Säkulare Variation der magnetischen Deklination in Rio de Janeiro. 491
nach erforderlicher Abänderung .der Koefficienten für den ganzen Zeitraum von
1670 bis 1885 anwendbar gemacht werden könnte. Ich. bestimmte für .diesen
Zweck die Formel:
D — + 0,440° + 0,1349° . (t — 1850) + 0,000369° . (t — 1850)%
Die nachher folgende Vergleichung zeigt, wie sehr nahe diese parabolische
Rechnung noch mit den Beobachtungen übereinstimmt. Anders würde es sein,
wenn die Beobachtungsreihe schon die Epoche der gröfsten Deklinationsänderung
enthielte, namentlich in diesem Falle sich um die Epoche als Mitte vertheilte,
weil die gewöhnliche Parabel keinen Inflexionspunkt hat und sich daher auch
keiner Kurve mit einem solchen Punkte sehr nahe anschmiegen kann, wenn die
Inflexion dazwischen liegt. So traf es sich bei den Beobachtungen am Kap
der guten Hoffnung und Kap Comorin, welches gerade die beiden von Hansteen
genannten Oerter waren, deren Deklinationsbeobachtungen sich nicht der para-
bolisehen Formel fügen wollten, sondern Unterschiede. bis zu 2° übrig liefen,
Hansteen bemerkte, dafs sich diese Unterschiede wohl durch Einführung eines
ferneren (kubischen) Gliedes wegschaffen lassen würden. Bei der Anwendung
der einfachen Sinusformel, die ich für diese Oerter berechnete, fand ich dagegen
kein so bedeutendes Hindernifs, welches die Zuhülfenahme eines neuen Gliedes
unbedingt erfordert hätte.
Die Vergleichung der parabolischen Rechnung nach der zuletzt an-
geführten Formel mit den sämmtlichen Beobachtungen zu Rio de Janeiro ist
folgende:
Obs. Cale,
1670 —12,17° = 11,88°
1700 —11 —11,48
1744 — 10 — 9,72
1751,2 9,37 — 9,30 — 0,07
1768,8 4,57 8,08 -—+ 0,51
1783,5 6,60 6,88 +0,28
1787 6,20 65,58 +0,38
1817 2,25 460 +1,35
1819 3,67 «38 — 0,20
1819 3,80 3,38 —0,4°
1820 2,90 8,27 +0,37
1820 3,57 2,27 — 0,30
1821 4,05 3,15 — 0,90
1821,7 3,35 2,07 — 0,28
1822 3,00 3,03 +0,03
1825 3,18 2,69 — 0,46
1826 — 2,62 2,58 — 0,04
1827 — 3,00 2,46 — 0,54
1830,5 2,18 2,03 — 0,10
1832 — 2,00 — 1,86 — 0.14
1836 — 2,00 — 1,37 —0,63
1836 — 2,13 — 1,37 — 0,76
1857 + 1,33 + 1,42 — 0,09
1366 + 2,70 +2,70 . 0,00
1876,5 + 4,43 + 4,28 +0,15
1885,0 + 5,33 + 5,60 — 0,27
0—C
— 0,29°
Nach der Uebereinstimmung der hier übrig gebliebenen Fehler mit denen
der vorhergehenden Rechnung möchte man wohl mit einiger Sicherheit schliefsen
können, welche von den Beobachtungen kaum bis auf einen halben Grad
genau gewesen sein werden, was bei späteren Rechnungen Berücksichtigung
finden mag. .
Zum bequemen gelegentlichen Gebrauch wird es sich empfehlen, für
Oerter mit einem langen Beobachtungszeitraum, wie hier für Rio de Janeiro,
eine Berechnung der magnetischen Deklination von 10 zu 10 Jahren übersichtlich
zur Hand zu haben. Eine solche Tabelle folgt hier schliefslich, sowohl nach
der Rechnung mit einer Periode als auch nach der parabolischen Rechnung,
beide Mal mit der für den Jahresanfang gültigen jährlichen Veränderung und
ohne Beschränkung auf den Zeitraum der Beobachtungen, welcher durch be-
grenzende Striche eingeschlossen und dadurch kenntlich gemacht ist. Freilich