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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Aus dem Reiseberichte S.M. S. „Olga“, 
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so starker Südstrom quer zur Strafse, dafs etwa 15 Minuten Süd gesteuert 
werden mufste, um ‚das Schiff gut frei von der Battanta-Insel zu halten. 
Die Pitt - Passage, Boeton - Passage und Salayar - Strafse benutzend, traf 
S. M. S. „Olga“ am 29. Mai mit Hellwerden vor der Einsegelung zur Makassar- 
Rhede ein und ankerte auf letzterer in den Peilungen: Leuchtthurm in Süd, 
Little Lely Shoal in NNW%/sW. Wenn auch bequem für den Verkehr mit dem 
Lande, so ist dieser Ankerplatz so nahe dem Quai nicht zu empfehlen, da die 
dort mündenden Abflufskanäle der Stadt sich häufig unangenehm bemerkbar 
machen. Für die Ansteuerung der Einsegelung zur Makassar-Rhede bietet der 
Bontheim Peak eine gute Marke, während die Insel Tanah Keke erst sehr spät 
als solche auszumachen ist. Nach einer mündlichen Mittheilung des Hafen- 
meisters von Makassar soll man sich der schwarzen Tonne bei Tanah Keke nicht 
zu sehr nähern, da diese bei den Stromverhältnissen öfters vertreibt, 
Von Matupi bis zum Verlassen der Pitt- Passage traf S. M. S. „Olga“ 
nur ganz schwache südliche bis östliche Winde oder Stillen an; erst nach dem 
Passiren von Bouro setzte frischer SE-Monsun ein, welcher unter der Küste 
von Celebes auf Ost drehend abflaute. Entsprechend diesen Windverhältnissen 
wurde bis zur Pitt-Strafse auch nur schwacher, 4 bis 7 Sm im Etmal laufender 
Strom beobachtet. Das Vorhandensein eines solchen zeigten die vielen, zum 
Theil mächtigen Baumstämme, welche passirt wurden. Südlich der Hermit- und 
Echequier-Insel durchfuhr das Schiff fast 24 Stunden lang ein Feld von Fisch- 
laich, welcher dem Wasser ein schmutziges, gelbgrünes Aussehen gab, 
In der Pitt-Passage und später setzte der Strom 24 bis 36 Sm im KEtmal 
in der Richtung des Monsuns. 
Am 3. Juni um 7" 30° a.m. ging S.M. S, „Olga“ nach Singapore in See. 
Da eine neue holländische Karte der Karimata-Strafse zur Verfügung stand, 
nach der dieser Weg, abgesehen davon, dafs er kürzer ist, als der bisher ge- 
bräuchliche durch die Banka-Strafse, den Vortheil der leichteren Passage bietet, 
so wurde er gewählt und die Strafse in der Nacht vom 6, bis 7. Juni durch- 
steuert, 
Nach der im Heft VIII der „Ann, d. Hydr. etc.“ 1883 auszugsweise 
gegebenen Segelanweisung sind es hauptsächlich die unter den Küsten und 
zwischen den vorliegenden Inseln von Borneo und Bitang stark und unregel- 
mäfsig setzenden Gezeitenströmungen, welche die Passage erschweren. S. M. S. 
„Olga“ hielt deshalb ungefähr die Mitte zwischen Borneo und den Momparang- 
Inseln und lief am Morgen des 7. Juni Karimata in Sicht, ohne nennenswerthe 
Stromversetzung gehabt zu haben. Die auf der neuen holländischen Karte fort- 
gelassenen Untiefen und Riffe sind auch in den englischen Karten auf Grund 
der „Nachr. f. Seef.“ gestrichen, nur die auf 3° 8‘ S-Br und 109° 17‘ O-Lg 
nachgetragene 1!/a Faden-Bank, welche im Hauptweg liegt, ist in den letzteren 
noch enthalten, während die ersteren nahe jener Stelle Wassertiefen von 29 bis 
35 m, aber keine Untiefe zeigen. 
Am 8. Juni Abends traf S. M. S. „Olga“ vor der Rhio-Strafse ein und 
ankerte, da diesiges, unsichtiges Wetter herrschte und nach Sternbeobachtungen 
starker nordwestlicher Strom vermuthet werden mufste, auf der am Kingang 
sich erstreckenden 13 bis 18 m- Bank. Am 9. Juni mit Hellwerden wurde in 
die Straße gedampft, in welcher um 12* 15° p. m. in den Peilungen Terkolei- 
Feuer NO!420 und Zimara Pik NWzW auf 18 m Wassertiefe geankert wurde. 
Am 10. Juni um 6" a. m. ging S. M.S. „Olga“ Anker auf und traf um 11* 15" 
auf der Rhede von Singapore ein. 
Dem leichten Winde entsprach auch die Stärke des nach NW setzenden 
Stromes; nördlich der Gaspar-Strafse und bei. der Annäherung an die RAio- 
Straße wurde diese sowohl wie die Richtung unter dem Einflufs der Gezeiten- 
strömung eine unregelmäfige,
	        
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