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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Brazileira®, 
wo weniger See vorhanden war und es uns gelang, nach vieler Mühe mit dem 
Boot über das Riff hinweg das Land zu erreichen. 
Am Abend dieses Tages, nachdem die Geschäfte erledigt waren, setzten 
wir den Kurs auf die Mortlock-Inseln. Am Morgen des 17. wurde die Insel 
Sotoan gesichtet und um Mittag durch die Südpassage in die Lagune dieser Insel 
hineingesteuert. Der Kurs in der Passage ist von N bis NzW und das Fahr- 
wasser auf eine Entfernung von 1 bis 2 Sm innerhalb derselben ziemlich rein, 
Nach Sotoan bestimmt, ist es zweckmäfsig, bei Nordostpassatwind sobald als 
möglich zu wenden, um unter der Insel 7a aufzukreuzen, woselbst das Fahr- 
wasser weniger Untiefen hat, als weiter westwärts in der Lagune. Um 3 Uhr 
Nachmittags erreichten wir unsern Ankerplatz, von dem aus die Station, 1 Sm 
entfernt, mw. SO peilte. Hier lag das Schiff bis zum 21. Dezember, an welchem 
Tage wir um 5'/% Uhr Morgens den Anker wieder lichteten und mit allen Segeln 
und unter Anleitung eines eingeborenen Lootsen der Westpassage entgegen 
steuerten. Nachdem diese um 10 Uhr Vormittags passirt war, Kkreuzten wir 
bei lebhafter ostnordöstlicher Briese nach Peilungen von Landobjekten nach 
der Lagune von Lukonor, segelten dann um 8 Uhr Morgens den 22, Dezember 
durch die Passage in dieselbe hinein und ankerten eine Stunde später bei der 
Station auf einer Wassertiefe von 3,3 m (11 Fufs), dieselbe in einem Abstande 
von 1 Sm mw. SO peilend. Innerhalb der Passage liegt eine Sandbank, die 
sich zwischen den Peilungen mw. NNW'!aW und NO!2N ausdehnt. 
Um 5'% Uhr Morgens den 23, Dezember lichteten wir abermals unsern 
Anker, setzten Segel und steuerten bei lebhafter nordöstlicher Briese aus der 
Passage und weiter nach der Insel Losap, welche um 10 Uhr Abends in Sicht 
kam, worauf wir während der Nacht das Schiff bei derselben hielten. Am 
folgenden Morgen in der Frühe fuhren die Boote ans Land. Nachdem die- 
selben bereits um 11 Uhr zurückgekehrt waren, wurde sogleich die Reise nach 
Lamotrek fortgesetzt. Auf derselben passirten wir am 24. um 4 Uhr Nachmittags 
South-Insel in der Peilung mw. NWzW!4AW 6 Sm entfernt und am 25, die Insel 
Polusuk, Letztere peilte um 11 Uhr Vormittags mw. SW 15 Sm und um 12 Uhr 
Mittags mw. SO 18 Sm entfernt, Innerhalb dieser Peilungen beobachteten wir 
verschiedene Stellen hellfarbigen Wassers und entdeckten mehrere unterseeische 
Bänke von 3,6 bis 5,4m (2 bis 3 Fad.) Durchmesser und einer Wassertiefe 
von höchstens 4,5m (15 Fulfs), auf denen die See sehr unruhig war. Um 2 Uhr 
Nachmittags am 26. Dezember kam die Insel Satawal, 8 Sm entfernt, in mw. W 
in Sicht. Am 27. Dezember um 11 Uhr Vormittags segelten wir auf einem 
NNW-Kurse durch die Passage in die Lagune von Lamotrek ein, kreuzten dann 
in derselben gegen steifen NE- bis ENE-Wind auf, bis uns um 1'/ Uhr Nach- 
mittags eine sehr steife Böe aus E zwang, auf einer Wassertiefe von 36m 
(20 Fad.) den B-B.-Anker fallen zu lassen. Nachdem am 27. und 28. Dezember 
Kopra geladen worden war, lichteten wir am 29. um 9 Uhr Vormittags wieder 
unsern Anker, setzten Segel und kamen um 11 Uhr durch die vorher benutzte 
Südpassage in See. Die Lagune von Lamotrek hat nur wenige Korallenbänke 
und steht vermittelst zweier tiefer und zweier flacher Passagen, letztere dicht 
unter der Insel Lamotrek, mit dem Ocean in Verbindung. 
Unser nächstes Reiseziel war die Insel Faraulep. Um 2% Uhr Morgens 
den 30. Dezember sahen wir diese Insel in mw. NW in 2 Sm Abstand. Um 
8 Uhr Morgens sandten wir die Boote ans Land, und nachdem dieselben um 
3 Uhr Abends wieder an Bord angelangt waren, setzten wir die Reise nach 
Uleat fort, Der Faraulep-Atoll besteht aus drei Inseln und hat eine Passage 
für Schoner, sowie eine zweite, die aber nur für Boote passirbar ist. Wegen 
des herrschenden NE-Passates ist auch die erstere nur schwer passirbar. Als 
88 Tag wurde, sahen wir am 31. Dezember die Insel Uleat in mw. SzW 12 Sm 
ab, kreuzten darauf nach der Passage und ankerten um 31/3 Uhr Nachmittags 
in der Nähe der Ansiedelung auf einer Wassertiefe von 3m (10 Fufs). Um 
5‘ Uhr Morgens den 4, Januar 1886 verliefsen wir. diesen Änkerplatz und 
ateuerten unter Anleitung des Traders durch die Lagune nach der Nordinsel, 
woselbst wir um 8 Uhr auf einer Tiefe von 36m (20 Fad.) ankerten. Auf 
diesem Ankerplatz steht Dünung, die von NO über das Riff in die Lagune 
gindringt,.
	        
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