Aus dem Reiseberichte S, M. Knbt. „Eber“.
471
von Neu-Mecklenburg sind deutlich zu sehen. Bei östlichen Winden ist das
Wetter bezogen und - diesig. Schwere Gewitterböen aus W und NW sind in
Greet-Hafen um diese Zeit nichts Seltenes, sie dauern indessen nicht lange.
Bei einer solchen, die am 4. April d. J. Nachmittags '/25 Uhr aus WNW ein-
setzte, trieb das Kanonenboot eine Strecke. Um !%28 Uhr war es wieder voll-
kommen still. Trotzdem das Wasser fiel, war ein bedeutender Strom nicht zu
bemerken. ‘ .
Gezeiten waren in Greet-Hafen ganz unregelmäfsig, manchmal gär keine
in 24 Stunden. . .
Am 13. März, vor Eintreffen des Kanonenbootes, zwischen 8 und 9* a. m.
wurden dagegen starke Gezeitenbewegungen in der ganzen Blanche Bai kon-
statirt, und zwar Niveauveränderungen von 1'/a—2 m (gewöhnliche Fluthhöhe
5/4 m); die Luft war klar, leichte westliche Briese.')
Am 10. d. Mts. waren äufserst schwere östliche Böen gewesen; am
16. März wurden starke Erdbebenstöfse verspürt. In Cooktown, wo sich das
Kanonenboot an diesem Tage befand, ist nichts Aufsergewöhnliches bemerkt
worden.
3. Zwischen Matupi und Nauomea (Ellice-Gruppe) hatte das Kanonen-
boot die ersten fünf Tage (5. bis 10. April) steife böige nordwestliche Briese,
die es gestattete, unter Segel bis 165° 30‘ O-Lg vorzuschreiten, ein Vor-
kommnifs, das für diese Jahreszeit nach den vorher darüber eingezogenen
Erkundigungen als nicht ganz gewöhnlich bezeichnet werden mufs, Danach
herrschten beständig nordöstliche bis östliche Winde, welche häufig bis zum
leisen Zuge herabsanken,
Die See, welche während des NW-Windes von NW, gelaufen war, ging
mit Aufhören derselben in nordöstliche und östliche Dünung über, die stehen
blieb, auch nachdem der Wind beinahe ganz ausgeschieden hatte.
Der Strom war zuerst östlich, nachher beständig westlich, seine Stärke
wechselnd; der Oststrom war im Verhältnifs zu dem herrschenden ‚starken
Winde merklich schwach. .
Das Wetter war während des NW-Windes bedeckt, regnerisch und böig,
während der Ostwinde Tags meist heiter mit leichten Böen, Nachts böig und
regnerisch. Das Barometer zeigte einen mittleren höchsten Stand von 762 mm
mit geringen täglichen Schwankungen, die Temperatur des Meerwassers ging
nach dem Aufhören des NW-Windes in geringem Grade in die Höhe,
4. Hinter Nauomea hatte das Kanonenboot leichte Winde, hauptsächlich
aus Ost und NO, und häufige Stillen, doch kamen auch kurz andauernde west-
liche und südliche Winde von geringer Stärke vor. Die Dünung blieb dieselbe
(Ost und NO durcheinander), das Barometer ging langsam in die Höhe, Strom
hervorragend westlich. Wetter Tags heiter, Nachts bezogen und reguerisch.
Am 21. April 4 Uhr, in uogefähr 8° 30‘ S-Br und 17° 50‘ O-Lg, setzte
der Südost-Passat ein, doch blieb derselbe schwach und unbeständig, durch
De mit häufigen mehr oder minder starken Regenböen unterbrochen,
is Apta. .
Apia wurde bei vollständig dickem Wetter und Südostwind mit schweren
Regenböen am 24. April angesteuert... Der Platz konnte, wenn der Regenschleier
zerrifs, hauptsächlich an den Masten der auf Rhede liegenden Schiffe erkannt
werden. Das Einsteuern bot keine Schwierigkeiten.
Der Strom ‚war zwischen Nauomea und Union-Gruppe wie vorher vor-
wiegend westlich, seine tägliche Stärke aber etwas weniger verschieden.
Zwischen der Union-Gruppe und Apia fand sich am ersten Tage (23. April)
östlicher Strom, am zweiten (24. April 100 Sm vor Apia) war gar kein Strom
zu bemerken.
Die Witterung war dieselbe wie auf der ganzen Reise, Wassertemperatur
unverändert, Barometer 764,0, steigend. Ein Segelschiff kann die Reise, welche
S. M. Kubt. „Zber“ ausgeführt hat, nach Ansicht des Kommandanten um diese
Jahreszeit nicht machen. Das Vorkommen des Nordwestwindes war, wie schon
1) Diese Schwankungen sind einer auch an anderen Plätzen des Stillen Oceans bemerkten
Fluthwelle zuzuschreiben. über welche noch weitere Berichte folgen werden. Red,