Ueber Gangänderungen von Chronometern auf See,
wo für die Seegänge die eingeklammerten Gröfsen mit den alten Kompensations-
Koöfficienten berechnet sind, während die anderen Werthe den durch Inter-
polation gefundenen Koefficienten entsprechen.
Um nun den KEinflufßs der auf See sich geltend machenden äufseren
Umstände diskutiren zu können, müssen die Seegänge von dem Zeitgliede befreit
werden. Zu diesem Zwecke sind die beobachteten Werthe des Landganges g
für jedes Chronometer nach der Zeit graphisch dargestellt und danach für die
Epochen der Seegänge die zugehörigen Landgänge interpolirt. . Dieselben
ergeben sich:
bei Broecking 1105 für die Ausreise — 6,72°, für die Rückreise — 6,95°
Ehrlich 496 „ » ” +1,25 „ » » + 1,00°
Kutter 23 „ » # +1,50% „ ® + 1,69%
Die Abweichungen dieser Gröfsen von den in obiger Tabelle gegebenen
Seegängen werden wir nun als die vereinte Wirkung der veränderten äufseren
Bedingungen, denen die Chronometer während der Reise ausgesetzt waren, an-
zusehen haben. Berechnet man die relative Feuchtigkeit, sowie die nach einer
willkürlichen Skala von 1 bis 3 notirten Schiffsbewegungen nach ihrem mittleren
täglichen Werthe für Aus- und Rückreise getrennt, und stellt man aufserdem
die Tage, an denen die Schiffsschraube nicht arbeitete, mit in Rechnung, 80
ergiebt sich folgende Zusammenstellung:
Dauer der
Ausreise 83 Tage |
Rückreise 57 ©
Rel.
Teuchtig-
keit
Mittl.
;:ägl. Be-
wegung
Schraube
aufser
Thätigkeit
Einflußs auf den täglichen Gang bei
Broecking 1105| Ehrlich 496 | Kutter 23
8560 | 0,7 | 25 Tage ] —+0,158 | +0,18 | 40,468
30,00% | 14 7. —0.09 —025 —0,30
Bezeichnet man- mit x den Einflufs von 1° o relativer Feuchtigkeit auf
den täglichen Gang, mit y den Einfluls der Schiffsbewegung von der Stärke 1
und mit z denjenigen der Schraubenthätigkeit, so gelangt man, da die Ver-
gleichungen .in Abtheilung IV der Deutschen Seewarte bei 64 °% relativer
Feuchtigkeit stattfanden, zu folgenden Gleichungen, wenn man die Gang-
beeinflussung der Chronometer als proportional auffafst der Veränderung der
relativen Feuchtigkeit, der Stärke der Schiffsbewegung und der Dauer der
Schraubenthätigkeit: für Broecking 1105
21,6x-+0,7y + 0,69 z = +-0,15°
2% x +14y7-+0882 = — 0,09,
während die entsprechenden Gröfsen auf der rechten Seite für Ehrlich 496
+0,18° und — 0,25, für Kutter 23 endlich -+ 0,46° und — 0,30* werden.
Zur Bestimmung von x wurden die drei Chronometer mit der Normaluhr
der Sternwarte 10 Tage lang bei 85% relativer Feuchtigkeit verglichen und
aus den dabei sich ergebenden Gangänderungen als Einfluls von 1° relativer
Feuchtigkeit auf den täglichen Gang gefunden
bei Broecking 1105 . . . . + 0,027°
„ Ehrlich 496. . . . . . +4 0,001°
Kutter 23 . -L. 0,005%
A
Es verdient hervorgehoben zu werden, dafs in allen Werthen das Vor-
zeichen mit dem von Prof. Peters bei einer gröfseren Anzahl Chronometer
gefundenen übereinstimmt, wenn auch die absoluten Beträge hinter den bei
jenen Instrumenten beobachteten zurückbleiben. Durch Einsetzung der Werthe
von X in die obigen Gleichungen gelangt man zu folgender Uebersicht über
den Einflufs von Schraubenthätigkeit und Schiffsbewegung auf den täglichen
Gang der Chronometer.