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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Vierteljahrs-W etter-Rundschau der Deutschen Seewarte, 
rasch zum Sturme zunehmende Wind, welcher sich später von SE durch E nach 
N veränderte. Der Luftdruck sank in diesem Falle bei beiden Schiffen auf 
keinen tiefen Stand. KEin bedeutenderes Fallen des Barometers, bis auf 728 mm, 
fand während des am 23. Januar von einer in Karte V verzeichneten Depression 
herrührenden Sturmes statt. Dieser Sturm herrschte nicht allein bei den beiden 
zuletzt erwähnten Schiffen, sondern man beobachtete denselben auch an Bord 
der „Doris“. Als bei dem am weitesten westlich stehenden Schiffe, wehte der 
Sturm bei „Doris“ und erfolgte das Ausschiefsen des Windes von SSW nach 
WNW schon am Morgen des 23. Januar. Bei „Wilhelm“ trat derselbe Vorgang 
erst am Nachmittage ein, und bei „Johanne Marie“ erreichte der hier aus SSE 
wehende Sturm seine gröfste Stärke erst am Morgen des 24. Januar, und erfolgte 
ein Umlaufen des Windes nach nordwestlicher Richtung erst am Nachmittage 
dieses Tages. Ostwinde von einiger Dauer wurden von diesen drei Schiffen 
während ihrer Fahrt über den Ocean nicht angetroffen. 
Der verhältnifsmäfsig grofse Unterschied in den Reisen der „Hedwig“ 
und des „J. W. Gildemeister“ ist wohl zum gröfsten Theile der gröfseren Segel- 
Fähigkeit des letzteren Schiffes zuzuschreiben. So legte „J. W. Güildemeister“ 
am 11. Februar 242 Sm zurück, während gleichzeitig „Hedwig“ deren nur 161 
durchsegelte. Am Mittage des 12. Februar befanden sich beide Mitsegler fast 
yleichzeitig auf dem Meridian von 16° West, Die Reise des „Gildemeister“ 
zeigt, wie rasch sich unter Umständen die Fahrt nach Osten über den Ocean 
vollenden läfst. Von den 19 Tagen, die dieses Schiff gebrauchte, verlor es 
drei Tage durch leichten Ostwind und Stille auf den Gründen, während man 
früber im offenen Ocean schon volle zwei Tage durch Ostwind zurückgehalten 
worden war. 
Von den drei Schiffen der Tabelle, welche als Ziel einen am Mittelmeer 
yelegenen Hafen hatten, würde die Reise des „Johann Kepler“ einen noch 
rascheren Verlauf genommen haben, wenn dieses Schiff nicht am 9. Dezember in 
leichte Ostwinde und Stille, die eine Folge jenes weit ostwärts über Südeuropa 
hin sich erstreckenden Gebietes hohen Luftdruckes waren, gerathen wäre (siehe 
Karte Ia). 
3. Reisen von Nord nach Süd. 
Die 22 während des Winters 1884—1885 südwärts gerichteten Reisen, 
welche von für die Seewarte beobachtenden Schiffen ausgeführt wurden, ver- 
liefen der grofsen Mehrzahl nach in befriedigend rascher Weise. Der Mittel- 
werth der 16 Fahrten zwischen Kanal und Linie war 30 Tage, während für 
die sechs von Häfen der Vereinigten Staaten unternommenen nahezu ein Tag 
weniger erforderlich war. Jene verliefen nicht so gleichmäßig wie diese, bei 
denen nennenswerthe Abweichungen vom Mittel nicht vorkommen. „Suaheli“ 
nnd „Alma“ gebrauchten mit 40 und 39 Tagen für die Strecke Kanal—Aequator 
die längste Zeit. Die Ursache davon war die lange, nördlich von 30° N-Br 
stattfindende Verzögerung. Die kürzesten Reisen waren die der beiden eisernen 
Schiffe „Prinz Albert“ und „Rajah“, welche den Aequator nach 23tägiger Fahrt 
erreichten. „Bertha“, das erste der angeführten Schiffe, traf vom Kanale ab 
recht günstige Winde an, doch hatte es später die volle Gewalt des Ende 
November nördlich von Madeira auftretenden Herbststurmes durchzumachen. 
Die Fahrt des Schiffes wurde dadurch an mehreren Tagen bedeutend verlangsamt. 
Nachdem der Sturm sich gemäfeigt hatte, behielt der Wind ungewöhnlicher 
Weise seine östliche Richtung bei, und es entwickelte sich aus demselben 
schliefslich der Passat fast ohne jede vorhergehende Störung. Die bei diesen 
Verhältnissen recht günstig verlaufende Reise erlitt aber eine bedeutende Ver- 
zögerung durch die lange, zur Ueberschreitung des Stillengürtels erforderliche 
Zeit. Nachdem „Bertha“ den Nordostpassat am 9. Dezember in 7,3° N-Br und 
27° W-Lg verloren hatte, vergingen 10 Tage, bevor man den Südostpassat in 
3,3° N-Br und 26° W-Lg wieder erreichte. So gebrauchte „Bertha“ nicht 
weniger als 15 Tage, um von 10° N-Br zur Linie zu kommen, für diese 
Strecke bei Weitem am längsten von allen der hier in Betracht kommenden 
Schiffe. Wie die Reise der „Bertha“ durch den im Stillengürtel erlittenen 
Aufenthalt, so wurden, wie schon kurz erwähnt, die Fahrten von „Suaheli“, 
„Alma“ und „Elisabeth Rickmers“ durch die. lange, zwischen Kanal und 30° N-Br
	        
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