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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Ortsbestimmung aus beliebig vielen Höhen, 
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eo würden doch erst 100 solcher Beobachtungsreihen genügen, um die Genauig- 
keit bis auf den zehnten Theil einer Minute zu treiben. Ferner kann dieser 
Schlufs sich auch immer nur beziehen auf die zufälligen kleinen Fehler bei 
gleich guten, also mit gleicher Sorgfalt, unter denselben günstigen Umständen 
an estellten Beobachtungen, während konstante und systematische Fehler, kleinere 
und größere, aus unbekannten Ursachen entspringend, erfahrungsmäfsig auch 
gewöhnlich eingreifen werden und die sonst mit der Vermehrung der Beobach- 
tungen zu erwartende unbegrenzte Genauigkeit doch nicht erreichen lassen, Die 
Berechnung des wahrscheinlichsten Ortes aus einer sehr langen Reihe von 
mangelhaften Beobachtungen nimmt auch viele Zeit in Anspruch, die dem 
Navigateur oft nicht zur Verfügung steht, und wobei noch eine Prüfung der 
läugeren Rechnung nicht zu entbehren ist. 
Die von Herrn Lieut. Spengler schon an Bord ausgeführte Berechnung 
des wahrscheinlichsten Beobachtungsortea aus obigen 20 Beobachtungen ergab 
48° (Y 43“ S-Br und 75° 21‘ 12“ W-Lg als Resultat aus den Endgleichungen: 
6,80x + 2,63 y-} 20324 = 0 
2,63 x + 13,20y + 356,0 — 0 
wo x = di und y =— dpsecg bedeutet, Kine Revision der beigefügten Detail- 
Rechnung lief noch eine erforderliche Verbesserung erkennen, welche sich bei 
der Summirung der Zahlenreihen zeigte, wonach diese Gleichungen übergehen in: 
6,80x + 2,31y-+ 20324 =— 0 
231x+13,20y + 3061 = 0 
and daraus x = — 59”, y= 430,95”; yoos@ = 4 20,7" = de, womit 
schließlich: 
+ de == 48° 39" S-Br . 
+31 =— 75 21 9 W-Lg, 
also jetzt bis auf die Sekunde in Uebereinstimmung mit dem weiter oben ge- 
fundenen Resultate, so dafs unsere beiden von einauder ganz unabhäugigen 
Rechnungen nun erst gegenseitig als hinreichend kontrolirt anzusehen sind, 
Es verdient auch die von Herrn Liert. Spengler hinzugefügte und hier 
für den Druck nur etwas vollständiger ausgeführte Herleitung der Endgleichungs- 
Formeln noch angeführt zu werden. Von dem geschätzten Punkte (E) als 
Koordinaten-Anfang ausgehend, mit der x-Axe parallel zum Aequator und in 
östlicher Richtung positiv genommen, seien die Gleichungen der verschiedenen 
Sumner’schen Linien bei n Beobachtungen folgende: 
Fieur 8. 
yi =— Dißı + bı 
ya == noXe +4 be 
Ys = 3X + bs 
= ax 4 bb 
so dafs die Abscissen die Längenunterschiede und die Ordinaten die vergröfserten 
Breitenunterschiede darstellen. Gesucht werden die Koordinaten x und y. des 
wahrscheinlichsten Punktes P nach der Bedingung, dafs die Summe der Quadrate 
seiner Abstände von den sämmtlichen Sumner’schen Linien ein Minimum werden 
soll. Es kommt also darauf an, diese Quadrate als Funktion von x und y aus- 
zudrücken., Wenn num PL, das Loth von P auf die erste Sumner’sche Linie 
ist, welche von der Ordinate y ‘oder ihrer Verlängerung im Punkte Mı ge- 
schnitten wird, und zı wieder das von Norden östlich positiv gezählte Azimuth 
bedeutet, so wird dieser Abstand nach Figur 9: 
Plı =— PMicoszı = (81x + bı — Y) COS Zı
	        
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