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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

Ann, d. Hydr., ete., XVI. Jahrg. (1888), Heft XIL 
505 
Aus dem Reiseberichte S. M. S. „Olga‘, Kommandant 
Kapt. z. See Strauch, - 
Reise von Apia nach Singapore. 
Am 25. April 1888, 1* 10” p. m., verliefs S. M. S. „Olga“ den Hafen 
von Apia und dampfte, frei von Faleula-Riff, längs der Nordküste von Sawair 
mit Kurs WzS auf die Insel Wallis (Uea) zu. Am 27. April um 3* 45” a, m. 
wurde diese Insel gesichtet und um 6* a, m, die südlichste der vorliegenden 
kleinen Riffinseln Faioa auf 6 Sm Abstand passirt; am 29. April kam Ratumah 
um 6* a. m. in WNW in Sicht. 
Mit Westkurs auf Santa Cruz (Niteudi) zusteuernd, lief S. M. S. „Olga“ 
am 30. April Abends zwischen der Charlotte-Bank und dem Pandora-Riff hin- 
durch, und wurde, da Findlay die Vermuthung ausspricht, dafs beide Untiefen 
in Verbindung stehen, um 8: 30" und 10* 30“ p. m., als das Besteck in 
12° 0,5‘ S-Br und 173° 0‘ O-Lg resp. in 12° 2‘ S-Br und 172° 47‘ O-Lg stand, 
das Patentloth geworfen, in beiden Fällen jedoch auf 200m kein Grund 
gefunden. . 
Nachdem am 1. Mai um 6* p. m. die Insel Cherry (Anouda) auf 5 Sm 
Abstand passirt war, kamen am folgenden Mittag die Vanikoro-Inseln, am Nach- 
mittag Tapowa in Sicht. Letztere Insel, mit Ausnahme des Bastlisk-Hafens 
nicht vermessen, ist nicht, wie es die Karte vermuthen läfst, flach und ohne 
Erhebungen, vielmehr befinden sich auf ihr zwei nach Schätzung 300m hohe 
and fünf kleinere Berge. Der Kanal zwischen Niteudi und den Duf- Inseln 
wurde bei guter Mondbeleuchtung während der Nacht passirt, die Vulkaninsel 
Tinakula, welche nach früheren englischen Berichten noch in Thätigkeit sein 
soll, arbeitete während der 8 Stunden, welche sie beobachtet wurde, nicht. 
Am 4. Mai mit Tagwerden kam der südliche hohe Theil von San Christoval 
auf 35 Sm Abstand in Sicht und wurde Kap Keibeck angesteuert. Am Nach- 
mittag ankerte S. M. S. „Olga“ in der Selwyn-Bucht (Ete ete) Insel Ugi, den 
Nordhügel in N%A40 und Händlers Flaggenstock in 01/28 peilend, auf 35 m Tiefe. 
Der Ankergrund, weicher grauer Sand, ist ein guter; das Schiff lag in voll- 
kommen stillem Wasser, 280 m von der 8 m-Linie ab. 
Während der neuntägigen Reise von Apia nach der Insel Ug% wehten 
nur ganz leichte, durch Stillen unterbrochene nordöstliche bis südöstliche Winde; 
der nach West setzende Strom war entgegen den Kartenangaben zwischen 
Samoa und Rotumah am schwächsten, 3 bis 6 Sm im Etmal, von da an er- 
reichte er mit 12 bis 14 Sm das dort verzeichnete Minimum. 
Am 7. Mai um 11® a, m. wurde die Selwyn-Bucht verlassen und durch 
den Kanal zwischen San Christoval und Guadalcanar nach See gesteuert. So- 
bald das Schiff frei von Land kam, setzte frischer SE-Monsun ein, welcher bis 
40 Sm von dem St. Georgs-Kanal, in der Stärke 3 bis 6 wehend, anhielt. 
Wohl unter dem Einflufs des Landes setzte am ersten Tage noch ein 
nordwestlicher Strom im Kurse mit, von da an aber lief entgegen dem Wind 
ein Südoststrom 20 bis 24 Sm im Etmal., 
Am 11. Mai um 5° 30° a, m. wurde Kap St. George in NOzN gesichtet 
und in einem Abstand von 10 Sm entlang der Küste Neu-Mecklenburgs den
	        
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