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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau‘ der Deutschen Seewarte. 
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verbrachte Zeit verlängert. In hoher Breite liegende Depressionen, deren weit 
nusgedehntes Gebiet sich bis südwärts vom Kanale erstreckte und dort an- 
baltende Westwinde schufen (siehe Karte I), erschwerten das Vordringen der 
Schiffe nach SW. „Alma“ konnte in 9 Tagen kaum 3 Grad Breite zurück- 
legen. Erst in der Nähe des Parallels von 40° Nord, wo der Einflufs des‘ weit 
nach Osten ausgedehnten Maximums sich bemerkbar machte, wurden die Ver- 
hältnisse etwas günstiger. Auch der Passat war später wenig zufriedenstellend, 
denn derselbe wurde durch eine, sich für die betreffende Breite in ganz un- 
gewöhnlicher Weise‘ bewegende Depression unterbrochen. Wie auf Karte III 
ersichtlich, herrschte vom 27, bis zum 30. Dezember im östlichen Theile des 
Atlantik zwischen den Kanarien und den Kap Verden eine Depression, die sich mit 
verhältnifsmäfsig grofser Schnelligkeit ostwärts zur afrikanischen Küste bewegte. 
Der Passat zeigte sich dann für längere Zeit gänzlich gestört, und fanden die 
drei Schiffe eigentlich erst südlich von der letzteren Inselgruppe frischen be- 
ständigen Nordostwind. Den Stillengürtel konnten diese Schiffe rasch, in kaum 
zwei Tagen, überschreiten. 
Die nächstfolgende Gruppe von Schiffen, bestehend aus „Prinz Albert“, 
„Erwin Rickmers“, „Janbaas“, „J. H. Nicolai“ und „Rajah“, die alle in der 
letzten Woche des Dezember ihre Reisen antraten, legten den Weg zur Linie 
in kürzester Zeit zurück.‘ Die ersten vier trafen gleich zu Anfang eine recht 
günstige Gelegenheit. Wie Karte II es zeigt, erschien gegen Ende Dezember, 
von Westen herkommend, im östlichen Theile des Atlantik eine Depression, 
deren frische an der Nordseite wehende Ostwinde ein rasches Fortschreiten der 
Schiffe nach Süden ermöglichte. Als man sich südwärts vom Centrum dieser 
Depression befand, stellten sich südwestliche Winde ein, die hindernd wirkten. 
Nachdem aber der Passat in der Nähe von 30° N-Br durchgekommen war, 
wehte derselbe in ungewöhnlich kräftiger beständiger Woise, Es war dies eine 
Folge des Gebietes hohen Luftdrucks, an dessen Ostrande die Schiffe damals 
nach Süden segelton (siehe Karten III und IV). In der Nähe von 4° N-Br 
geriethen die Schiffe in.den Stillengürtel, worauf der letzte Theil des Weges 
zur Linie dann bei leichter, meist aus westlicher Richtung kommender Mallung 
vollendet werden mufste. Fast alle Schiffe. gingen noch bei leichter Mallung 
von nördlicher in südliche Breite über, und selbst in letzterer gelang es nicht 
sogleich, frischen Südostpassat anzutreffen. 
Für die beiden nächsten Schiffe der Liste, „Canopus“ und „Fortuna“, 
war die Wetterlage gleich von Anfang an eine ungünstigere, als sie beim Beginn 
der Reisen der vorhergehenden Gruppe gewesen war, Das. Gebiet hohen Luft- 
drucks hatte sich weit nach Westen hin zurückgezogen, und über dem Meeres- 
theile, welcher zwischen seinem Ostrande und Südeuropa lag, bewegten sich in 
uanregelmäfsigen Bahnen Depressionen, deren Winde dem Vorrücken der Schiffe 
nach Süden wenig günstig waren (siehe Karte III). Nachdem sich am 4. Januar 
das Gebiet hohen Luftdrucks wieder nach Osten ausgedehnt und mit dem über 
Südwest-Europa lagernden vereinigt hatte, wurden die Verhältnisse wieder 
günstigere. Von 33° N-Br an begünstigte der Passat die Fahrt, doch blieb 
derselbe nur für „Fortuna“ für längere Zeit ungestört. Als „Canopus“, das östlich 
von den Kap Verden nach Süden segelnde Schiff, sich am 15. Januar bei 
24° N-Br in 22° W-Lg befand, veränderte sich dort der Wind nach Westen, 
am diese Richtung bis nach 17° N-Br hin beizubehalten, Das freilich nicht 
sehr schnelle Schiff verlor dadurch gegen den Mitsegler bedeutend und erreichte 
den Aequator erst am 1. Februar, während „Fortuna“ dasselbe schon am 
25. Januar gethan hatte, 
Eine fernere Gruppe von Mitseglern, aus „Nestor“, „Ferdinand“ und 
„Martha“ bestehend, legte den Weg zur Linie in 26 und 24 Tagen zurück. 
Dieselben verliefsen den Kanal am 13., 14. und 15, Januar und wurden Anfangs 
von kräftigen Ostwinden begünstigt, hatten aber bald für längere Zeit gegen 
südwestliche Winde zu kämpfen, welche hervorgerufen wurden durch westlich 
von der pyrenäischen Halbinsel auftretende Depressionen (siehe Karte V). Die 
dadurch verursachte Verzögerung würde unter gewöhnlichen Verhältnissen hin- 
reichend gewesen sein, eine rasche Reise unmöglich zu machen, wenn dieser 
Verlust nicht dadurch wieder gut gemacht worden wäre, dafs die Schiffe beim 
Ucbergange vom Gebiete des Nordost- in das des Südost-Passats fast gar keine 
Aun. &. Hydr. etc... IR8R_ Haft XIL
	        
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