Meteorologische Beobachtungen auf der Rhede und im Hafen von Kamerun. 437
Das Durchschnitts-Maximum und Durchschnitts-Minimum betrug:
‚Dezember 1886 Januar Februar Juni Juli August 1887
Maximum: 763,7 762,5 763,0 765,5 767,6 765,8 mm
Minimum: 761,4 760,4 760,9 763,7 765,1 763,4 mm
Hiernach das Mittel für die einzelnen Monate:
762,5 761,4 762,0 764,6 766,3 764,6 mm
Die gröfste Differenz des Barometers an einem Tage war:
3,6 „4,0 43 N . 31 3,8 4,8 mm
Die kleinste Differenz an. einem Tage:
0,5 & 0,4 1,2 0,7 10 0,9 mm
Die täglichen Schwankungen des Barometers sind die normalen in den
Tropen,. gewöhnlich mit 2 Maxima und 2 Minima. Das kleinste Minimum fällt
meist um 12° a. m.. oder um 4* p.m., der Barometer steigt dann bis 8" p.m,
resp. 12% p,m., wo er sein Maximum erreicht, fällt dann wieder bis 4" a, m,,
wo er sein zweites Maximum erreicht, und steigt dann bis 8 a.m. An vielen
Tagen wurde nur ein Maximum und ein Minimum beobachtet, und zeigte sich das
zweite Maximum bezw. Minimum nur durch langsameres Steigen und Fallen,
Regen. Das Verhältnifs der Regentage zu den regenfreien Tagen war
folgendes:
Mit Regen: 17 14 2 21 21 26 Tage
Ohne Regen: 14 17 12 9 10 5 »
Es kommen durchschnittlich Regenstunden pro Tag des ganzen Monats:
10 0,74 0,25 2,54 3,46 6,1 Stunden
Im Dezember betrug die längste Dauer des Regens an einem Tage drei
Stunden (sehr starker Regen nach ‚einem Tornado). Im Januar war die längste
Dauer an einem Tage sieben Stunden ohne vorhergegangenen Tornado, von
denen aber nur zwei Stunden starker Regen fiel.
Im Februar war die längste Dauer drei Stunden starker Regen nach
Tornado. ;
Im Juni betrug die längste Dauer an einem Tage neun Stunden, von
zwei Stunden starker Regen fiel. .
Im Juli war die längste Dauer an einem Tage 13 Stunden, von denen
nur die ersten vier Stunden starker Regen fiel.
Im August war die längste Dauer 18 Stunden hintereinander an einem Tage.
Die Regenwassertemperatur beitrug: :
Maximum: 27,6 26,9 24,8 28,2 23,6 23,5° C.
Minimum: 25,0 ‘ 239 24,8 21,0 21,6 20,9° C.
Wetterleuchten. Wetterleuchten wurde in den einzelnen Monaten
wie folgt beobachtet:
19 14 1 16 — .-
Gewitter, Gewitter mit Regen (abgesehen von Tornados) sind be-
obachtet:;
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Wetter. Aufser den vorstehenden Angaben ist noch zu erwähnen, dafs
68 meist in den Monaten Dezember, Januar und Februar unsichtig und diesig ist.
Besonders auffallend war dies vom 20. Januar bis zum 14. Februar, während
welcher Zeit bei sonst unbewölktem Himmel die Luft so diesig war, dafs das
kaum 3 Sm entfernte Land nicht mehr gesehen werden konnte. Während des
ganzen Aufenthalts war es nur vier Mal so sichtig, dafs der Kamerun-Berg
hervortrat, .
Wind. Der Wind tritt als Land- und Seewind auf. Letzterer setzt mit
Regelmäfsigkeit zwischen 12* und 1* im Hafen von Kamerun, auf der Rhede
meist etwas später ein, aus WSW—SW und weht mit verschiedener Stärke,
bis zur Stärke 6. Ein eigentlicher Landwind wurde nur in den Monaten De-
zember bis Februar beobachtet, aus den Richtungen NNW-—NE, mit Stärke
1—2; er begann zwischen 2 und 7 Uhr Morgens und hörte gegen Mittag schon
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