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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Bi 
Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Brazileira“, 
Im weitern Verlauf der Reise hielten wir um 5!% Uhr Morgens den 
13. Juli ab nach der Passage zwischen Givry und den nördlich davon gelegenen 
Inseln, welche 3 bis 4 Sm breit ist und in deren Mitte sich nach der Karte 
ein Riff befindet. Der zur Zeit wehende ESE-Wind wurde allmählich sehr flau. 
Am Mittag peilte die Insel Givry mw. SW und Fefan (Ruk) NNW. Wir 
steuerten jetzt auf einem WNW-Kurse durch die Passage zur Lagune und dann 
NNO nach der Insel Fefan. Von der Westinsel im Norden der erstgenannten 
Passage, gegenüber der Insel Giüvry, erstreckt sich eine Bank nach W, mit 
Tiefen von 14,4 bis 18m (8 bis 10 Fad.). Weiter aufwärts in der Lagune 
nimmt die Wassertiefe bis zu 54m (30 Fad.) zu. Um 3 Uhr Nachmittags 
peilten wir Fefan mw. N, 2 Sm entfernt, und da wir annahmen, dafs unsere 
Station noch auf der Insel Wola sei, steuerten wir im Süden und Osten der 
erstgenannten Insel weiter und ankerten dann in der Nacht auf einer Tiefe von 
41,5 m (23 Fad.), von wo aus die Insel Ond mw. NOzO und die höchste Berg- 
spitze auf Fefan SzW peilte. Um 11 Uhr Vormittags, den 16. Juli, steuerten 
wir unter Leitung des Kapt. Narruhns von hier weiter um die hohen Inseln 
herum nach der Westseite von Wola, wo um 4 Uhr Nachmittags auf einer Tiefe 
von 31 m (17 Fad.) geankert wurde. Auf diesem Wege trifft man zwar viele Bänke 
and Riffe an, er ist aber trotzdem der Passage zwischen den kleinen Inseln 
westlich von Tsis vorzuziehen. 
Am 22. Juli verliefsen wir bei lebhafter Briese von ENE unsern Anker- 
platz und steuerten dem Nordende der Lagune entgegen. Nördlich von den 
hohen Inseln bis zur Insel Pis, der nördlichsten des Atolls, sind nur wenige 
Riffe im Fahrwasser vorhanden, die man auch, wenn die Sonne nicht blendet, 
vom Schiffe aus leicht erkennen kann. Um 5% Uhr Abends mufsten wir wegen 
einer Böe von NW östlich von der Passage, auf ciner Tiefe von 38 m (21 Fad,), 
nicht weit vom Riff ankern. Bei nördlichem Winde bricht die See auf einem 
Riff in der Lagune, 1!/2 Sm SzO von der Passage. Am Morgen des 23. Juli 
lothete ich im Boote die Passagen östlich und westlich von der Insel Pis aus, 
An der Ostseite der Insel fand ich Tiefen von 9 bis 13m (5 bis 7 Fad.), an 
der Westseite derselben von 4 bis 25 m (2 bis 14 Fad.). An beiden Stellen 
nahm die Tiefe nach der Mitte der Passagen bis auf 18m (30 Fad.) zu. An 
Bord zurückgekehrt, lichteten wir den Anker und segelten aus der Lagune, 
Die Passagen sind etwa 1 bis 1'/% Sm breit, der Kurs in denselben ist NNW, 
wobei indels auf die herrschende Windrichtung Rücksicht zu nehmen ist. 
Am 24. Juli, um 3 Uhr Nachmittags, als wir uns der Insel Pisara näherten, 
kamen Kanoes längsseits. Da die Insassen derselben einigermafsen zweideutige 
Antworten gaben, fuhren der Kapitän und der Superkargo, wohlbewaffnet, mit 
dem Boote ans Land, kamen aber schon um 5'/a Uhr zurück. Wir steuerten 
darauf zuerst 10 Sm recht nach S, um gut klar von der in der Karte als 
zweifelhaft verzeichneten Bank Decapolis zu gelangen, und setzten dann die 
Reise westwärts fort. Am Nachmittage des 25. Juli lagen wir an der West- 
seite der Insel Ouun (Ulul) bei ostnordöstlichem Winde ab und an. Der Kapitän 
and Superkargo waren gut mit Waffen versehen, weil früher ein Trader, 
Engländer, Namens Waul, hier von den Eingeborenen ermordet worden war, 
Die Leute zeigten sich indessen freundlich; von den Häusern der einstmaligen 
Station war freilich keine Spur mehr vorhanden. Der Kapitän hatte die 
Ansicht gewonnen, dafs man wohl mit einem Schiffe unter der Insel ankern 
könne, weshalb wir, nachdem er mit dem Boote zurükgekommen war, dorthin 
segelten und auch einen Ankerplatz auf einer Tiefe von 18 bis 27 m (10 bis 
15 Fad.) ausfindig machten. Allein später erschien uns derselbe, wegen der 
unbeständigen Witterung dieser Jahreszeit, nicht genügend sicher; wir verlielsen 
ihn deshalb wieder und segelten von der Insel ab. Bis zum 28, Juli hielten 
wir uns bei vorwiegend flauen Winden in der Nähe der Insel auf und verliefsen 
dieselbe, nachdem wir einen Europäer, der mit den Bewohnern Handel treiben 
sollte, gelandet hatten, am Mittage des letztgenannten Tages. 
Bei leichter südwestlicher Briese steuerten wir nordwestwärts. Am 
Mittage des 31. Juli war unser Schiffsort nach astronomischen Beobachtungen 
7° 28‘ N-Br und 146° 33‘ O-Lg, als die Insel Lamotrek WzS peilte und 4 Sm 
entfernt war. Wir steuerten nach der Passage, passirten dieselbe um 2 Uhr 
Nachmittags, kreuzten durch die Lagune und ankerten um 4'/2 Uhr auf einer
	        
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