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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

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Ansteuerung von Kap Guardafui. 
oben erwähnt, ein ausnahmsweise spätes; alle übrigen Winde waren im All- 
gemeinen 80 schwach, dafs sie das Gegenankreuzen gegen den stellenweise 
ziemlich bedeutenden Strom selbst für einen guten Segler aussichtslos er- 
scheinen lassen. 
Der unberechenbare Strom und die häufigen Stillen sind in der Nähe 
der Inseln für Segelschiffe eine ernste Gefahr. 
Erwähnenswerth ist noch, dafs dicht bei Nawuomea am Nachmittage des 
16, April dieselbe Erscheinung gesehen wurde, welche in dem Reiseberichte 
S. M. Kr. „Albatrofs“ („Annalen der Hydrographie“ pro 1886, S. 474) besprochen 
worden ist, nämlich Brandung, die sich beim Daraufzudampfen in einfache 
Stillenstreifen mit gegenüberstehender Sonne verwandelte. 
Die Täuschung war eine 80 vollkommene, dafs man zuerst allgemein 
glaubte, eine Untiefe vor sich zu haben. Dieselbe Erscheinung wurde nachher 
noch zwei Mal auf der Reise beobachtet; jedes Mal war das Wetter dasselbe, 
ziemlich schwere Cumulus-Wolken mit durchbrechender Sonne, ganz leichte 
Briese, so dafs Stillenstreifen auf dem Wasser vorhanden waren und Dünung. 
Die Sonne stand der Stelle, auf der sich das Bild der Brandung zeigte, ungefähr 
gegenüber, 
Ansteuerung von Kap Guardaful. 
Aus dem Berichte des Kapt.-Lieut. Jeschke über die Reise von Singapore 
nach Bremen mit dem Lloyddampfer „Kronprinz Friedrich Wilhelm“. 
Am 12, Juni 2* p. m. ging der Dampfer von Singapore in Soe. Nach 
Passiren der Malacca - Straße wurde südwestlicher Kurs gesteuert, bis der 
Dampfer auf etwa 1° 30‘ N-Br angelangt war, dann auf diesem Breitenparallel 
entlang gedampft, bis in nordwestlicher Richtung Kap Guardafui angesteuert 
werden konnte. Dadurch wurde im ersten Theile der Reise der starke SW- 
Monsun vermieden, während er im letzten Theile querein und achterlich war. 
Das Kap kam’am 25. Nachmittags in Sicht. 
Ich habe die Ueberzeugung gewonnen und der Kapitän dieses Dampfers 
ebenfalls, dafs es nur dann rathsam ist, diesen Weg zu wählen, wenn man auf 
einem guten Dampfer und ganz sicher ist, das Kap am Tage zu erreichen, da 
bei Nacht, in dem in dieser Jahreszeit hier vorherrschenden unsichtigen Wetter 
and bei den unsicheren Stromverhältnissen, die Austeuerung frotz der vom 
Hafenkapitän von Suez gegebenen Regeln („Ann. d. Hydr. etc.“ 1887 S. 246) 
gefährlich ist. 
Diese Regeln wurden, was Wassertemperatur betraf, als zutreffend be- 
funden, in Bezug auf Wind nicht vollständig. Derselbe änderte nach Passiren 
des Meridians von Ras Hafun nicht nach Osten, sondern blieb westlich von 
Süd, nahm nur an Stärke ab. 
Für Kriegsschiffe erscheint es unter allen Umständen empfehlenswerth, 
nördlich von Sokotra vorbeizugehen.
	        
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