil des Rothen Meeres hängen mit 
dem niedrigen Barometerstände ven 761,23 mm in 15° N-Br gegenüber dem 
höheren von 763,41 mm im Golf von Aden zusammen, in welchem letzteren 
östliche Winde vorherrschen. 
Die gröfste Stärke der südlichen Winde im Januar ist ,dem steileren 
Gradienten zwischen dem Gebiete höheren Luftdrucks im Golf von Aden und 
niederen Luftdrucks auf 15° N-Br, verglichen mit dem Gradienten zwischen dem 
letzteren Gebiete und dem des Golfes von Suez, zuzuschreiben. 
Der niedrige Luftdruck im südlichen Theile des Rothen Meeres hängt 
augenscheinlich mit der hier stets herrschenden hohen Temperatur zusammen. 
Beim Kap Guardafui ist für die Schiffahrt die Zeit des Südwest- 
Monsuns, von April bis September, die unangenehmste und gefährlichste, weil 
während dieser Zeit hier Stürme vorherrschen und starke Strömungen, Nebel
	        
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