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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Veher die Insel Butaritari in der Gilbert- (Kings Mill-) Gruppe, 
Ankerplatz geholt. Die schon erwähnte Bark „Sophie“ kam ebenfalls in den 
Hafen. Der Dreimastschoner „Amoy“ wurde auf dem südlichen Riff wrack, 
Am 14. März 1887 stand das Schiff um Mittag auf 6° 0‘ N-Br und 153° 
56‘ O.-Lg, woselbst wir bei leichten umlaufenden südöstlichen Winden für die 
Jetzten 24 Stunden einen Strom von 28 Sm nach rw. N 39° W beobachteten, 
Vom 14. bis 15. März waren lebhafte nordöstliche Winde mit heftigen Böen 
und Regen vorherrschend. Um 4 Uhr Nachmittags, am erstgenannten Tage, 
peilte die Insel Zukunor mw. S, 17 Sm entfernt. Am folgenden Morgen, als 
wir uns 9 Sm ONO von der Insel befanden, wurde unter Peilungen von Land- 
objekten nach der Passage gesteuert und diese um 10'/4 Uhr passirt. Ein 
starker Ebbestrom setzte über das Riff links von derselben hinweg. Um 11 Uhr 
erreichten wir den Ankerplatz auf 22 m (12 Fad.) Tiefe. Schon am folgenden 
Morgen konnten wir denselben, da unsere Geschäfte erledigt waren, wieder ver- 
lassen, und zwar mit der Bestimmung nach Sotoan, woselbst wir um 7'/s Uhr 
Abends am 17. März anlangten. Wegen der vielen vorhandenen Korallenbänke 
ist das Kreuzen in der Lagune von Sotoan nicht anzurathen. Man darf es nur 
unternehmen, wenn man sich durch wiederholtes Hiersein genügende Kenntnisse 
gesammelt hat, 
” Am 13. Mai kehrte „Brazileira“ nach Jaluit zurück, um diesen Hafen 
am 1. Juni, bestimmt in Ballast nach Apia, wieder zu verlassen. 
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Bemerkungen 
über die Insel Butaritari in der Gilbert- (Kings Mill-) Gruppe. 
Von Kapt. 0. Diekmann, Führer der deutschen Bark „Paula“. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Hierzu Tafel 21. 
Die Insel Butaritari oder Grofs-Makin bildet einen Theil eines vollständig 
entwickelten Atolls, Die Lagune, welche derselbe umschliefst, hat eine gröfste 
Längenausdehnung von ungefähr 12 und eine gröfste Breite von 8 Sm. Der 
die Lagune umgrenzende schmale Landstreifen hat eine Breite von 6—800 m. 
Er ist überall mit Kokospalmen bestanden, erhebt sich aber nur etwa 5m über 
üen Meeresspiegel. Die Insel ist daher beim Ansegeln ziemlich schwer aus- 
zumachen, und man sieht zuerst nur die aus dem Wasser auftauchenden Kokos- 
bäume., Die in die Lagune hincinführenden Passagen sind nur schmal, mit 
Wassertiefen von 5,5 bis 12,6m (3 bis 7 Fad.). Von der Bramsaling kann man 
die zerstreut liegenden Korallenbänke und die Grenzen der Riffe leicht erkennen, 
weshalb das Kreuzen durch die Passage und in der Lagune mit einem gut 
manövrirenden Schiffe nicht schwierig ist. Die beste Passage zum KEinsegeln 
befindet sich an der Westseite des Atolls. Die Ankerplätze in der Lagune 
sind, bei Tiefen von 11 bis 18 m (6 bis 10 Fad.), überall sicher und gut. Nur 
bei nördlichen Winden, die indefs selten auftreten, entsteht manchmal etwas 
Seegang, der es den beladenen Booten erschwert oder sie ganz verhindert, vom 
Lande abzukommen. Die Position des Ankerplatzes bei Butaritari fand ich 
zu 3° 5‘ N-Br und 172° 47’ O-Lg. Bei den Gilbert - Inseln läuft oftmals ein 
sehr heftiger westlicher Strom, was beim Ansegeln derselben wohl zu berück- 
sichtigen ist. Von Kapitänen der hier viel verkehrenden amerikanischen Küsten- 
schoner hörte ich, dal sie nicht selten durch diese Strömung an ihrem Be- 
stimmungsorte vorbeigetrieben werden, in welchem Falle man nach Norden ab- 
zuhalten hat, um zwischen 6° und 7° N-Br, woselbst in der Regel der Strom 
stark ostwärts setzt, wieder nach Osten zu kreuzen. 
Die Eingeborenen, deren Zahl etwa 800 beträgt, sind friedliche Leute, 
die unter einem Häuptling, einem sogenannten König, stehen. Auch befindet
	        
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