Rat-Insel, Houtman Abrolhos (West-Australien).
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Wasser, und sobald man hindurch ist, alle Schwierigkeiten überwunden. Das
Wasser ist so klar, dafs die Riffe von oben ebenso weit gesehen werden können,
als eine gewöhnliche Boje.
Ich würde Schiffsführern, die nach Rat-Insel kommen, empfehlen, stets
beim Einsegeln die Passage durch den Südkanal zu nehmen ‚und so das lang-
wierige und mühsame Aufkreuzen oder Aufwarpen durch Good Friday-Bai zu
vermeiden, wo ein Schiff leichtlich eine Woche oder vierzehn .Tage aufgehalten
wird, bevor es ihm gelingt, den Ladeplatz zu erreichen. Das Einzige, was für
die sichere Befahrung des Südkanals erforderlich ist, ist günstiger Wind und
ein Schiff, das dem Ruder einigermafsen rasch gehorcht.
Auf einer späteren Fahrt durch den Kanal, an Bord des Leichters
„Neptun“, als wir gegen den Wind kreuzen mufsten, machte ich einige Lothungen.
Die geringste gefundene Wassertiefe war 2'/2 Fad.,. und dies war ganz nahe
der Kante des Riffes an der Südseite. In der Mitte des Fahrwassers fanden
wir bei jedem Lothwurf 5 bis 7 Fad.“
Kapt. J. Wood, Bark „Miako“: „Wir verliefsen Gages Road, Fremantle,
am 9. Februar 1887 um 7 Uhr Morgens mit SSW-Wind und segelten in einem
Abstande von 7 bis 8 Sm längs der Küste nordwärts, wobei wir einen nördlich
setzenden Strom von 1 Kn fanden. Um 3* 15” am nächsten Morgen machten
wir Moore Point-Feuer (Champion-Bai) in NNO, ungefähr 14 Sm entfernt, worauf
wir unter Berücksichtigung von Wind und Strom den Kurs auf mw. WNW
setzten. Dies brachte uns in Sicht der Hummock-Insel, welche wir an Steuerbord
voraus hatten, und der weißen Korallenbank am Nordostende der Pelsart-
Gruppe. Von Hummock-Insel, auf welcher eine Bake steht, segelten wir West
85Sm. Da es an dem Morgen heirig war, drehte ich für eine halbe Stunde bei,
bis ich die südöstlichste, mit Bäumen besetzte Insel der Zaster-Gruppe — die
einzigen Bäume, die zu sehen waren — und eine weiflse, nach West sich er-
streckende Landspitze ausmachte. Von der Fockraa konnte ich in der Peilung
WNW zwischen der weißen Landspitze und den Brechern deutlich .den Süd-
kanal sehen, desgleichen im Westen die kleine Insel, die südlichste dieser
Gruppe. Nachdem ich mich auf diese Weise meiner Position versichert hatte,
fand ich keine Schwierigkeit, in den Kanal einzusegeln, obgleich dieser nur
schmal, wahrscheinlich nicht mehr als 1! Kabllg. breit ist.
Bei einem segelbaren Winde aus SW durch S bis ESE kann der. südliche
Eingang zur Rhede von Rat-Insel mit voller Sicherheit befahren werden. Da
das Wasser. ganz schlicht. ist, kann man alle Untiefen leicht ausmachen;. man
hat sich nur im blauen Wasser zu halten und die weifsen Stellen, die von oben
deutlich zu sehen sind, zu vermeiden. Wenn man sich dem Ankerplatze nähert,
sollte man bei frischem Winde Segel kürzen, sobald man um die weiße Land-
spitze herum ist, und da die Rhede kaum Raum genug bietet, um andrehen zu
können, sollte man das Schiff lieber vor dem Anker aufdrehen lassen, Wir
lagen 1'/a Kablilg. von der Brücke, diese in WSW, auf 15 Fad. und gut halten-
dem Ankergrunde. .
Ich mufs hier noch bemerken, dafs wir die Fahrt durch den Kanal und
bis zum Ankerplatze ohne den Beistand eines Lootsen ausführten.“ .
Kapt. F. Fischer, Bark „Electra“: „Unter der Führung von Herrn
Davis von Champion-Bai, als Lootsen, verlielsen wir.die genannte Bai am
15. Februar 1887 um 4 30” a,m. Der Wind war SE, frisch, das Wetter
schön und klar, Um 9* 30” a, m. passirten wir ganz nahe an der Nordseite
von Hummock-Insel, wo wir eine für Schiffe jeder Gröfse genügende Wasser-
tiefe fanden. Von hier peilt Woody-Insel mw. WNW!2W, 12% Sın entfernt.
Letztere ist, bis auf eine, die südlichste Insel der Kaster-Gruppe und bildet die
Leitmarke für den Südkanal, der zwischen dem Südende derselben und einigen
noch weiter südwärts befindlichen Riffen gelegen ist. Indem wir uns etwas
Juvwärts vom direkten Kurse hielten, gelangten wir um 10* 45" am. zum Ein-
gange des Kanals und segelten, nahe an der Küste von Woody-Insel hinsteuernd,
in denselben hinein,
_ Der Kanal ist nicht sehr breit, dessenungeachtet aber vollkommen sicher,
da nicht nur eine für Schiffe jeder Gröfse genügende Wassertiefe vorhanden
ist, sondern auch alle Untiefen von oben deutlich sichtbar sind, Wenn nur
das Schiff im blauen Wasser gehalten wird, hat es immer Wasser genug unter