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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Bemerkungen über Raiatea, Gesellschafts-Inseln. 
weil der Passatwind freien Zutritt hat, was in Papiete, welches bekanntlich in 
Lee der hohen Insel liegt, nicht der Fall ist. 
Von S. M. S. „Bismarck“ ist die Position der Flaggenstange der oben 
genannten Gesellschaft in .Uturoa zu 16° 45‘ S-Br und 151° 27‘ W-Lg 
bestimmt worden. Ich habe unter dieser Zugrundelegung meinen Chronometer 
regulirt und später beim Ansegeln von Diego Ramirez den Stand desselben 
richtig befunden, 
Frischen Proviant kann man in Raiatea theilweise billiger als in Tahiti 
kaufen. Frisches Schweine- oder Schaffleisch ist gewöhnlich zweimal wöchentlich 
zu dem mäfsigen Preise von 12'% bezw. 20 Cents das !/3 Kilo zu kaufen. Yams 
sind sehr gut und kostet das '/2 Kilo 1’ bis 2 Cents. Das Trinkwasser ist 
ebenfalls gut, allein das Anbordholen erfordert viel Zeit und Mühe. Man thut 
daher am besten, alle seine Wasserbehälter in Tahiti zu füllen, wenn man von 
dort nach Raiatea versegeln mus, 
Zur Zeit der Anwesenheit von „Saturnus“ auf der Rhede von Uturoa 
Jagen daselbst drei französische Kriegsschiffe, ein Kanonenboot und zwei Gaffel- 
schoner, Ein Lieutenant zur See mit einem Detachement von 50 Matrosen war 
am Lande stationirt, um die Weilsen gegen die Belästigungen der Eingeborenen 
in Schutz zu nehmen. Man hofft und erwartet hier auch allgemein, dafs die 
Franzosen die Insel bald in ihren Besitz nehmen und geregelte Zustände her- 
stellen werden. 
Das Verlassen des Hafens von Uturoa ist für ein Segelschiff manchmal 
mit Schwierigkeiten verknüpft und verstreicht oft längere Zeit mit Warten auf 
eine günstige Gelegenheit. Die Passage, welche für das KEinsegeln benutzt 
wird, kann nur in den allerseltensten Fällen wegen der vorherrschenden öst- 
lichen Windrichtung zur Aussegelung dienen. Letzteres kann vielmehr in der 
Regel nur durch die Ohamaneno-Passage an der Nordwestseite von Ratatea 
ausgeführt werden, zu welchem Zweck die Insel innerhalb des Riffs nordwärts 
zu umsegeln ist. Da nun aber das Fahrwasser zum Kreuzen zu enge ist, darf 
man, um von der Nordspitze der Insel die Passage auf B-B.-Halsen anholen zu 
können, den Wind nicht südlicher als ESE haben. Wir brachten es fertig, 
indem wir die Raaen scharf angebrasst und uns dicht unter der Küste hielten. 
Die Segel kamen zwar gelegentlich bei schralen Windstöfsen back, doch das 
Schiff kam dabei nicht aus der Fahrt, bis schliefslich die Passage weit genug 
in Lee gebracht war, dafs dieselbe raumschots durchsegelt werden konnte, 
Glücklicherweise ist überall, wenngleich auf tiefem Wasser, Ankergrund VvOr- 
handen und sollte ein Anker mit etwa 45m (25 Fad.) Kette zum Gebrauch 
stets fertig gehalten werden. Die Ohamaneno-Passage ist gleich der Einfahrt 
von Uturoa durch zwei kleine Inselchen markirt. 
Aus dem Reiseberichte des Kapt. J. H. Stege von der deutschen 
Bark „Pallas‘. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Hierzu Tafel 18. 
I. Townsville in Queensland. 
Am 28, August 1886 passirten wir auf unserer Reise von London nach 
Townsville um 8 Uhr Abends Kap Cleveland in einem Abstande von 2 Sm und 
steuerten darauf in die Bai hinein. Um 10 Uhr kam ein Lootse in einer 
Dampfbarkasse an Bord, worauf wir um 11 Uhr, nach einer Reise von 
129 Tagen von den Downs, in der Bai von Townsville auf einer Wassertiefe 
von 8,5 m (4%4 Fad.) ankerten. Ein grofßes stählernes Schiff aus Liverpool 
hatte von Swansea nach hier eine Reise von 128 Tagen, eine englische eiserne 
Bark 159 Tage von Plymouth. Die beiden genannten Schiffe waren mit Eisen- 
bahnschienen beladen.
	        
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