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Berechnung einer Gezeiteatafel.
Erklärung der Zeichen:
«, 4, «„ d„ die Rektascension und Deklination des Mondes und der Sonne beim
Durchgang des Mondes durch den Meridian.
A — a — a,, die wahre Sonnenzeit der Mondkulmination atn Beobachtungsort.
57 3°
<F, die Deklination des Mondes zur Zeit t tg 2(x—¡x) (meistens der
Kulminationszeit vorangehend).
P, P,, das Verbaltnifs der Parallaxen von Mond und Sonne zu den mittleren
Parallaxen dieser Gestirne.
57 3°
P', das Verhältnis der Mondparallaxe zur Zeit % tg2(/x—v) (meistens
der Kulminationszeit vorangehend),
•r, die seit der Mondkulmination verflossene Zeit in Stunden mittlerer Sonnenzeit.
T, dieselbe Zeit, durch Multiplikation mit 14,492° in Bogen verwandelt.
J, eine solche Deklination, dafs cos J 1 — dem Mittelwerth aller eos<P ist;
J hat eine 19jäbrige Periode.
eine solche Deklination, dafs cos — dem Mittelworth aller eos 4? ist.
e, e J( die Excentricität der Mond- bezw. der Erdbahn; a die mittloro Bewegung
des Mondes, ß diejenige des Perigäums der Mondbahn.
21« _ Nf, _ L,, _ cos^/ 2
m N ~ L “ cos J\
M 2 , S 2 , K a , N, L, T, R, die mittleren halben Amplituden H der in der
harmonischen Methode so bezeiehneten Tiden. Die durch die
harmonische Analyse gefundenen Retardationen sind: 2« für M,, 2f
für S 5 , '2x.,' für K 2 , 2v für N, 2A für L und 2f für T und R.
Endlich tg 2s = ?? Sm 41; -r ist in demselben Quadranten zu nehmen,
JN COS uV ■— Ju COS Z A
in dom 2v liegt.
§ 4. Zusammenziehung verschiedener Glieder.
Betrachten wir die beiden Hauptglicder der obigen Ueborsicht:
M„ ccm 2(T —,«) 4- Sj,cos 2{T + A — i).
Dieselben können auf die Form:
H oos 2(T— t,-)
gebracht werden, wenn wir setzen:
II cos '2(u — cp) — M„ 4- S., cos 2(A — f -t- ,u)
H *in 2(a — tf) — sin 2 (A ■— f — ;/).
Berechnen wir tp für die Zeit der Mondkulmination nach der Formel:
2(A — Z 4- ¡x)
g2( ‘“ ¥) M t ,+ S 2 cos2(A = f4-ii)
so ist das in dem Verbältnifs von 14,492° auf die Stunde in Zeit verwandelte <p
in erster Annäherung das Zeitintervall zwischen der Mondkulmination und dem
Hochwasser, Der Winkel <p ± 90° in gleicher Weise in Zeit verwandelt giebt
das nach und vor Hochwasser fallende Niedrigwasser, und <p + 180° giebt ein
zweites Hochwasser, Die Hoch- und Niedrigwasser sind auf die nächste
Mondkulmination zu beziehen.
Die Erhebung des Wassers über oder die Erniedrigung unter den
mittleren Stand wird in erster Näherung gegeben durch:
H = + äi+ 2M 0 $.,eos2(A — £ +
Die Veränderlichkeit der Zeit und Höhe von Hochwasser, welche durch
die Veränderlichkeit von ip hervorgebracht wird, wird die „halbmonatliche
genannt.
Der Zeitraum
■ >i
wird das
Ungleichheit“ in Zeit und Höhe Q
„Alter der Gezeiten“ genannt, weil es das mittlere Zeitintervall ist, um welches
die Springfluth später eintritt als Neu- oder Vollmond.
(Schlafs folgt.)