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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Brazileira“. 
Auszüge aus dem Journal der deutschen Bark „Brazileira“, 
Kant. H. Schlüter bezw. Robeck, auf Reisen zwischen den Marschall- 
Inseln und der Karolinen-Gruppe. 
/Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Steuermann L. Rasmussen schickte der Seewarte das von ihm an Bord 
des genannten, der Deutschen Handels- und Plantagen-Gesellschaft der Südsee- 
[nseln gehörigen Schiffes während der Zeit vom September 1885 bis Oktober 
1887 geführte Schiffsjournal ein, dem die nachstehenden Auszüge entnommen sind. 
„Von Apia via Nakulaile kommend ankerten wir am 5. Oktober 1885 
um 2 Uhr Nachmittags im Hafen von Jaluit. Während unseres Aufenthaltes 
hierselbst bis zum 23. Oktober war der Wind meistentheils westlich mit feinem 
Regen. An einigen Tagen war es flau und still, dann trat östlicher Wind auf, 
der öfters von steifen Böen aus SE bis ENE unterbrochen wurde. Nachdem 
die Kohlen gelöscht waren, wurde Ladung für die Karolinen übergenommen. Als 
Passagiere bekamen wir eine Anzahl Kuropäer, die als Agenten und Vertreter 
der Handlungshäuser nach den verschiedenen Inseln bestimmt waren, und einige 
Eingeborene der Ponape-Insel, die ihre bedungene Zeit in Jaluit abgearbeitet 
hatten. Aufßerdem erhielten wir einen Herrn Schlenther als Superkargo. 
Am genannten 23. Oktober lichteten wir um 5 Uhr Morgens den Anker 
and segelten auf mw. SWzW'/2W Kurse nach der SW-Passage. Auf diesem Wege 
kommt man bei mehreren Korallenbänken vorbei, auf denen nur wenig Wasser 
steht und die von Deck aus nicht zu sehen sind. Um 10 Uhr Vormittags 
segelten wir durch die Passage, und um 12 Uhr stand das Schiff nach Peilung 
and Observation auf 5° 47’ N-Br und 169° 32‘ O-Lg. Bei leichtem NE-Winde, 
der später abflauend östlich holte, setzten wir die Reise fort und sahen am 
24. Oktober um 12 Uhr Mittags die Insel Ebon in der Ferne. Um 6 Uhr 
Abends peilten wir die Insel Moniak mw. SSW, 8 Sm entfernt. Windstille und 
sehr flaue Briese wechselten mit einander ab, wobei wir gegen 12 Uhr Nachts 
die Insel in mw. S, 6 Sm entfernt, brachten. Nachdem am folgenden Morgen 
den 25. Oktober der Superkargo mit dem Boot ans Land gefahren war, suchten 
wir auch mit dem Schiffe die Passage zur Lagune von EKbon zu gewinnen. Der 
Wind holte bei schwacher Stärke von S durch W nach NW, und da gleichzeitig 
der Strom nach NE setzte, so war unser Schiffsort am Mittage des 26, Oktober 
4° 44‘ N-Br und 168° 56‘ O-Lg. 
Um 7°%4 Uhr am 27. Oktober kam das Boot wieder an Bord zurück und 
wir setzten die Reise fort nach Pingelap. Bei den sehr leichten, vielfach west- 
lichen Winden und bedeutender östlicher Strömung konnte nur ein geringer 
Fortschritt erzielt werden, so dafs diese Reise bis zum 17. November dauerte, 
an welchem Tage wir am Morgen die Südostspitze der Insel Pingelap WSW'/aW 
and die Nordwestspitze WzN mw. peilten. Auf dem Wege von Ebon nach hier 
war der Strom zwischen 5° und 7,5° N-Br durchschnittlich EzN bis EzS bei 
einer Geschwindigkeit von 30 bis 43 Sm im Etmal; nördlich von 8° N-Br ver- 
ringerte sich derselbe auf 15 bis 16 Sm. An der Südwestseite der Insel 
Pingelap befindet sich eine Bucht, in der die See, so lange der Wind nicht 
östlicher als EzN holt, meistens ruhig ist. Wir hielten das Schiff hier bis zum 
18. November 10 Uhr Vormittags bei einer lebhaften östlichen Briese, begleitet 
von einer Dünung aus derselben Richtung, kreuzend unter Segel. Am 19. No- 
vember um 81/4 Uhr Morgens landeten die Boote an der Westseite der Insel 
Moktil, und das Schiff lag bis zu deren Rückkehr, welche um 11 Uhr Abends 
erfolgte, bei lebhaftem Ostwinde, bewölktem Himmel und steifen Böen ab und 
an, worauf es die Weiterreise nach der Insel Ponape fortsetzte. 
Am folgenden Vormittage um 10! Uhr kam Ponape in Sicht, Um 
12 Uhr peilten wir die kleine Insel Jekoites SWzS a. K. und drehten am Nach- 
mittage um 3 Uhr bei, um einen Lootsen abzuwarten. Kine halbe Stunde 
später kam dieser — ein Eingeborener — an Bord, worauf wir die Jekotts- 
Passage durchsegelten und unter der Insel Lungur auf einer Wassertiefe von 
50m (28 Fad.) mit St-B.- Anker und 108m (60 Fad.)- Kette ankerten, 
Am 21. November und den folgenden vier Tagen wehte steife Briese aus NzE
	        
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