accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

92 
Berechnung einer Gezeitentafel. 
Mit dieser Tabelle können die Tiden MS, 2MS, 2SM, sowie 
die Nebentiden M<t, Me, S*, S$ vereinigt werden, da dieselben 
ebenfalls nur das Argument s — h vo — £ resp. <p — (x, welches 
von jenem abhängt, haben, 
b) Sechs Tabellen über dtp und dH für die halbtägigen Tiden; 
K2, N, L, v + X, T und R. Die Tiden v und X lassen sich, da 
sie dasselbe Argument haben, zusammenfassen. 
c) Vier Tabellen über dtp und dH für die eintägigen Tiden: Ki, 
0, P und J + Qi welche letzteren ebenfalls dasselbe Argument 
haben und daher zusammengefaM werden können. 
4. Mau entnimmt nun diesen Tabellen mit dem Argument s — h-J-ty- £ 
resp. mit dem Argument der Tide und s — h -f- f 0 — % die Gröfsen tp — fx, H, 
dtp und dH und addirt dieselben algebraisch zu t resp. A 0 , um die Zeit T und 
die Höhe H des Hochwassers zu erhalten. 
Wie weit man die speeiellen Hülfstabellen ausdehnen will, wird von dem 
Ermessen des Rechners abhängen; es erscheint, um der Tabelle keine zu grofse 
Ausdehnung zu geben, angemessen, wenn man für das Argument der betreffenden 
Tide von 5° zu 5° und für das Argument s —■ h -f- v 0 — £ von 10° zu 10° resp, 
von l h zu l h fortschreiten würde. Die Berechnung dieser Tabellen ist eine 
ziemlich weitläufige und umständliche Arbeit, da sie aber nur einmal gemacht 
zu werden braucht, so würde dies kein Grund sein, von der Anwendung der 
Methode abzusehen, wenn nicht andere Umstände wären, die sie weniger bequem 
und genau erscheinen lassen, wie die direct© Methode X. 
Wir haben bisher nichts darüber gesagt, wie man die Faktoren y- 
berüoksichtigen kann. Dies geschieht in derselben Weise, wie unter I aus 
geführt wurde, indem man die aus den Tabellen entnommenen Zahlen mit diesem 
Faktor multiplicirt. Einzig für tp — ß und H wird man, wegen der Grofse 
dieser Zahlen, vielleicht anders verfahren müssen, weil der Faktor f sowohl im 
Zähler wie iru Nenner der Formel für tg 2 (tp — tx) und aufserhalb wie unter 
dem Wurzelzeichen in der Formel für H vorkommt. Ob man auch hier eine 
Tabelle mit doppeltem Eingänge (s — h -f- r„ — '§ und J) konstruiren will, oder 
es vorzieht, mit dem jeweiligen f eine besondere Tabelle für die Zeit der 
Gezeitentafeln zu berechnen, mufs dem Ermessen des Rechners überlassen 
werden. In allen anderen Fällen genügt es, das FI einfach mit f zu multipliciren. 
Ueber die Fehler, welche man begeht, wenn man, um sie mit S2 in der Tabelle 
für tp — ¡x und II zu vereinigen, für Mi, 84, Mß, MS, 2MS und 2SM denselben 
Faktor -jr anwendet, haben wir uns schon unter I, 8 ausgesprochen. 
Bezüglich der Anwendung der Hülfstabellen für dtp und dH ist noch eine 
Bemerkung zu machen. In den Formeln (34) bis (38) komme» die Gröfsen <p 
und H resp. tp — u und H vor und haben wir bisher darunter die aus (28) 
folgenden Werthe verstanden, was auch richtig ist, so lange aufser M2 und S2 
nur noch eine Tido KJ* vorhanden ist. Werden aber mehrere dieser Tiden 
berücksichtigt, so sieht man leicht, wenn man successive zu Hi C03 2 (& — tp — dtp) 
die andern Tiden in derselben Weise wie in (29) hinzufügt, dafs man eigentlich 
w -f- 2dp und H -f- AMI in den Formeln (34) bis (38) benutzen sollte. Da es 
aber unmöglich ist, im Voraus den Korrektionen aller Tiden Rechnung zu tragen, 
so mufs man sich damit begnügen, die Tabellen für dtp und dH unter der 
Voraussetzung 2dtp und AMI = 0 zu berechnen. Im Allgemeinen wird dadurch, 
dass auf 2d<p und AdH keine Rücksicht genommen wird, kein grofser Fehler 
hervorgerufen, ausgenommen, wenn die eintägigen Tiden sehr grofs sein sollten, 
dann kann tp — <1 -f- Sdtp von tp — u und H -j- A<M1 von H so stark abweichen, 
dafs es nöthwendig werden kaun, für jede Tide noch eine von 2dtp und AMI 
abhängige Korrektion anzubringen. Es liegt auf der Hand, dafs dies eine sehr 
lästige Operation sein würde, die aber, wie schon erwähnt, nur in seltenen 
Fällen nöthig sein wird. 
Aus dem Gesagten wird man sich unschwer ein Bild machen können, 
welche der beiden Methoden I oder II den Vorzug verdienen werde. Mancher 
wird wohl geneigt sein, dem zweiten Verfahren den Vorzug zu geben, weil es
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.