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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Aus dem Reiseberichte S. M. Knbt. „Hyäne“. 
Meteorologische und oceanographische Beobachtungen S. M. Knbt, 
„Hyäne“, Kommandant Kapt.-Lieut. Zeye, auf der Rhede von Porto 
Grande und auf der Reise von dort nach Freetown. 
Während des Aufenthaltes S. M. Knbt. „Hyäne“ iu Porto Grande am 
24, Oktober v. J. wurde bei nördlichem (vorher nordöstlichem) Winde das 
ganze Land in einen dichten Schleier von gelblichem Staubnebel gehüllt. 
Am Abend desselben Tages verliefe das Kanonenboot die Rhede mit 
NNE-Wind, Stärke 3, welcher während der Fahrt zwischen St. Vincent und 
S. Antonio bis zur Stärke 4 auffrischte. Als das Kanonenboot 4 Sm in Lee 
von St. Vincent war, schwankte der Wind zwischen ENE und ESE, in Stärke 
zwischen 3 bis 5 wechselnd, und wurde später, als sich das Fahrzeug 20 Sm 
westlich von Sta Lucia und 40 Sm westlich von S. Nicholas befand, ENE und 
NE: mit Stärke 4. Wegen der östlichen Winde und des mit 0,9 Sm pro Stunde 
nach S13° W setzenden Stromes wurde St. Jago nicht auf der Luvseito, 
sondern auf der Westseite passirt. In 20 Sm Entfernung von dieser Insel 
wurde der Wind NNElich mit Stärke 3, welche bis zum SW-Kap dieser Insel 
anhielt. Hier stellten sich am Vormittage des 26. Stillen und leichte NWliche 
Winde ein. Es wurde daher um 2 h p. m. die Maschine in Gebrauch genommen. 
20 Sm südwestlich von Porto Praya kam dann NE-Wind mit Stärke 4 dux’Cli. 
Am folgenden Morgen war die Luvseite der Takelage, namentlich zwischen 
Mars und Bramsaling, mit röthli eh - braunem Staub bedeckt. Innerhalb der 
Inseln, welche wegen der diesigen Luft nicht gesichtet wurden, hatte der 
Strom rw. S 75° W 0,7 Sm pro Stunde gesetzt. Am Vormittag des 28. wurde 
der Wind, nach ENE drehend, allmählich flauer und hatte am Nachmittage nur 
noch die Stärke 1. Da eine ans S kommonde Dünung bis zur Stärke 3 zunahm, 
und in der genannten Dichtung starkes Wetterleuchten stattfand, liefs sich von 
dort frischer Wind erwarten. Es wurde daher ein etwas südlicherer Kurs als 
der nach Freetown direkt führende genommen. Der Wind behielt jedoch die 
selbe Richtung und Stärke und frischte erst am Vormittag des 29. bis zur 
Stärke 3, aus NzE wehend, auf. Am Morgen des 30. trat aber völlige Wind 
stille ein mit wieder abnehmender Dünung, und wurde dann direkter Kurs auf 
Freetown gesteuert, woselbst das Kanonenboot am 1. Dezember 7 h 50 ra p. m. 
ankerte. 
Der Strom, welcher zwischen den bWe’schen Inseln durchschnittlich 
rw. S 75° W, 0,7 Sm pro Stunde gesetzt hatte, war außerhalb derselben in 
Richtung und Stärke sehr unrcgclmäfsig. Während derselbe bis Mittag des 
1. Dezember unbedeutend gewesen war, hatte er von da bis kurz nach Sonnen 
untergang, als das Kanonenboot das Feuer von Kap Sierra Leone in ca 8 Sm 
Abstand sichtete, eine Geschwindigkeit von 2,6 Sm pro Stunde und setzte nach 
S81°E. Wiederholt wurden Stromkabbelungen beobachtet, eine derselben 
wurde bemerkt, als das Kanonenboot die Bank erreicht hatte. Die Farbe des 
Wassers änderte sich mehrmals, ebenso fand eine Aenderung der mittleren 
Temperatur des Wasser, welche übrigens wenig mit der Luft differirte, statt. 
In der folgenden Tabelle sind die Strömungen und mittleren Temperaturen 
des Seewassers und der Luft zusammengestellt. Die Temperaturen sind aus 
vierstündlichen Mitteln abgeleitet.
	        
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