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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 16 (1888)

13° 
Reisebericht des deutschen Dreimastschoners „Albatrofs“. 
lichkeit mit einem Heuhaufen hat, in mw. 0zS und steuere in dieser Peilung 
gerade darauf los. Auf dieser Route wird man nördlich von den Inseln Rhun 
and War passiren, was sehr zweckmäfsig ist, da der Strom südlich setzt. Man 
nähere sich der Insel Goenong Api bei dem eben gegebenen Kurse bis auf eine 
Entfernung von 30 bis 35 Fad., oder eine gute Schiffslänge, und steuere dann 
in diesem Abstande längs der Insel südwärts, worauf alsbald die westliche 
Einfahrt sich öffnen wird. In dieser hat man sich ebenfalls in dem erwähnten 
Abstande von Goenong Apt zu halten, weil an der schmalsten Stelle zwischen 
dieser Insel und Gro/s Banda von letzterer eine Bank ausläuft, die bis zur 
Mitte der Passage reicht und auf dem Ende durch eine Bake mit einer Quer- 
stange, welche Aehnlichkeit mit dem Mast einer Yacht hat, gekennzeichnet ist. 
Aufserdem ist aber auch die Bank an der Wasserfärbung und daran zu er- 
kennen, dafs sich die See an ihrem Rande leicht bricht. Nachdem die Bank 
passirt ist, wird das Fahrwasser etwas breiter, doch hat man noch immer die 
Seite Goenong Api zu halten. Wenn man diese Insel passirt hat, wird man die 
Stadt Banda Neira und das Fort an B-B. erblicken und bald darauf den Anker- 
platz erreichen. Der beste Ankerplatz ist: das Fort von Banda Neira in mw. 
NzO bis N, auf einer Wassertiefe von 11 bis 12,5m (6 bis 7 Fad.), Dicht 
unter Goenong Api fällt der Meeresboden, der mit Korallen bedeckt ist und in 
dem der Anker daher schlecht hält, steil ab, weshalb es leicht vorkommen 
kann, dafs das Schiff durch die heftigen Windstöße, welche von dem Berge 
herunter fallen, ins Treiben geräth. Der Hafen von Banda ist einer der 
schönsten und besten dieser Gegend, denn er ist ringsum von hohen Bergen 
umgeben. Ich habe noch darauf aufmerksam zu machen, dafs es sehr zweck- 
mäfig ist, beim Einsegeln ein Boot mit einer Bugsirleine vom Klüverbaum aus 
vor dem Schiff fertig zu halten, da es nicht selten vorkommt, dafs plötzlich 
Windstille eintritt, und aufserhalb der Enge des Fahrwassers kein Ankergrund 
vorhanden ist. Aufserdem setzt die Strömung südwärts vor der Einfahrt vorbei. 
Für das Aussegeln bedient man sich der Nordostpassage, welche Raum genug 
zum Kreuzen gewährt und bis an beide Ufer tiefes Wasser hat. Im SE-Monsun 
wird dieselbe auch für das Einsegeln benutzt. Die Nordeinfahrt wird nur von 
Dampfern und kleinen Küstenschiffen, welch letztere bei eintretender Wind- 
stille rudern, gebraucht. Diese Passage ist enge und hat grofse Wassertiefen, 
weshalb sie für gröfßsere Segelschiffe nicht zu empfehlen ist. Fluth und Ebbe 
treten im Hafen von Banda sehr unregelmäfsig auf, erstere läuft gleichzeitig 
durch die verschiedenen Passagen ein und letztere hinaus, was zur Folge hat, 
dafs die Schiffe im Hafen nach verschiedenen Richtungen geschwait liegen, 
manchmal selbst die zunächst benachbarten. Das Wasser steigt und fällt 1,5 
bis 2,1m (5 bis 7 Fuß), aber in ganz unbestimmten Zwischenräumen. 
Von Banda nach Menado. Die Reise von Banda nach Menado ist 
zur Zeit des NW-Monsuns langwierig und beschwerlich. Das Wetter ist sehr 
unbeständig, mit Regen- und Gewitterböen. Auf das Einsetzen von Land- und 
Seebriese ist kein Verlafls, und wenn letztere Winde auftreten, so geschieht 
Jieses auch nur innerhalb 1 Sm Abstand von der Küste, eine Entfernung, die 
für ein gröfseres Segelschiff, um mit Sicherheit geführt werden zu können, eine 
zu geringe ist. Mit „Albatrofs“ verlielsen wir den Hafen von Banda am 
4. Januar 1887 durch die Nordostpassage und standen nach der Insel Ceram 
hinüber, um unter der Südküste dieser und der Insel Amboina westwärts auf- 
zukreuzen. Der Wind varlirte zwischen NWzW und SWzW, in Stärke zwischen 
2 und 6. Am 11. Januar gelangten wir vor die Manipa-Passage. Da hier der 
Wind frisch aus NWzN, also recht aus der Strafe heraus, wehte, zog ich es 
vor, die Insel Boeroe zu umsegeln. An der Westseite von Boeroe und auf dem 
weiteren Wege hatten wir indessen Aufenthalt durch Windstillen; auch wurde 
das Schiff durch die Strömung, welche je nach der Windstärke mohr oder 
weniger stark nach SSE auf die Manipa-Strafse zusetzte, oft eine bedeutende 
Strecke zurückgetrieben, und war ies uns deshalb erst am 24. Januar, nachdem 
zuvor Soela Bessi im Süden passirt war, möglich, die Ostspitze der Insel Lissa- 
matula zu erreichen. Von hier aus strebten wir der Nordostspitze von Celebes 
zu. In den Tagen vom 1. bis 4. Februar 1887 kreuzten wir bei sehr leichtem 
bis steifem, von Stillen unterbrochenem NW- bis N-Winde in Sicht der Insel 
Tifore, wobei das Schiff gelegentlich durch die Strömung, welche sich hier im
	        
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