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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, 
59.7 
„Niagara“ bis zum 26. Februar in Sicht der Kleinen Antillen führte. : Die ganze 
Fahrt bis zur Mississippi-Mündung wurde in 50 Tagen vollendet, ein Zeitraum; 
der als Dauer einer guten, überraschend oft eingehaltenen Mittelreise schon. in 
der vorübergegangenen Zeit deutscher Auswandererschiffe galt. Sa 
2. Reisen von West nach Ost. Sa Da 
Von den 17 ostwärts über den Atlantik ausgeführten Reisen, ‚welche von 
Schiffen, die mit der Seewarte in Verbindung stehen, im Winter 1884—85 
vollendet wurden, hatten 15 als Abgangsort einen nordamerikanischen Hafen; 
während je eines von Nickerie und von New-Orleans ‚aus. in See ging... Die 
kürzeste, 19 Tage. dauernde Fahrt über den Ocean legto der „J. W. Güldemeister“ 
zurück, während „Matthias“ mit 35 Tagen die längste Zeit für. dieselbe Strecke 
benöthigte. Fast alle Schiffe trafen während der Fahrt vorherrschend westliche 
Winde an, die oft bis zum heftigen Sturme zunahmen.. Das Auftreten östlicher 
Winde--war indessen: auch kein seltenes. Die. verhältnifsmäfsig lange Zeit, 
welche die Schiffe gebrauchten, um von 30°. nach 10° W-Lg zu kommen, wurde 
durch auf den Gründen vor dem Kanal beobachtete Gegenwinde verursacht, ... Als, 
wie Karte II es zeigt, vom 22. bis zum 26. Dezember ein hohes, bis auf. 777 mm 
steigendes Gebiet hohen Luftdrucks über. der ganzen Breite des Oceans bis 
über 50° N-Br.hinaus lagerte, wurden mehrere der Schiffe, wie „Victoria“ und 
„Caroline“, für längere Zeit durch flaue Ostwinde zurückgehalten. Einige Tage 
bevor sich dieses Maximum bildete, überstanden diese beiden Mitsegler einen 
sehr heftigen Weststurm. Derselbe wurde verursacht durch ein sich damals 
mit grofser Schnelligkeit längs der nordamerikanischen Küste zur Südspitze 
Grönlands bewegendes Depressionsfeld (siehe Karte II). Bei der am 19..De- 
zember Mittags in 41° N-Br und 59,5° W-Lg stehenden „Caroline“ erfolgte das 
Ausschiefsen . des heftig stürmenden Windes von S nach W, als der Luftdruck 
einen niedrigsten Stand von 738,7 mm erreicht hatte. Dagegen ‚trat das Um: 
springen des nun in orkanartiger Stärke wehenden Windes bei „ Victoria“ erst 
um 10 Uhr Abends ein, als man sich in 40,5° N-Br und. 53° W-Lg befand: 
Um 8 Uhr Morgens des 19, Dezember wehte bei „Theodor Rüger“ in 33,5° N-Br 
und 69,5° W-Lg Sturm aus NW in Stärke 10, bei dem Dampfer „Kider“ in 
42° N-Br und 63° W-Lg NE-Wind Stärke 7, bei „ Victoria“ in 39,8° N-Br und 
54,5° W-Lg SSW-Wind 7, bei dem in 40,5° N-Br und 69,5° .W-Lg stehenden 
Dampfer „Ahaetia“ Nordwind Stärke 8, während bei dem sich inmitten ‚dieser 
Schiffe befindlichen „Felix Mendelssohn“ Windstille herrschte. a 
Die Reisen von „Godefroy“ und „Niagara“ wurden um mehrere Tage 
durch Ostwinde verlängert, die eine Folge eines vom 24, bis 28, Dezember 
nahe der pyrenäischen Halbinsel herrschenden Minimums waren (siehe Karte II). 
Das sehr hohe, einen Druck von mehr als 780 mm erreichende Maximumgebiet, 
welches sich nach Karte III vom 27. bis 29. Dezember vom nordöstlichen 
Theile Nordamerikas nach Südosten erstreckte, bewirkte nordöstliche Winde 
im westlichen Theile des Atlantik, die dem Anfange der Reise des „Matthias“ 
hinderlich waren. Der letzte, östlich von 20° W-Lg liegende Reiseabschnitt 
wurde für dieses Schiff auch noch wieder durch Ostwinde und leichte unbeständige 
Winde verlängert. Der „Port Royal“ würde seine Reise wahrscheinlich rascher 
haben vollenden können, wenn gleich anfangs ein nördlicherer Kurs . gesteuert 
worden wäre. So, wie das Schiff seine Route nahm, gerieth es östlich. von 
58° W-Lg in den Bereich von Ostwinden, die am 12. Januar in der Nähe. von 
34,5° N-Br und 51,5° W-Lg fast stürmisch wehten. . Diese letzteren Winde 
waren die Folge eines, einen Druck von 780 mm zeigenden, südlich der Banken 
von Neufundland lagernden Maximums. Recht gleichmäfsig, im Mittel in 22 Tagen, 
verliefen. die Reisen der drei Mitsegler „Johanne Marie“, „Wilhelm“ und „Doris“, 
Die Reisen wurden jedoch oft durch Stürme beunruhigt, und einen der heftigsten 
überstanden die ersteren der beiden Schiffe am 16..und 17. Januar. Derselbe wurde 
verursacht durch die Depression der Karte V, welche, sich zuerst am 16. Januar 
im westlichen Theile des Atlantik zeigte und sich später in unregelmäfsiger 
gewundener Bahn bis zur Kanalmündung fortpflanzte. Bei „Wilhelm“ erfolgte 
das Umspringen des Windes von S 10 nach W 10 spät am Abend des 18. Januar, 
zu einer Zeit, als boi der etwa 5 Grade weiter östlich: stehenden. „Johanne 
Marie“ ‚Windstille herrschte, Bei diesem Schiffe erhob ‘sich: bald nachher der
	        
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