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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Pallas“. 
haben, dorthin zu kommen, Die Mannschaften zweier englischen Schiffe, welche 
den Dienst verlassen wollten, legten einfach die Arbeit nieder und verlangten, 
vor den Magistrat geführt zu werden, um eventuell gefänglich eingezogen zu 
werden. Es blieb den Kapitänen natürlich nichts Anderes übrig, als polizeiliche 
Hülfe in Anepruch zu nehmen und die Leute verhaften zu lassen. Sobald die- 
selben festen Boden unter ihren Füßen hatten, eutwischte ein Theil derselben 
der Polizei, die anderen wurden vor Gericht freigesprochen und die Kapitäne 
verpflichtet, sie abzuzahlen. Es scheint den Behörden in Queensland daran zu 
liegen, möglichst viele Arbeiter heranzuziehen, für die sie nicht nöthig haben, 
Passagegelder zu zahlen, 
Die Stadt besteht zum gröfsten Theile aus hölzernen Häusern, die unregel- 
mäfsig umher gebaut sind, doch findet man auch einige stattliche, aus Ziegel- 
steinen aufgeführte Gebäude und zwei breite, gerade Strafsen., Townsville macht 
ganz den Eindruck einer sich rasch entwickelnden Stadt und verspricht in 
einigen Jahren von grofser Bedeutung zu werden, eine Annahme, die um so 
berechtigter ist, als die Stadt der Haupt-Ein- und Ausfuhrplatz von Queensland ist, 
Während meiner Anwesenheit wurde sämmtliche Wolle in Dampfern verladen, 
und die Segelschiffe mufsten den Hafen in Ballast verlassen, Trockendocks 
oder Patentslips, um gröfsere Schiffe einer Reparatur zu unterziehen, sind bis 
jetzt noch nicht hier angelegt. 
Als Segelanleitung für die Cleveland-Bai kann ich die Anweisungen im 
„Australia Directory“ der britischen Admiralität, die ich als richtig befunden 
habe, empfehlen. 
Auf der Rhede von Townsville wechseln Fluth und Ebbe regelmäßig 
jede 6 Stunden mit einander ab; erstere setzt südwärts, letztere nordwärts, und 
zwar in beiden Fällen mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 1'/a Sm, die sich 
aber zur Springzeit auf 3 Sm steigert. 
II. Die Reise von Townsville nach New-Castle N. 8. W. 
Auf erhaltene Ordre, eine Ladung Steinkohlen von New-Castle nach 
Mazatlan zu bringen, verliefen wir am 2. Oktober 1886 um 8 Uhr Morgens 
bei östlichem Winde und unter Benutzung des nördlichen Fahrwassers die Rhede 
von Townsville. Um 8 Uhr Abends konnten wir über Steuerbord Magnetic 
Island klaren und dann bei dem nördlich holenden Winde raumschots der Küste 
entlang segeln. Am Abend des 3. Oktober passirten wir die Insel Holborn, 
woselbst der bis dahin nordwestliche Wind in einer Böe mit Regen auf SW 
lief. Während der Nacht steuerten wir bei hefıigem südwestlichem Winde längs 
der Küste an der Whitsunday-Insel vorbei; hier aber stand eine hohe südwest- 
liche See, die ein Aufkreuzen mit einigem Erfolg nicht zulielßs, was mich ver- 
anlafste, um 4 Uhr am folgenden Morgen wieder umzukehren, um in der Bai 
zwischen diesem Kap und der Insel Whitsunday zu ankern und besseres Wetter 
abzuwarten. Beim Versuch, in die Whitsunday-Passage einzukreuzen, versagte 
das Schiff unter gerefften Segeln die Wendung, und ich beabsichtigte schon, 
nach Kap Gloucester abzuhalten, als der Wind etwas abflaute, und wir mehr 
Segel setzen konnten, und das Schiff anfing Fortschritte zu machen. Um 3 Uhr 
Nachmittags konnte dann auch ein guter Ankerplatz am Nordende der Whit- 
sunday-Passage, eben westlich von Pioneer Point und etwa '!/a Sm von dem- 
selben entfernt, auf einer Wassertiefe von 10,8 m (6 Fad.) über Muddgrund 
erreicht werden, woselbst das Schiff trotz des harten Windes, der in heftigen 
Stöfsen von dem hohen Lande herunterfiel, sicher und geschützt lag. Nachdem 
der Wind am 6. Oktober wieder mäfsiger geworden war, lichteten wir um 10 Uhr 
Vormittags, eben vor dem Eintritt der Fluth, den Anker, kreuzten in die Passage 
hinein und konnten dieselbe, begünstigt durch einige gute Schlagbugen und die 
Fluthströmung, um 7 Uhr Abends klariren. Um dieselbe Zeit setzte aber auch 
die Ebbe ein, und ich hatte nur die Wahl, entweder mit derselben wieder nach 
Norden zurückzutreiben oder irgendwo zu ankern. Ich zog Letzteres vor und 
liefs auf einer Tiefe von 40m (22 Fad.) den Anker fallen, Auf dieser Stelle 
lag das Schiff bis zum folgenden Morgen 3 Uhr, von welcher Zeit wir wieder 
südwärts aufkreuzten. Allein mit einem geringen Erfolg; in die Nähe der Insel 
Lindeman gelangt, erhielten wir schon die Ebbe wieder entgegen und ankerten
	        
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