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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Die Schwankungen des Wasserstandes. in ibrer Beziehung zur Witterung, 67 
gleichzeitig säkulare Schwankungen des Klimas erleben: eine relative 
Trockenperiode um 1830, eine nasse Periode um ‚1850 und eine 
3te Trockenperiode um 1860, gefolgt von einer 2ten nassen Periode 
(um 1880 ?). ; 
Es sind Schwaukungen der Witterung oder Klimaschwankungen, weit 
grofsartiger als jene 11 jährigen, welche man im Zusammenhang mit der Periode 
dor Sonnenflecken nachzuweisen gesucht hat, grofsartiger durch den Betrag 
ihrer Amplitude wie durch ihre Dauer — Schwankungen, an denen sämmtliche 
hydrographischen Phäuomene der Erde theilnehmen: Gletscher, Flüsse, 
Seen und die relativ abgeschlossenen Meerosräume wachsen gleich- 
zeitig an und nchmen gleichzeitig wieder ab. 
Oceanographische Beobachtungen in der Ost- und Nordsee, 
S. M, S. „Niobe“, Kommandant Kapt. z. See Aschenborn, hat im letzten 
Sommer in dem östlichen Theil der Ostsee zwischen Danzig und Bornholm einige 
Messungen der Tiefen, der Temperaturen und specifischen Gewichte des Wassers 
an der Oberfläche und auf dem Meeresboden, sowie während der Fahrt in der Ost- 
und Nordsee inkl. des Englischen Kanals Beobachtungen über die Durchsichtigkeit 
des Wassers angestellt. Diese Beobachtungen sind in den nachstehenden Tabellen 
I und II unter Hinzufügung der zur Beurtheilung und zur Verwerthung nöthigen 
Angaben zusammengestellt. Die angegebenen Lothungen sind mit dem gewöhn- 
lichen Tiefloth ausgeführt (gleichzeitig wurden zu Versuchszwecken Lothungen 
mit dem Tiefenmesser von Bamberg und von Thomson vorgenommen), die 
Temperaturen des Grundwassers sind ınit einem Negretti- Zambra’schen 
Umkehrthermometer in Holzrahmen gemessen, die specifischen. Gewichte sind 
mit dem Aräometer bestimmt; das hierzu vom Meeresboden entnommene Wasser 
wurde” mit dem Meyer’schen Schöpfapparat heraufgeholt. Die angegebenen 
Temperaturen und specifischen Gewichte sind bereits für die Fehler der zur 
Bestimmung benutzten Instrumente korrigirt, die specifischen Gewichte jedoch 
nicht auf eine bestimmte Temperatur reducirt, die Bestimmungen derselben 
fanden vielmehr bei der daneben verzeichneten Temperatur statt, Zu den 
Untersuchungen über die Durchsichtigkeit des Meerwassers wurde eine weils 
gemalte Segeltuchscheibe von 2m Durchmesser benutzt, welche zwischen einem 
eisernen kreisformigen Rahmen ausgespannt war. Um denselben bequemer 
verstauen zu können, bestand er: aus zwei zusammeuklappbaren Bügeln. Der 
Rahmen war an einer Habnepot mit Schlippknebel nach Art des Loggscheits 
befestigt und wurde so in horizontaler Lage, an einer Lothleine befestigt, ins 
Wasser versenkt; beim Aufholen wurde der Knebel ausgerückt, so dafs die 
Scheibe in vertikaler Lage dem Wasser weniger Widerstand bot. Um das 
Sinken der Scheibe zu beschleunigen, war in der Mitte derselben ein kleines 
Loch angebracht, um dem Wasser Durchtritt zu gestatten. Die Scheibe wurde 
bei stillliegendem Schiffe auf der Schattenseite desselben ins Wasser gelassen, 
mit dem Auge -verfolgt und nach der Lothleine die Tiefe bestimmt, auf welcher 
dieselbe unsichtbar wurde. . 
Die in Tabelle 1I verzeichneten Angaben über das specifische Gewicht 
und die Temperatur des Wassers sind dem meteorologischen Journal (für die 
Mittagszeit) entnommen.
	        
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