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Kleine Notizen.
Der erste Versuch fand am 28. und 29. Dezember v. J. während der
Zeitdauer von 21 Stunden im Atlantie, östlich der Desertas-Inseln (Madeira),
statt, Der Wind war westlich mit schweren Böen, Stärke 9 bis 11, der See-
gang aus derselben Richtung Stärke 7. Das Schiff lag beigedreht über B-B.-Bug.
Die Lufttemperatur betrug 18° C., die des Wassers 17,8°C, Zam Versuch
waren drei verschiedene Arten von Segeltuchsäcken hergestellt, welche am
Luvbug, etwa 2m über Wasser, angebracht wurden. Bei der einen Konstruktion
war der Sack mit Werg gefüllt, bei der zweiten war er mit einer wollenen
Decke gefüttert, bei der dritten mit einer wollenen Decke gefüttert und mit
amsäumten Löchern versehen. Die Oelfüllung bestand aus Maschinenöl und
Thran. Am besten funktionirte die erste Sackkonstruktion, doch verdichteten
zich auch hier die Poren des Segeltuches durch das Nafswerden nach kurzer
Zeit, so dafs durch Einbohren von Löchern nachgeholfen werden mufste. Der
Verbrauch von Oel war ca 2,4kg pro Stunde. Der Thran lief in dicken talg-
ähnlichen Tropfen aus und verbreitete sich auf der Wasseroberfläche sehr
‚angsam, so dafs durch dieses Oel unter den gegebenen Verhältnissen eine
beruhigende Wirkung nicht erzielt wurde. Das Maschinenöl wirkte besser. Der
Erfolg war der, daß keine Spritzer mehr über die Reling kamen, was vorher
der Fall war. Sturzseen waren auch vor dem Gobrauch nicht an Deck gekommen,
Der zweite Versuch fand am 28. März d. J. von 5* bis 7*p. m. und am
29, März von 11% a. m. bis 3® p. m. im Atlantic auf 44° N-Br und 17° W-Lg
statt. Der Wind war nordwestlich, Stärke 6 bis 8, der Seegang nordnordwestlich,
Stärke 6 bis 7. Das Schiff steuerte OzN und lief 7 Sm. Die Lufttemperatur
war 10,5° C., die des Wassers 11,5° C. Maschinen- und Cylinderöl wurde ver-
wendet. Zu dem Versuch wurde das Lurvkloset des Lazareths benutzt, welches
mit Werg aufgefüllt war. Der Hahn wurde so gestellt, dafs das Oel nur ganz
langsam auslaufen konnte. Mit dem dickflüssigen Cylinderöl wurde ein bemerkens-
werther Erfolg nicht erzielt. Obwohl der Hahn ganz geöffnet war, lief dasselbe
nur ganz langsam — 0,8 kg pro Stunde — und sehr ungleichmäfsig aus. Kine
Glättung der See konnte nicht konstatirt werden. Der Abflufs des Maschinenöls,
3 kg pro Stunde, liefs sich durch das Spülventil schwer reguliren. Der Erfolg
mit letzterem Oel war ein ziemlich guter, aber doch nicht so augenscheinlich,
wie ich das nach den Berichten anderer Schiffe erwartet hatte. Während vor
jem Versuch einige Sturzgeen an Deck gekommen waren, kamen dieselben
während des Versuchs nach meiner Schätzung nur bis auf 15 bis 20m vom
Schiff heran und brachen sich dort.
2. Ueber den Grad der Krümmung von Sturm-Spiralen der
Cyklone im Meerbusen von Bengalen hat Blanford neuerdings weitere Unter-
suchungen angestellt; er benutzte dazu zahlreiche Beobachtungen von Schiffen
auf See und von guten Observatorien an der Küste, und zwar bestimmte er
aus denselben den Winkel zwischen der Windrichtung und dem Radiusvektor.
Aus 132 Beobachtungen zwischen 15° und 22° N-Br, in einer Entfernung von
500 Sm vom Sturmcentrum, ergab sich dieser Winkel zu 122°; 12 Beobachtungen
in denselben Breiten, aber bis 50 Sm Entfernung vom Sturmcentrum, gaben
nahezu dasselbe Resultat, nämlich 123°, 68 Beobachtungen zwischen 8° und
15° N-Br, in einem Umkreise von 500 Sm vom Mittelpunkt, 129°, Der Beob-
achtungen im südlichen Theile der Bai in geringem Abstande vom Centrum
waren zu wenige, um zuverlässige Resultate zu liefern. Zur Bestimmung der
Lage des Sturmcentrums stellt Blanford hieraus folgende praktische, für den
Seemann wichtige Regeln auf:
{m nördlichen Theil des Meerbusens von Bengalen liegt das Sturmcentrum,
wenn man den Rücken gegen den Wind kehrt, ungefähr 5 Strich zur Linken,
im südlichen Theil des Meerbusens 4 Strich zur Linken. Dies gilt für alle
Lagen innerhalb des Sturmgebietes bis zu 500 Sm von dem Mittelpunkt des
Sturmes. Im Norden und Westen erstreckt sich der Einflufs des Sturmes selten
bis zu der angegebenen Entfernung, wohl aber im Osten und Süden.
3. Lootsenwesen in der Strafse von Messina. Sieilien. („Hydro-
graphische Nachricht“ No. 39/171. Pola 1888.) Nach einem Berichte des
Kommandanten des österreichisch-ungarischen Schiffes „Leopard“, Freg.-Kapt.